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DLR Safe Light Regional Vehicle (SLRV)

Wasserstoff-Winzling für Pendler der Zukunft

Das DLR zeigt einen Brennstoffzellen-Zweisitzer der L7e-Klasse für Pendler. Es ist megaleicht und macht auch bei mittleren Entfernungen nicht schlapp.

Laut einer UN-Prognose, soll die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2030 auf ca. 8,5 Milliarden Menschen anwachsen. Vor in allem urbane Räumen sei ein starker Bevölkerungsanstieg (von 50 auf 60 Prozent, sprich fünf Milliarden Menschen) zu erwarten. Das Ergebnis dürften entsprechend kaum noch zu bewältigende Verkehrsströme sein.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. hat deshalb das Projekt Next Generation Car ins Leben gerufen. Es beinhaltet die sechs Forschungsfelder Fahrzeugkonzepte, Fahrzeugstruktur, Antriebsstrang, Energiemanagement, Fahrzeugintelligenz und mechatronisches Fahrwerk. Herausgekommen sind bis heute drei Fahrzeug-Studien: Das Inter Urban Vehicle (IUV) ist für Langstreckenreisen von Stadt zu Stadt ausgelegt. Für den urbanen Verkehr stehen das Safe Light Regional Vehicle (SLRV) für Kurzstrecken und das Urban Modular Vehicle (UMV) als People Mover zur Wahl. Jetzt gibt es erste Bilder vom "seriennahen" SLRV, also dem Stadtauto.

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Montage der Verkleidung des Safe Light Regional Vehicle (SLRV).

Konkurrenz zum Renault Twizy

Der futuristische Zweisitzer ist für das Segment elektrisch betriebener Kleinfahrzeuge in der L7e-Klasse (wie beispielsweise der Renault Twizy) geplant und könnte bei einem (aktuell nicht geplanten) Marktstart um 15.000 Euro kosten. Es ist als Fahrzeug mit mittlerer Reichweite insbesondere für die Bedürfnisse von Pendlern geeignet. Denkbar sind auch Anwendungen als car-sharing-Fahrzeug, insbesondere für Strecken außerhalb von Städten, da das schnelle Auftanken in Verbindung mit der vergleichsweise hohen Reichweite geringe Stillstandzeiten verspricht.

Die Karosserie in Sandwichbauweise bringt nur rund 90 Kilogramm auf die Waage und soll dennoch eine sehr hohe passive Sicherheit bieten. Dafür verantwortlich sollen Platten mit Deckhäuten aus Aluminium und einem Verbundkern aus PU-Schaum sein. Für einen geringen Luftwiderstand ist das lediglich 3,80 Meter lange SLRV flach gehalten.

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Frontansicht des SLRV ohne Verkleidung.

120 km/h Spitze

Für den Antrieb sorgt eine Brennstoffzelle, die Wasserstoff zu Strom mit 8,5 Kilowatt-Dauerleistung umwandelt. Eine Batterie stellt dem Fahrer zusätzliche 25 Kilowatt Leistung zur Verfügung. Diese Kombination soll eine Reichweite von 400 Kilometer und eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometer pro Stunde ermöglichen. Der Wasserstoff-Tank fasst 39 Liter, beziehungsweise 1,6 Kilogramm Wasserstoff bei 700 Bar und befindet sich zwischen den beiden Sitzen. Für die Erwärmung des Cockpits nutzt das SLRV die Abwärme der Brennstoffzelle.

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Fazit

Das DLR zeigt mit dem SLRV eine Alternative für den Pendler auf. Dass noch ein zusätzliches Fahrzeug mit Platz für nur zwei Personen die Lösung für das Verkehrsproblem der Zukunft sein kann, bleibt allerdings fraglich. Außerdem überrascht die Antriebstechnologie. Denn bei Wasserstoffantrieb für so kleine Fahrzeuge winken die meisten Experten inzwischen ab. Ein batterieelektrisches E-Auto mit der Chassis-Technik des SLRV innerhalb der L7e-Vorgaben hingegen wäre hingegen ein vielversprechendes Konzept abseits der tonnenschweren E-Autos der etablierten Autohersteller.

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