eGo Life 60, Exterieur Paul Schüll
E.Go Life Fahrbericht
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E.Go Mobile

Produktionsstopp und Selbstsanierung

Im Januar 2020 hatte der Aachener E-Auto-Hersteller E.Go Mobile noch händeringend frisches Kapital gesucht, am 2. April 2020 hat das Unternehmen zur Selbstsanierung unter ein Schutzschirmverfahren begeben.

Der Jahreswechsel 2019/2020 stand unter keinem guten Stern für deutsche E-Mobilitäts-Startups. Nachdem Sono Motors in einer außergewöhnlichen Crowd-Funding-Aktion versuchte, die Produktion des Sion zu sichern, scheint auch beim Unternehmen E.Go Mobile eine Finanzierungslücke aufgetaucht zu sein. Der Hersteller des elektrisch angetriebenen Kleinstwagen E.Go Life kämpfte unter anderem mit der Verzögerung bei der Produktion und der geplanten Erhöhung des Umweltbonus auf 6.000 Euro, wovon die Hersteller jeweils 3.000 Euro tragen sollen.

In einer ersten Reaktion hatte E.Go die Grundpreise des sehr knapp kalkulierten Modells um jeweils 2.000 Euro angehoben, unter dem Strich bliebe damit der Erlös für E.Go pro verkauftem E-Go Life identisch zum vorherigen Status bei 4.000 Euro Umweltbonus. Bei der Hauptversammlung der E.Go Mobile AG am Jahresende 2019 wurde jedoch außerdem bekannt, dass zusätzliches Kapital notwendig sei.

Frisches Geld für die E.Go Mobile AG

Aus dieser Kapitalisierung fließen 100 Millionen Euro als Darlehen in die Aktiengesellschaft, allerdings mit einer sehr kurzfristigen Deadline: Bis Ende März 2020 musste die E.Go AG das Darlehen zurückzahlen, ansonsten können die Darlehensgeber (ZF Holdings B.V., Lean Enterprise Institut GmbH, Schuh Consult GmbH, RAG-Stiftung, Schuh GmbH und Swoctem GmbH) ihr Darlehen in Unternehmens-Anteile in Form von Aktien umwandeln.

Durch die Zwischenfinanzierung war die weitere Produktion des E.Go Life fürs Erste gesichert. Nach Unternehmensangaben wurden bis Ende 2019 rund 500 der kleinen Viersitzer an Endkunden ausgeliefert. Zumindest in dieser Beziehung ist man den Münchnern bei Sono Motors deutlich voraus. Grund für die Verzögerung – ursprünglich waren über 4.000 Auslieferungen noch in 2019 geplant – sind auch rechtliche Hürden. So verzögerten sich für die Großserienproduktion benötigte Genehmigungen einzelner Fahrzeugkomponenten, weshalb zunächst nur eine Kleinserienproduktion möglich war. Ab dem ersten Quartal 2020 sollte die Produktion frei konfigurierbarer Modelle beginnen, zuvor fertigte E.Go den Life in einer "Einheitsversion".

Selbst-Sanierung angestrebt

Dann kam die Corona-Krise mit der der Auto-Verkauf gestoppt und die Zulieferketten unterbrochen wurden. Bereits am 23. März musste E-Go die Produktion seiner Elektroautos stoppen. Am 2. April 2020 hatte das Unternehmen dann ein Schutzschirmverfahren beantragt, den das Amtsgericht Aachen stattgegeben habe. In dem eigenverwalteten Verfahren will E.Go sich neu strukturieren und auch seine Finanzen neu ordnen. Das Schutzschirmverfahren bewahrt in die Krise geratene Unternehmen drei Monate lang vor dem Zugriff von Gläubigern, ohne dass die Betriebe bereits Insolvenz anmelden müssen. Die Geschäftsführung kann das Unternehmen unter Aufsicht selbstständig sanieren. Unternehmenschef Günther Schuh gibt sich optimistisch gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

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