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Erlkönig BMW iNext Stefan Baldauf
Erlkönig BMW iNext
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Erlkönig BMW iNext 37 Bilder

Erlkönig BMW iNext / iX / iX5 / i5 (2021)

E-SUV mit Nieren-Auge auf Testfahrt

Das dritte Elektroauto der i-Reihe von BMW kommt als SUV 2021 auf den Markt. Firmierte die Studie von 2018 noch unter der Bezeichnung iNext, so trägt das Serienmodell den Namen iX5 oder i5 oder iX – man weiß es nicht so recht.

Was man indes weiß, die Bayern testen den Prototyp aktuell in Deutschland auf der Straße, denn unserem Erlkönig-Jäger ist der Elektro-SUV vors Objektiv gefahren. Zwar noch heftig getarnt, sind Details des Serienmodells dennoch gut zu erkennen. An der Front zeichnet sich die große Niere ab, die das Conceptcar Vision iNext von 2018 schon trug. Auch der BMW M3 und der M4 zeigen diese Mega-Niere. Schmale Scheinwerfer flankieren den Grill, von dem aus eine tiefe Sicke über die Motorhaube zur flach stehenden Windschutzscheibe läuft. Diese Vertiefung war ebenfalls beim Conceptcar schon zu sehen.

BMW iX5 kommt mit konventionellen Spiegeln

An der Seite geben die kräftig ausgestellten vorderen Radkästen dem SUV eine bullige Optik. Aerodynamisch optimierte Leichtmetallfelgen drehen sich darin – sie sind in der Serie zwischen 20 und 24 Zoll groß. In der Seitenansicht ist das schmale Fensterband mit dem obligatorischen Hofmeister-Knick zu erkennen. Die untere Fensterlinie steigt nach hinten hin dynamisch an. Die C-Säule fällt breit aus und verstärkt noch den muskulösen "Hintern" ein wenig.

BMW Vision iNEXT / i5
BMW
Dicke Niere, zartes Vier-Augen-Gesicht: Der iNext als Studie aus dem Jahr 2019 spart nicht mit prallen Formen. Hinter der Niere verstecken sich alle Kameras und Sensoren, die man fürs assistierte, bzw. autonome Fahren braucht.

Auch die Karosserie-Lücke in der C-Säule der Studie ist noch durch die Tarnung zu sehen. Die markanten Einbuchtungen an der oberen und unteren Fensterlinie haben es indes nicht in die Serie geschafft – ebenso wenig wie die Kameraspiegel, die durch herkömmliche Außenspiegel mit filigraner Halterung im Dreiecksfenster ersetzt werden. Das fast waagerecht verlaufende Dach mündet in einem Dachkantenspoiler, der das kleine Heckfenster beschirmt. Die Leuchten im Heck erscheinen schmal, anhand der Tarnfolien-Umrisse ist ein großer Heckklappen-Ausschnitt auszumachen. Die hintere Schürze verfügt nur über einen Diffusor, Auspuffendrohre fehlen bei dem E-SUV natürlich.

Doch zurück zur Front. Der geschlossene Grill ist mehr als nur eine Design-Spielerei. Während sie bei den Verbrennern noch ordentlich Kühlluft zum Motor lässt, wird beim BMW iX5 quasi ein Auge daraus – oder das Herzstück des autonomen Fahrens. Denn ursprünglich sollte der Serien-iNext schon zum MArktstart mindestens nach Level 3 autonom unterwegs sein können. Hinter der dunkel wirkenden Abdeckung verbergen sich Radar, Lidar und Kameras. Das Nieren-Auge fertigt BMW im Werk Landshut, wo auch das Herstellungsverfahren für das aufwendige Kunststoffteil entwickelt wurde. Noch 2018 hatte BMW versprochen: Der Wagen "fährt voll elektrisch, ist voll vernetzt und fährt hochautomatisiert" – und zwar ab 2021. Dann rollt der BMW iX5 oder iX in Dingolfing vom Band.

Nur mit Level 3 wird es erstmal nix. Seit September 2020 gibt BMW zu: Der iNext wird erstmal nur verbesserte Autonom-Fähigkeiten nach Level 2 haben. Wann er dann das Fahren auf der Autobahn bis 130 km/h beipielsweise alleine wird erledigen können, vermag BMW derzeit noch nicht zu sagen.

Bis zu 610 PS

Und der Antrieb? Hier setzt BMW auf den bekannten Antriebsstrang aus dem BMW iX3. Lediglich ein E-Motor sorgt in der Basisversion für Vortrieb und der leistet 308 PS. Zwei stärkere Versionen sind dann an jeder Achse mit einem E-Motor ausgerüstet, haben entsprechend Allradantrieb und leisten 522 PS beziehungsweise 610 PS.

BMW iX3_Elektro-SUV
Neuheiten

Das Basismodell soll 550 km weit rein elektrisch fahren, gegen Aufpreis gibt es eine leistungsfähigere Batterie mit bis zu 750 km Reichweite. Die Batteriekapazität liegt bei rund 110 kWh, wobei die einzelnen Zellen im Unterboden mit gut elf Zentimetern Höhe etwas flacher als beim Konkurrenten Mercedes angelegt sind – dafür bestehen sie aus mehr Zellen. Den Spurt auf 100 km/h soll der E-SUV in unter 4 Sekunden hinlegen.

Curved Display und polygones Lenkrad

Im Innenraum geht BMW neue Wege. Es bleibt zwar bei den Fahrer zugeneigten Instrumenten, allerdings schaut man künftig in E-Autos der Marke auf ein schmales und gebogenes Display, dass über die Mitte des Armaturenträgers reicht. Das Curved Display scheint freischwebend positioniert zu sein und stellt alle fahrrelevanten Informationen zusammen mit den Daten und Anzeigen von Infotainment- und Komfort-Systemen dar. Eine Verbindung von Armaturenträger zur Mittelkonsole gibt es nicht, so erscheint der Innenraum vorne sehr luftig.

Lenkrad BMW iNext
BMW
Im BMW iX5 gibt es das vielreckige Lenkrad.

Auch das Lenkrad ist im BMW iX5 anders: Hier verbaut BMW ein vieleckiges, also polygones Lenkrad. Es soll nicht nur den Einstieg verbessern und dem Fahrer ein sportliches Gefühl geben, sondern auch gleichzeitig eine gute Sicht auf das Curved Display garantieren. Für das autonome Fahren ist es ebenfalls ausgelegt und zeigt dem Fahrer, wenn er wieder die Kontrolle über das Fahrzeug übernimmt, welcher Lenkwinkel ansteht. Außerdem informieren und warnen in die Seitenbereiche des Lenkrads integrierte Lichtleiter den Fahrer.

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Fazit

iNext, iX5, iX, i5 – der E-SUV hat aktuell noch viele Namen. Vermutlich wird in Anlehnung an den iX3 auch das Kürzel iX5 tragen. Seis drum, BMW geht seinen Elektro-Weg konsequent weiter und legt seine Bestseller ebenfalls mit E-Antriebsstrang auf.

Nur beim autonom Fahren müssen die Münchner wie zuletzt schon Audi (A8) zurückrudern. Level 3 ist erstmal auf unbestimmte Zeit verschoben.

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