BMW Futurelight

Wurf-Zelt mit Hinterachse

Futurelight Camper Foto: BMW 13 Bilder

BMW hat auf der CES in Las Vegas einen Wohnanhänger vorgestellt. Die Behausung besteht aus Stoff und Kohlefasern und wurde zusammen mit dem Outdoor-Spezialisten The North Face entwickelt.

Futurelight nennen BMW und Outdoor-Ausrüster The North Face ihre gemeinsame Entwicklung: einen kleinen Caravan, der aussieht wie ein Zelt mit Hinterachse. Der Rahmen des Gefährts besteht aus Kohlefaser, ein Material mit dem BMW dank seiner teilweise aus diesem Leichtbaumaterial bestehenden Modelle i3 und i8 viel Erfahrung hat. Der Rahmen ist mit einem Stoff bezogen, der sich Futurelight-Gewebe nennt. Das Gewebe soll vor Wind schützen und wasserdicht aber atmungsaktiv sein. Stoffe mit solchen Eigenschaften gibt es seit Jahrzehnten – einer der bekanntesten Vertreter aus dem Bekleidungssektor ist das von der US-Firma W. L. Gore & Associates entwickelte Gore-Tex. Das per sogenanntem Nanospinning gewebte Material ist für BMW und The North Face nicht weniger als „das fortschrittlichste der Welt“. Es soll auch den kältesten Bedingungen trotzen.

Viel Platz geht beim Futurelight-Caravan für die breiten Heckkotflügel und die ebenso breiten Trittbretter verloren. Trotzdem sollen im Zelt zwei Personen nebeneinander liegen können. Knapp über dem Bett befindet sich eine Sitzbank, die auch als Tisch dienen kann. Beim Blick in den Innenraum kommt allerdings der Verdacht auf, dass die Schlafenden flach auf ihren Rücken liegen müssen, um nicht an die Sitzbank zu stoßen.

Futurelight Camper Foto: BMW
Räder aus der Zukunft: Keine echten Luftreifen an der Hinterachse des Futurelight.

Räder ohne Reifen

Dreiecksfenster im Heck lassen Licht ins Zelt und die beiden Seitenwände lassen sich per Reißverschluss komplett entfernen. Anstelle eine Stützrades trägt der Futurelight lediglich eine Karbonfinne. Futuristisch sind auch die Räder des Leichtbau-Caravans: große grobstollige Speichenräder ohne Luftbereifung. Solche Räder sind bisher nur von Messen als Zukunftsstudien bekannt. Über das Gewicht und zu möglichen Zugfahrzeugen machen beide Hersteller keine Angaben. Auf einem Bild ist ein Steuergerät für VR-Brillen (VR: Virtuelle Realität) zu sehen – bisher scheint es den Futurelight nur als Computer-Modell zu geben.

BMW GINA
Stoff zum Träumen

BMW-Stofftradition: Gina Light Vision

BMW weist im Zusammenhang mit der Präsentation des Futurelight-Caravans auf seine Studie Gina Light Vision hin (Gina: Geometrie und Funktionen in N-facher Ausprägung). Schon seit längerer Zeit fertig entwickelt, wurde das Concept Car im Jahr 2008 zur Wiedereröffnung des BMW-Museums vorgestellt. Die fahrbare Studie ist mit einem dehnbaren silbernen Stoff überzogen – und ähnelt einem Z4 der Baureihe E89 (2002 bis 2008.) Die revolutionäre Stofftechnik der Studie hat bisher keinen Serienstatus erreicht – ähnlich könnte es dem Zelt-Caravan gehen. Den für den Anhänger entwickelten Stoff möchte The North Face allerdings in seiner kommenden Herbstkollektion anbieten.

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