Porsche Mission E Werk Zuffenhausen Baustelle Porsche AG / Marco Prosch
Porsche Mission E
Porsche Taycan Produktion 3 Bilder

Porsche-Taycan-Produktion

40.000 Modelle pro Jahr geplant - 30.000 Vorbestellungen

Porsche bereitet sich auf die Serienfertigung des Elektro-Sportwagens Taycan vor und krempelt dafür die Produktion im Stammwerk Zuffenhausen um. Künftig sollen hier 40.000 Exemplare pro Jahr vom Band laufen. Es liegen für die erste Serie schon 30.000 Bestellungen vor.

Manchmal liegen Anfang und Ende erschreckend nahe beieinander, mit bedrückender Offensichtlichkeit. Jene drei Porsche Taycan, die im dritten Stock eines Gebäudes im Werk Zuffenhausen in Handarbeit gefertigt werden, tragen ihr Ende schon im Lack. Dessen orange Farbe deutet nicht etwa auf eine Zukunft bei der Autobahnmeisterei als Schnelleinsatzfahrzeug hin, sondern auf ein Schicksal bei Crashtests. Andererseits: Allen weiteren Taycans der so genannten Produktionsvorserie, kurz PV, droht in absehbarer Zeit ebenfalls das Recycling. In den Verkauf gehen diese Fahrzeuge nicht. Die Serienproduktion beginnt in rund einem Jahr, bis dahin gilt es noch einige Baumaßnahmen fertigzustellen.

Ein komplett neues Modell, dass eine völlig eigenständige Architektur aufweist, dazu noch mit batterieelektrischem Antrieb in ein bestehendes Werk zu integrieren, das dazu noch mitten in einer Stadt liegt? Eigentlich unmöglich. „Tatsächlich wäre rein betriebswirtschaftlich nur ein Werk auf der grünen Wiese infrage gekommen. Nur das Entgegenkommen der Belegschaft ermöglichte diesen Schritt“, erklärt Albrecht Reimold, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Produktionsvorstand von Porsche. Die Mitarbeiter zahlen nun einen Teil der tariflich vereinbarten Lohnerhöhungen der nächsten Jahre in einen Fonds ein, zudem wurde die 35-Stunde-Woche wieder eingeführt (zuvor: 34 Stunden).

Vorbestellungen höher als erwartet

Der Aufwand jedenfalls ist beträchtlich: Allein um die entsprechenden Flächen für die Neubauten zu erschließen, wurden in 21 Projekten rund 50 Millionen Euro verbuddelt. Und der Aufwand soll sich lohnen. Die Produktion muss flexibel sein, denn im Vorstand regiert der Optimismus: Die angepeilte Produktionszahl wurde vor wenigen Monaten aufgrund der hohen Nachfrage und damals 20.000 Vorbestellungen auf 40.000 Einheiten verdoppelt. Zum Vergleich: Vom Porsche 911 wurden 2018 36.000 Fahrzeuge verkauft. Nun gibt es neue Zahlen, denn für den Taycan, der am 4. September offiziell enthüllt wird, liegen bereits 30.000 Bestellungen vor – mit einer Anzahlung von 2.500 Euro.

Ein Band indes wird es für den Porsche Taycan nicht geben. Stattdessen bewegen sich die Elektro-Porsches auf autonom fahrenden Transportwagen durch die Hallen. Nichts Neues? Stimmt. Fast zumindest, denn die Transportwagen stoppen nicht mehr an einzelnen Stationen sondern bewegen sich kontinuierlich fort.

Zweistellige Rendite ist Pflicht

Doch er ist unumgänglich, denn Meschke bekräftigt, dass „auch der Porsche Taycan jene 15 Prozent Rendite erwirtschaften muss, die auch die anderen Baureihen bringen“. Hinter vorgehaltener Hand räumen Porsche-Manager ein, dass das eher als mittelfristiges Ziel zu verstehen sei. Aber eine gerade so zweistellige Rendite wäre durchaus von Beginn an möglich, heißt es. Dazu trägt auch bei, dass interne Vorgaben das Unternehmen zwingen, die Effizienz der Produktion jährlich um sechs Prozent zu steigern, drei Prozent müssen alle anderen Bereiche bringen.

Damit das alles funktioniert, darf der Taycan Käufer und Fans der Marke nicht enttäuschen. „Die Ziele gelten noch immer: In weniger als 3,5 Sekunden von Null auf 100 km/h, mehr als 600 PS Leistung sowie eine Reichweite von rund 500 Kilometern nach NEFZ“, bekräftigt Robert Meier, Projektleiter Gesamtfahrzeug Taycan. Die markentypische Fahrdynamik könne unter anderem durch den tiefen Schwerpunkt realisiert werden, der 80 Millimeter unter dem des aktuellen 911 liege. „Hinzu kommen die permanent erregten Synchronmotoren, die reproduzierbare Höchstleistung ermöglichen“.„

Porsche Taycan Produktion
Porsche
Virtueller Einblick in die künftige Taycan-Produktion. Die Modelle werden sich auf autonom fahrenden Transportwagen durch die Hallen bewegen.

CO2-neutrale Produktion

Inzwischen (Januar 2018) sind die Bauarbeiten an der Produktionsstätte des Taycan in Zuffenhausen weit gediehen, nachdem der Aufsichtsrat im Dezember 2015 grünes Licht für das Projekt “Mission E„ gegeben hatte. 28.000 Lkw-Ladungen Erdaushub gab es bereits, 15.000 Betonmischer wurden bis dato entleert. Mit 38.000 Tonnen Stahl hat Porsche Material in der Größenordnung von mehr als 100.000 Sportwagen-Karossen verarbeitet. Dafür sind zu Spitzenzeiten bis zu 2.000 Bauarbeiter und Anlagenspezialisten tätig. Insgesamt soll eine Fläche begrünt werden, die der fünffachen Rasenfläche des Berliner Olypmiastadions entspricht; die Bruttogeschossfläche liegt bei 170.000 Quadratmetern. Eine Millarde Euro hat Prosche bislang am Standort investiert, insgesamt entstehen 1.200 neue Arbeitsplätze. Porsche möchte von seinem Elektroauto die rund 40.000 Einheiten pro Jahr CO2-neutral produzieren.

Eine Maßnahme, um zur “Zero Impact Factory„ zu werden, ist der Einsatz von Stickstoffoxid-schluckender Oberflächentechnologie an Teilen der Fassade. Mit Titanoxid beschichtetes Aluminium wirkt als Katalysator und soll bei Sonneneinstrahlung die Schadstoffpartikel in unschädliche Bestandteile spalten. Laut Porsche verrichte bereits eine Fläche von 126 Quadratmetern in etwa die Arbeit von zehn Bäumen.

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