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Brembo Sensify: Bremsentechnik von morgen

Brembo Sensify Bremsentechnik von morgen

Brembo hat mit Sensify die Bremse der Zukunft vorgestellt. Die neue Bremsentechnik kombiniert "Brake by Wire" mit KI und klassischer Hydraulik.

Die hydraulisch angesteuerte Scheiben- oder auch Trommelbremse hat sich im modernen Automobilbau über Jahre etabliert. Bremsenspezialist Brembo sieht aber noch Potenzial, mit neuer Bremsentechnik vor allem die Reaktionszeit deutlich zu reduzieren und damit kürzere Bremswege zu realisieren. Unter dem Titel Sensify haben die Italiener jetzt diese neue Technologie vorgestellt, an der sie seit bereits zehn Jahren entwickeln.

Die Elektronik steuert

Sensify kombiniert Brembos aktuelles Produktportfolio aus Bremssätteln, Scheiben und Bremsbeläge mit digitaler Technologie und künstlicher Intelligenz, um eine flexible Plattform zu schaffen, die mit Software, Vorhersagealgorithmen und Datenmanagement das Bremssystem digital steuert. Dabei arbeitet an der Vorderachse ein klassisches Hydrauliksystem, das elektrisch angesteuert wird. An der Hinterachse unterstützt eine rein elektromechanische Bremsanlage. Neu sind die elektronischen Komponenten. Das herkömmliche Bremspedal steuert keinen hydraulischen Bremskreislauf mehr, sondern einen Aktuator, der die Pedalbewegung in einen Bremsvorgang übersetzt. Die Signale des Aktuators verarbeiten dabei zwei Steuergeräte – für jede Achse eines. An der Vorderachse steuert die Elektronik eine Hydraulikeinheit, die dann via herkömmlicher Bremsleitung den Bremssattel ansteuert. An der Hinterachse wird direkt ein elektrischer Stellmotor an der Bremszange angesteuert. Für den Fahrer und sein Bremsgefühl soll sich dabei nichts ändern.

Brembo Sensify
Brembo
Das Sensify-System im Überblick.

Tritt er ins Pedal, so erkennt die Elektronik den Bremswunsch und leitet ihn unter Einbeziehung aller fahrrelevanten Daten (und vorausschauenden Algorithmen) an die Bremssättel weiter. Der eigentliche Bremsvorgang wird dann innerhalb von nur 100 Millisekunden eingeleitet. Die Bremskraft kann dabei jedem Rad selektiv zugewiesen werden. Bei kleineren Autos kann das Sensify-Bremssystem auch an der Vorderachse mit rein elektromechanischen Sätteln ausgelegt werden. Für größere Autos ist aufgrund der notwendigen Bremskraft für die höhere Masse der hydraulische Zwischenschritt notwendig, weil die Stellmotoren nicht die notwendige Kraft aufbringen.

Weniger Reibung, weniger Verbrauch, mehr Reichweite

Die Ansteuerung über Stellmotoren bringt auch den Vorteil, dass die Bremsbeläge nicht mehr dauerhaft an der Bremsscheibe anliegen wie bei hydraulischen Systemen. Ohne Reibung sinkt so auch der Belagverschleiß sowie der erzeugte Abrieb. Weniger Reibung bedeutet aber auch weniger Fahrwiderstand was wiederum den Verbrauch reduziert und bei E-Autos die Reichweite erhöht.

Das Sensify-System gibt aber auch den Autobauern mehr Entwicklungsfreiheit, da die Systemkomponenten viel freier im Fahrzeug platziert werden können. Auch lassen sich Anpassungen, beispielsweise bei behindertengerechten Umbauten, leichter vornehmen, da die Bremse nicht zwingend an ein Pedal gebunden ist. Auch künftige autonom fahrende Autos profitieren von dieser Technologie – denn wo kein Fahrer ist, braucht man auch kein Bremspedal für eine funktionierende Bremse. Zudem erlaubt die elektronische Bremsansteuerung auch verschiedene Brems-Modi, wie man sie aktuell schon von Fahrprogrammen kennt. Jeder Fahrer könnte sich so beispielsweise sein Pedalgefühl konfigurieren. Auch Over-the-Air-Updates sind möglich, so dass das Bremssystem immer auf dem aktuellsten Stand ist.

Ab 2024 in Serie

Auf die Straße kommen soll das Brembo Sensify-Bremssystem voraussichtlich ab 2024. In Autos welcher Marke wollen die Italiener noch nicht verraten. Bei der Vorstellung des Systems setzte Brembo jedenfalls auf Autos von Tesla.

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Fazit

Brembo setzt bei seinem Sensify-Bremssystem auf eine reine by-Wire-Steuerung. Das System soll schneller reagieren, kürzere Bremswege erlauben und zudem umweltfreundlicher im Betrieb sein.

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