Virtual Reality im Auto

Transparentes Cockpit verhindert tote Winkel

2/2019, Fraunhofer IOSB Foto: Fraunhofer IOSB

Volle Durchsicht für die Vermeidung von Unfällen durch Gefahren im toten Winkel. Am Fraunhofer IOSB will man mit Virtual Reality für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Autos früher einmal übersichtlicher waren. Kleine Fenster und breite Dachsäulen, die das Design bestimmen, sorgen für weniger Ausblick. Einparksensoren mit akustischer und optischer Warnfunktion helfen, Rundumsichtkameras und Parklenkassistenten sind die logische Konsequenz.

Trotz aller Helferlein bleiben noch uneinsehbare Bereiche, sogenannte tote Winkel, übrig. Vor allem beim Rangieren und Abbiegemanövern von Lkw führen sie oft zu schweren Unfällen, wenn zum Beispiel ein Radfahrer an einer Kreuzung übersehen wird.

Das Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) möchte diese Gefahren mit Hilfe von Virtual Reality minimieren. Im Rahmen einer Forschungsarbeit wurde in Zusammenarbeit mit der MAN-Tochter Rio ein neues Assistenzsystem entworfen, das bei Rangiermanövern von Lkw zum Einsatz kommen könnte. Auch der Einsatz in Pkw wurde simuliert und getestet.

Im Studienaufbau senden Stereokameras am Fahrzeug ihre Informationen an eine Virtual-Reality-Brille, die der Fahrer aufhat. Die erweiterte Darstellung der Realität lässt Dachsäulen und Blechflächen in der Brillenansicht unsichtbar werden. Somit werden Hindernisse erkannt, die sonst im toten Winkel verborgen geblieben wären.

Hindernisse werden eingefärbt

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Ein Algorithmus analysiert die Kameraaufnahmen und erkennt die Richtung und die Geschwindigkeit, in der sich die Hindernisse oder das eigene Auto bewegen. Je nach Gefahr färbt die Software die Hindernisse dann in der virtuellen Sicht des Fahrers orange oder rot ein. Die Färbung ist zur Unfallvermeidung unabdingbar, wie ein Versuch mit 15 Probanden am Fraunhofer IOSB gezeigt hat. Erst dadurch wurden die Entfernungen von den Testpersonen korrekt eingeschätzt.

Die aktuelle Technologie mit klobigen Virtual-Reality-Brillen ist keineswegs praktikabel. Sollten sich Inhalte auch auf Brillen darstellen lassen, die im Gewicht und Format einer herkömmlichen Sehhilfe entsprechen, glaubt das Institut an Chancen für die Technik.

Dass man eine erweiterte Darstellung der Realität auch noch praxistauglicher ins Auto integrieren kann, zeigte Land Rover bereits vor fünf Jahren. In der Studie Vision Discovery wurde erstmals die scheinbar durchsichtige Motorhaube angekündigt, bei der Bilder von Kameras auf ein Head-up-Display projiziert werden. Im neuen Range Rover Evoque geht das System in Serie.

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