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E.Go Life Fahrbericht
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E.Go Mobile

Insolvenzverfahren eröffnet

Zum 1. Juli 2020 hat das Amtsgericht Aachen das Insolvenzverfahren eröffnet. Das Gericht sieht eine positive Zukunftsprognose und ordnet weiterhin Eigenverwaltung an.

Seit dem 2. April 2020 ist der Aachener E-Auto-Herstellers E-Go Mobile bereits zur Selbstsanierung in einem Schutzschirmverfahren. In dem eigenverwalteten Verfahren sollte E.Go sich neu strukturieren und auch seine Finanzen neu ordnen. Das Schutzschirmverfahren bewahrt in die Krise geratene Unternehmen drei Monate lang vor dem Zugriff von Gläubigern, ohne dass die Betriebe bereits Insolvenz anmelden müssen. Die Geschäftsführung kann das Unternehmen unter Aufsicht selbstständig sanieren.

Nun stellt das Gericht mit Dr. Biner Bähr von der Kanzlei White & Case ein Sachverwalter zur Seite. Der bisherige Vorstand ergänzt um Dr. Paul Fink von der auf Insolvenzrecht spezialisierten Kanzlei FRH bleibt weiterhin operativ verantwortlich. Als Maßnahmen zur Sicherung der Insolvenzmasse setzt der E-Auto-Bauer die Produktion im Juli komplett aus, die Mitarbeiter sind ab sofort in Kurzarbeit. Der Verkauf von produzierten Fahrzeugen, Probefahrten sowie Kundenservice sind weiterhin durchführbar.

Umweltbonus führt zu Problemen

Seit Januar 2020 sucht der Aachener E-Auto-Hersteller E.Go Mobile händeringend frisches Kapital. "In den letzten Monaten haben wir viele aussichtsreiche Gespräche sowohl mit nationalen als auch internationalen Investoren geführt. Wir sind daher zuversichtlich, mit etwas mehr Zeit eine gute Lösung zu finden", so Prof. Günther Schuh, CEO der e.GO Mobile AG.

Der Hersteller des elektrisch angetriebenen Kleinstwagen E.Go Life kämpft unter anderem mit der Verzögerung bei der Produktion und der geplanten Erhöhung des Umweltbonus auf 6.000 Euro, wovon die Hersteller jeweils 3.000 Euro tragen sollen.

In einer ersten Reaktion hatte E.Go Anfang des Jahres die Grundpreise des sehr knapp kalkulierten Modells um jeweils 2.000 Euro angehoben, unter dem Strich bliebe damit der Erlös für E.Go pro verkauftem E-Go Life identisch zum vorherigen Status bei 4.000 Euro Umweltbonus. Bei der Hauptversammlung der E.Go Mobile AG am Jahresende 2019 wurde jedoch außerdem bekannt, dass zusätzliches Kapital notwendig sei.

Frisches Geld für die E.Go Mobile AG

Aus dieser Kapitalisierung fließen 100 Millionen Euro als Darlehen in die Aktiengesellschaft, allerdings mit einer sehr kurzfristigen Deadline: Bis Ende März 2020 musste die E.Go AG das Darlehen zurückzahlen, ansonsten können die Darlehensgeber (ZF Holdings B.V., Lean Enterprise Institut GmbH, Schuh Consult GmbH, RAG-Stiftung, Schuh GmbH und Swoctem GmbH) ihr Darlehen in Unternehmens-Anteile in Form von Aktien umwandeln.

Durch die Zwischenfinanzierung war die weitere Produktion des E.Go Life fürs Erste gesichert. Nach Unternehmensangaben wurden bis Ende 2019 rund 500 der kleinen Viersitzer an Endkunden ausgeliefert. Ursprünglich waren über 4.000 Auslieferungen noch in 2019 geplant Grund für die Probleme sind auch rechtliche Hürden. So verzögerten sich für die Großserienproduktion benötigte Genehmigungen einzelner Fahrzeugkomponenten, weshalb zunächst nur eine Kleinserienproduktion möglich war. Ab dem ersten Quartal 2020 sollte die Produktion frei konfigurierbarer Modelle beginnen, zuvor fertigte E.Go den Life in einer "Einheitsversion".

Fazit

Der e.Go Life war eine gute Idee: Ein erschwinglicher Elektrokleinwagen für Pendler, das gab es zuvor nicht. Aber der Druck auf die Autohersteller, E-Autos zur Senkung des Flottenverbrauchs zu verkaufen, wanderte quasi 1:1 an e.Go weiter – in Form von höherwertigen Großserienautos zu vertretbaren Preisen, die zusätzlich mit der Umweltprämie teils unter das Niveau des e-Go-Wägelchens sanken. Zu allem Überfluss zahlen die Hersteller die Umweltprämie zur Hälfte selbst – zu viel für e.Go.

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