Volkswagen baut Elektroauto-Akkus

Northvolt ist VW-Partner bei Batteriezellen

Elektroauto Batterie Produktion VW Foto: Volkswagen AG

Der Autokonzern investiert knapp eine Milliarde Euro in das Projekt. Die Batteriezellfertigung soll dort angesiedelt werden, wo derzeit noch Verbrennungsmotoren entstehen: in Salzgitter.

Im Sommer 2016 hatte es Matthias Müller noch kategorisch ausgeschlossen: „So einen Blödsinn machen wir sicherlich nicht“, sagte der damalige VW-Chef im „Handelsblatt“ auf die Frage, ob Volkswagen in die Herstellung von Batteriezellen einsteige. Doch in den letzten Wochen und Monaten wurden die Forderungen aus Politik und von der Arbeitnehmerseite, das Herzstück der künftigen Elektroautos selbst zu fertigen, immer lauter. Aus zwei Gründen: VW solle sich bei seiner Elektrostrategie nicht zu abhängig von seinen asiatischen Lieferanten machen, die die weltweite Batteriezell-Produktion derzeit noch fest in ihren Händen haben. Und die Arbeitsplatzverluste, die es durch deren schwindende Bedeutung in den Motorenwerken des Konzerns geben wird, soll mit einer eigenen Batteriezell-Produktion aufgefangen werden.

VW will die Fabrik in Salzgitter errichten

Deshalb gibt es nun den Strategieschwenk um 180 Grad. Wie der VW-Konzern offiziell bekanntgab, sollen die Batteriezellen für die eigenen Elektroautos künftig auch in Deutschland gefertigt werden. Aufsichtsrat und Vorstand der Volkswagen AG einigten sich darauf, knapp eine Milliarde Euro in das Projekt zu investieren. Bei der Verkündung des Projekts kündigte VW an, das Vorhaben zusammen mit einem europäischen Partner zu stemmen. Inzwischen ist bekannt, das Northvolt aus Schweden dieser Partner sein wird. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf einen Firmensprecher.

VW fertigt Batteriezellen in Deutschland - eine gute Entscheidung?
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Absolut. Es ist wichtig, ein Gegengewicht zu den asiatischen Anbietern zu etablieren.
Überflüssig. Die Zellfertigung ist teuer, energieaufändig und schafft kaum Arbeitsplätze.

Die Batteriezellfertigung soll in Salzgitter (Niedersachsen) angesiedelt werden. Dort baut VW derzeit noch Verbrennungsmotoren. Da deren Bedeutung künftig abnehmen wird, ergibt sich für den Standort dank der nun verkündeten Pläne eine neue Zukunftsperspektive.

Es gibt wohl sehr umfangreiche Staatshilfen

Für den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil ist die Entscheidung ein Erfolg: „Für den Standort Salzgitter sind das positive Signale“, sagte der SPD-Politiker, der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Batteriezellproduktion in Deutschland zu wettbewerbsfähigen Bedingungen stattfinden kann.“ Auch der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh zeigte sich zufrieden: „Es handelt sich um Weichenstellungen, mit denen wir sowohl Beschäftigungssicherung als auch Wirtschaftlichkeit nachhaltig weiterentwickeln können.“

Viele Details sind aber noch offen. Zum Beispiel, wie lange es dauern wird, eine entsprechende Fabrik aufzubauen. Im Gespräch ist ein Zeitrahmen zwischen drei und vier Jahren; bis dahin soll der bislang aufgebaute Vorrat an Batteriezellen reichen. Ebenso unklar ist bislang, wie viele Zellen dort produziert werden sollen und wie viele Arbeitsplätze in der Fabrik entstehen. Auch der Umfang der Subventionen aus deutschen und europäischen Töpfen ist noch unbekannt. Allerdings ist das Thema vor allem der deutschen und französischen Regierung ein derart großes Anliegen, dass es wohl sehr umfangreiche Staatshilfen geben wird. Sehr wahrscheinlich ist, dass die Batteriezell-Fabrik von der EEG-Umlage (Erneuerbare Energien) befreit wird, damit der Strom für die sehr energieaufwändige Zellfertigung günstiger wird.

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