Brennstoffzellen-Technologie

Hyundai plant 700.000 Einheiten pro Jahr

12/2018, Hyundai Nexo Foto: Christian Bittmann

Nicht nur Toyota, auch Hyundai spricht jetzt von der „Wasserstoff-Gesellschaft“. Für das Jahr 2030 plant man in Korea mit bis zu 700.000 Brennstoffzellen für Autos, Schiffe, Gabelstapler und Fluggeräte.

Im kleinen Marktsegment der Wasserstoffautos darf Hyundai klar als Platzhirsch gelten. Mercedes verleast den GLC F-Cell, der eine Brennstoffzelle als Range Extender in einem Hybridsystem nutzt, in kleiner Stückzahl an ausgewählte Kunden. Toyota hat den Mirai im Programm, von dem in den letzten Jahren Berichten zufolge gut 200 Autos in Europa verkauft wurden.

Ähnlich viele bzw. wenige Exemplare waren es seit 2014 auch vom Hyundai ix35 Fuel Cell. Er wurde 2018 vom Nexo abgelöst, der kein umgebauter Verbrenner ist, sondern wie der Toyota Mirai von vornherein als Brennstoffzellenauto entwickelt wurde.

Nexo ist Wasserstoff-Marktführer

Der knappen Infrastruktur zum Trotz wurden hat Hyundai Motor Deutschland eigenen Angaben zufolge seit Sommer 2018 bereits 350 Bestellungen für den Nexo erhalten. Darunter finden sich natürlich auch Vorführwagen für die Händler, dennoch ist er damit bereits weit vor dem Vorgänger und dem Mirai.

In Korea hat Hyundai jetzt seine Motivation für die Entwicklung von Brennstoffzellen bestätigt und die „FCEV Vision 2030“ vorgestellt (FCEV: Fuel Cell Electric Vehicle, Elektroauto mit Brennstoffzelle).

Hyundai Nexo, Toyota Mirai, Exterieur Hyundai Nexo und Toyota Mirai im Test Brennstoffzellen-Pioniere im Alltag

Der Konzern will nicht nur die Produktion eigener Brennstoffzellenfahrzeuge massiv ausbauen, sondern die Technologie auch anderen Autobauern sowie Herstellern von Drohnen, Gabelstablern und Schiffen zur Verfügung stellen. Eine Kooperation mit der VW-Tochter Audi auf diesem Gebiet wurde bereits bekanntgegeben. Im Jahr 2030 soll bei Hyundai eine Produktionskapazität von 700.000 Brennstoffzellen pro Jahr installiert sein, 500.000 davon für Autos.

Für den globalen Automarkt gehen die Koreaner für den gleichen Zeitraum von einem jährlichen Absatz von zwei Millionen Brennstoffzellenfahrzeugen aus.

Aktuell 3.000 Brennstoffzellen im Jahr

Aktuell entstehen bei der Hyundai-Tochter Mobis 3.000 Brennstoffzellen im Jahr, in einem ersten Schritt soll diese Zahl mit einer zweiten Fabrik bis 2022 auf 40.000 Einheiten steigen.

Zuvor sollte in die Entwicklung der Wasserstoffproduktion investiert werden. Eine große Verbreitung von Brennstoffzellen für den stationären Bereich und für Automobile macht nur dann Sinn, wenn Wege gefunden werden, den dafür benötigten Wasserstoff umweltfreundlich und günstiger als bislang herzustellen.

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