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04/2021, P3 Charging Index 2021
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Hyundai Ioniq Elektro, Kia e-Niro, Tesla Model 3, VW ID.3 16 Bilder

P3 Charging Index 2021 für E-Autos: Mercedes EQS gewinnt

P3 Charging Index 2021 für E-Autos Keiner lädt schneller als der Mercedes EQS

Mit ihrem Charging Index ermittelt die P3 Group die wahren Ladegeschwindigkeiten von Elektroautos. Wie im vergangenen Jahr kommt der Lade-Champion aus Schwaben. Der letztjährige Sieger fällt jedoch auf Platz vier zurück.

Noch bevor er offiziell auf den Markt kommt, holt der Mercedes EQS seinen ersten Sieg – und zwar im Charging Index der P3 Group (P3CI). Die Beratungsgesellschaft aus Stuttgart hat dabei zum zweiten Mal nach 2020 die wahre Ladegeschwindigkeit von Elektroautos verglichen. Im aktuellen Ranking sieht sie den Mercedes EQS 580 vorne: Die elektrisch angetriebene Oberklasse-Limousine erreicht einen P3CI von 0,88 beziehungsweise 266 Kilometern und liegt damit nicht weit entfernt vom Idealwert 1,0 respektive 300 Kilometern.

04/2021, P3 Charging Index 2021
P3 Group GmbH

Der Index wird errechnet, indem P3 den Quotienten aus der real in einem Zeitraum von 20 Minuten nachgeladenen Reichweite zu einem Zielwert von 300 Kilometern ermittelt. Je näher dran am Maximum, desto schneller die Ladegeschwindigkeit. Wie stark der EQS-Wert ist, zeigt sich beim Blick auf die folgenden Ränge: Mit 0,74 beziehungsweise 221 Kilometern liegt das Tesla Model 3 in der Long Range-Version nur knapp vor dem VW ID.3 Pro S (0,73 oder 220 Kilometer) und dem letztjährigen Sieger Porsche Taycan Turbo S, dessen Wert von 0,72 oder 217 Kilometern in diesem Jahr nur noch für Position vier reicht.

Nur Vierter trotz 800-Volt-Architektur

Dass der Zuffenhausener ins Hintertreffen geraten ist, kommt durchaus überraschend. Schließlich bietet er als einziges hier erwähntes Elektroauto eine 800-Volt-Bordnetz-Architektur; dem Mercedes reichen 400 Volt. Zudem verspricht Porsche eine maximale Ladeleistung von 270 Kilowatt, während sich der Mercedes mit maximal 200 Kilowatt begnügt. Aber der Top-Taycan regelt seine höchstmögliche Ladeleistung nach einem anfänglichen Mega-Energy-Boost stark herunter, während die Kurve beim EQS deutlich flacher abknickt.

04/2021, P3 Charging Index 2021
P3 Group GmbH

Dass das dicke Bordnetz des Taycan Turbo S dennoch Vorteile bringt, zeigt sich an der Tatsache, dass er in der Kategorie "durchschnittliche Ladeleistung" klar führt. Mit 184 Kilowatt im sogenannten Ladefenster, das die Ladeleistung im Bereich zwischen zehn und 80 Prozent der Akkukapazität betrachtet, liegt er deutlich vor dem Mercedes (164 kW). Es folgen der Audi E-Tron Quattro 55 und das Tesla Model 3 Long Range mit jeweils 146 kW.

Real- vs. WLTP-Normverbrauch

In ihrer Auswertung betrachtet die P3 Group zudem ein Phänomen, dass sich bereits bei Verbrenner-Fahrzeugen als Dauer-Ärgernis erwiesen hat: die Diskrepanz zwischen dem Normverbrauchswert und dem tatsächlichen Energieverbrauch. Für diese Auswertung zieht die Beratungsgesellschaft einerseits den WLTP-Wert und andererseits den tatsächlichen Stromverbrauch laut ADAC-Ecotest heran. Indem er seine Normangabe von 15,9 Kilowattstunden auf 100 Kilometer in der Realität nur um neun Prozent übertrifft, gewinnt der VW ID.3 Pro S diese Kategorie deutlich. Es folgen der Mercedes EQA 250 und das Tesla Model 3 Long Range auf den weiteren Podiumsplätzen.

04/2021, P3 Charging Index 2021
P3 Group GmbH

Die besten P3CI-Performer können hier nicht glänzen. Der Mercedes EQS 580 erreicht immerhin Platz vier, verbraucht im ADAC-Ecotest aber satte 29 Prozent mehr als per Werkangabe (15,7 kWh/100 km) versprochen. Obwohl er den Normwert nur um sechs Prozent übertrifft, wird der Porsche Taycan Turbo S in dieser Wertung Letzter; aber ein 911 Turbo S verbraucht ja auch deutlich mehr Sprit als ein Golf. Auf den dritt- und vorletzten Positionen liegen die Elektro-SUVs Tesla Model X 100D und Audi E-Tron Quattro 55, obwohl auch ihr Realverbrauch kaum über dem WLTP-Wert liegt.

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Fazit

Der P3 Charging Index liefert interessante Erkenntnisse in Bezug auf die tatsächliche Ladegeschwindigkeit von Elektroautos. Denn er zeigt: Maximale Spitzenleistung muss nicht bedeuten, dass dieses Auto auch in Wirklichkeit am schnellsten Strom nachtankt. Doch der P3CI ist nur eine Momentaufnahme: In Kürze kommen mit dem Hyundai Ioniq 5, Kia EV6 und Audi E-Tron GT neue Elektroautos auf den Markt, die ebenfalls über eine 800-Volt-Bordarchitektur verfügen. Und dann dürften die Karten komplett neu gemischt werden.

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