Porsche Taycan, Illustration Porsche

Die Technik-Highlights 2019

Technik, die uns 2019 begeistert hat

Dass der Wankelmotor als kleiner Range Extender zurückkommt, war sicher eine der überraschendsten Technik-Vorstellungen des Jahres. Aber es gab noch viel mehr: vom bezahlbaren e-Up bis zum luxuriösen Taycan, vom sparsamen Erdgas-VW bis zum starken Mercedes-Reihensechser mit 48-Volt-System, vom einzigartigen Mazda-Skyactiv-X-Motor bis zu futuristischen Cockpit-Studien.

Bezahlbare Elektroautos

Müssen E-Autos immer so teuer sein? Nö, meinte der VW-Konzern und stellte seine Einstiegsmodelle VW Up, Seat Mii und Skoda Citigo auf Elektroantrieb um.

Seat Mii Electric, Exterieur
Volkswagen

Im Wagenboden steckt eine 36,8-kWh-Lithium- Ionen-Batterie, die für 260 km WLTP-Reichweite sorgen soll. Abzüglich des Skoda-Bonus und der staatlichen Förderung gibt es den Citigo dann ab 16.570 Euro. Doch nur der Up wird weiterhin als günstiger Kleinwagen mit Benzinern ab 60 PS schon für 10 750 Euro angeboten, zudem wahlweise mit CNG-Motor.

Neue Batteriewerke

Die meisten Batterien für E-Autos kommen noch immer aus China und Südkorea, beide Länder verwenden zumeist CO2-reichen Kohlestrom. Das ruiniert die Klimabilanz eines E-Autos schon vor dem Start.

Batteriewerk, Innenraum
Volkswagen

Abhilfe schaffen können aber die neuen Fabriken, die VW mit Northvolt in Salzgitter und BMW mit CATL bei Erfurt baut. Das verkürzt die Transportwege, und zur Produktion soll nur sauberer Strom verwendet werden. CATL will ab Ende 2022 produzieren, Northvolt wohl erst ab 2023.

VW Twindosing

So sauber war ein Diesel noch nie. Das schafft VW mit einem doppelten SCR-Katalysator am 2.0-TDI-evo-Motor: ein Kat direkt am Motor, der zweite weiter hinten im Abgassystem. Damit lassen sich die Stickoxide vor allem bei hoher Last um nochmals 80 Prozent gegenüber dem Vorgängermotor reduzieren.

VW Twindosing, Motor
Volkswagen

Mercedes verwendet eine ähnliche Technik mit zwei SCR-Kats, um den Vorzeigediesel OM 654 auf sehr niedrige NOX-Werte zu bringen. Sie liegen weit unterhalb von 80 mg/km, dem Grenzwert der Euro-6d-Norm. Mit dieser Abgastechnik ist der effiziente Selbstzünder absolut zukunftsfähig.

Porsche Taycan

Klar, dass der Taycan auch in unseren Rückblick gehört. Für Porsche bedeutet der coupéhafte Viertürer nicht weniger als eine Revolution, denn er ist das erste Elektroauto der Marke in Serie. Dabei steigt Porsche von ganz weit oben in die Thematik ein, das Spitzenmodell Turbo S kostet 185.456 Euro.

Porsche Taycan, Illustration
Porsche

Die beiden Synchron-E-Maschinen produzieren 850 oder sogar 1.050 Newtonmeter, der Supersportler ist knapp fünf Meter lang und 2,3 Tonnen schwer. Die mächtige Kraft bringt er über alle viere auf den Asphalt, und wenn es sein muss, sprintet er in 9,8 Sekunden auf Tempo 200. Atemberaubend!

Mercedes-Forschungsfahrzeug ESF

Versuchsträger zur Erforschung neuer Sicherheitstechnologien haben bei Daimler eine lange Tradition. Seit den frühen 1970er-Jahren hat Mercedes mehr als 30 Versuchsfahrzeuge zur Erforschung künftiger automobiler Sicherheitssysteme gebaut.

Mercedes-Forschungsfahrzeug ESF, Exterieur
Mercedes-Benz

Mit dem neuesten Exponat, dem ESF 2019, zeigt die Marke ganz neue Ideen. Unter gut einem Dutzend Innovationen sind dabei sowohl seriennahe Entwicklungen als auch solche, die weit in die Zukunft reichen (bei Unfall versenkbare Pedale, HD-Licht). Das ESF 2019 basiert auf dem neuen GLE Plug-in-Hybrid, der in vielen Situationen vollautomatisiert fahren soll.

Mercedes Experimental-Sicherheitsfahrzeug, Exterieur
Tech & Zukunft

3-D-Cockpit

Die 3-D-Anzeige kommt. Damit der Fahrer die Informationen mehrdimensional ohne 3-D-Brille erfassen kann, spaltet eine Folienbeschichtung (Parallaxenbarriere) die Lichtimpulse auf, um dem Fahrer die diversen Bildinformationen pro Auge gleichzeitig darstellen zu können.

3-D-Cockpit, Interieur
Bosch

Je nach Hersteller sollen sich die Intensitätsstufen des 3-D-Effekts nach persönlichen Vorlieben anpassen lassen. Als Hauptanwendungsfall sehen Conti und Bosch das Hervorheben von Warnungen für den Fahrer. Weitere Szenarien sind eine realistischere Darstellung von Parkkamerabildern oder Navigationsanzeigen, die speziell in eng bebauten Innenstädten intuitiver verständlich sein sollen. Bei Bosch sind die Entwicklungsarbeiten für das Display bereits abgeschlossen, ein erster Serieneinsatz könnte ab etwa 2022 erfolgen.

Mazda Range Extender

Mazda entwickelt einen E-Antriebs-Baukasten mit einer Motorleistung von 105 kW und 265 Nm sowie einem Wankelmotor als möglichem Range Extender.

Mazda Range Extender, Motor
Mazda

Das laufruhige, rund 100 kg schwere Aggregat kann im Ladebetrieb oft mit konstanter Drehzahl laufen und wird so kaum zu hören sein. Darüber hinaus gelten diese Rotationskolbenmotoren als vielstofffähig, sie können neben Benzin oder Diesel auch mit Erdgas und Wasserstoff gefüttert werden. Eine preiswerte Alternative zur teuren Brennstoffzelle?

ZF-Baukasten-Hybridgetriebe

Plug-in-Hybride sind mächtig auf dem Vormarsch, denn sie helfen den Herstellern, die ab 2021 strengen CO2-Grenzwerte von 95 g/km einzuhalten.

ZF-Baukasten-Hybridgetriebe, Getriebe
ZF

ZF hat nun sein Achtganggetriebe HP8 um eine Elektromaschine erweitert, die sich platzsparend um den Drehmomentwandler integrieren lässt. Alle wichtigen Komponenten befinden sich nun im Getriebe, sogar die Leistungselektronik. Je nach Ausführung kann der E-Motor zwischen 24 und 160 kW leisten, eignet sich so für sehr viele Fahrzeuge mit Längsmotor als Mild- oder Plug-in-Hybrid. BMW und Fiat haben bereits bestellt, wollen ab 2022 die ersten Fahrzeuge mit dem neuen ZF-Hybridgetriebe bringen.

VW-Erdgasmotor

Benziner mit VTG-Turbolader sind selten, Erdgasmotoren mit dieser Aufladung erst recht. VW macht das jetzt im Golf Variant mit dem 1,5-Liter-TSI. Problemlos lassen sich so 100 km mit 3,5 kg Erdgas schaffen. Die Kosten dafür: 4 Euro.

VW-Erdgasmotor, Illustration
Volkswagen

Und sauber ist der CNG-Golf auch – er emittiert etwa 25 Prozent weniger CO2. Noch mehr Öko geht, wenn Biomethan oder e-Gas getankt wird. Das verträgt er auch. Sauber.

Opel Corsa

Endlich nimmt sich ein Hersteller des stetig zunehmenden Übergewichts der Autos an.

Opel Corsa, Exterieur
Opel

Opels neuer Corsa ist nicht nur schick, sondern auch 100 kg leichter als sein Vorgänger geworden – nicht zuletzt dank der neuen PSA-Plattform. So wiegt die Basisversion nur noch 980 kg. Das gelingt vor allem durch hochfeste Stahlsorten im Karosseriebau sowie leichtere Motoren und Sitze. Ein weiteres Technik-Highlight des neuen Corsa: das Voll-LED-Matrixlicht, das sonst nur in höheren Autoklassen für Durchblick sorgt.

Opel Corsa LED-Matrixlicht, Exterieur
Opel

Dabei passt sich der Lichtkegel automatisch und blitzschnell den momentanen Verhältnissen an, garantiert so stets beste Ausleuchtung. Und das, ohne andere zu blenden.

Mazda Skyactiv-X

Mazda hat mit dem neuen Skyactiv-X-Motor dem Benziner ein neues Zündverfahren beigebracht. In einem weiten Betriebsbereich gelingt es dem Zweilitermotor, im sehr sparsamen Selbstzündungsmodus zu arbeiten. Das klappt durch hohe Verdichtung, kontrollierte Aufladung und eine per Zündfunken gestartete, aber homogen ablaufende Verbrennung.

Mazda Skyactiv-X, Motor
Mazda

In ersten Tests konnte der Mazda seine erstaunliche Ökonomie unter Beweis stellen, ohne aber die hohe Energieeffizienz eines Diesel zu erreichen.

Abbiegeassistenz

Continental Abbiegeassistenz, Exterieur
Continental

Unfälle zwischen Autos und Fußgängern oder Radlern haben oft schwere Folgen. Das können Abbiegeassistenten verhindern. Mit Continentals neuem 77-GHz-Nahbereichsradar können nun auch Bewegungsrichtungen und Geschwindigkeiten der erfassten Objekte präzise erkannt werden. Wird eine gefährliche Situation identifiziert, gibt der Abbiegeassistent ein optisches und akustisches Warnsignal und bringt das Auto – wenn nötig – per Notbremsung zum Stillstand, bevor es knallt.

Continental Abbiegeassistenz, Produkt
Continental

Der Abbiegeassistent soll schon ab 2022 in den Pflichtkatalog der Euro-NCAP-Sicherheitsszenarien aufgenommen werden.

Mercedes-Sechszylinder

Schön, dass es das noch gibt: einen Reihensechszylinder-Motor, der den bisherigen V6 ersetzt, fit für die Zukunft mit vielen Optionen der Elektrifizierung.

Mercedes-Sechszylinder, Motor
Mercedes-Benz

M 256 heißt der Dreiliter-Benziner mit integriertem 48-Volt-Startergenerator ISG, optional mit E-Booster-Turbo von BorgWarner für ordentlich Druck ganz tief im Drehzahlkeller und fit für die Hybridisierung, beispielsweise im S 500 oder im GLE.

Yamaha Ténéré 700

Manche Motorräder stecken tief im Wettrüsten um Leistung und Elektronik-Gimmicks. Das hat Yamaha nun umgekehrt.

Yamaha Ténéré 700, Exterieur
Yamaha

Die neue Ténéré, Wiedergeburt einer Legende, hat nur das Nötigste an Bord – weder TFT, Smartphone-Anbindung noch diverse Fahrmodi oder sonstiges Gedöns. Hier ist sie, die neue Leichtigkeit des Seins und die Reduktion aufs Wesentliche – aufs Fahren.