9/2019 MAHLE E-Fuels Mahle

Zulieferer vor vielfältigen Herausforderungen

E-Fuels als Kraftstoffalternative

Der Zulieferer Mahle hat, eigenen Angaben zufolge, die von ihm entwickelten Komponenten und Filter für Verbrennungsmotoren auf die Verträglichkeit synthetischer Kraftstoffe getestet. Die Ergebnisse sind vielversprechend.

Neben den Autoherstellern stellt der Wandel von Mobilitätskonzepten und Antriebsformen auch die Zulieferer vor große Herausforderungen. Viele Komponenten und Technologien werden dort erdacht und entwickelt, bevor sie von den Autobauern adaptiert werden.

Da ist es auch für die Zulieferer wichtig, sich breit aufzustellen und sämtliche Möglichkeiten in für die jeweiligen Baugruppen in Betracht zu ziehen. Das gilt auch für das Stuttgarter Unternehmen Mahle, wo neben Komponenten für Klimaanlagen und Elektroantriebe auch Teile für Verbrennungsmotoren entstehen, darunter Kolben und Ventile.

Flüssige und gasförmige Kraftstoffe

Hier sieht sich Mahle bereit für den Einsatz von synthetischen Kraftstoffen. Einer Unternehmensmeldung zufolge sind alle Motorkomponenten und Filter für den Einsatz von verschiedenen E-Fuels getestet worden, darunter Beimischungen in Benzin und Diesel sowie Dimethylcarbonat (DMC), Oxymethylenther (OME) für den Nutzfahrzeugbereich und e-Methan als Alternativen dazu.

„Durch die Beimischung von E-Fuels können unmittelbar hohe Einsparpotenziale gehoben werden. Das kann bei einer Anrechenbarkeit der entscheidende Schritt zur Erreichung der auf EU-Ebene festgeschriebenen 37,5 Prozent CO2-Einsparung gegenüber 2021 sein“, sagt Dr. Otmar Scharrer, Leiter Forschung und Vorausentwicklung bei Mahle. „Unsere Versuche zeigen, dass bereits heute viele der geprüften Motorkomponenten und Filter von Mahle für die Beimischung von E-Fuels bereit sind. Damit geben wir unseren Kunden (den Autoherstellern, Anm. d. V.) die Mittel an die Hand, um diese Potenziale zu heben.“

In seinen Versuchsreihen hat das Unternehmen auch überprüft, ob die Motoren den E-Fuels standhalten, wenn Beimischungsverhältnisse außerhalb von existierenden Kraftstoffnormen getankt werden. Probleme traten nicht auf. Mahle geht davon aus, dass man bis zu 20 Prozent der Kraftstoffmenge bei der Einspritzung in existierende Verbrennungsmotoren durch synthetische Alternativen ersetzen kann.

Im Gegensatz zu elektrifizierten Antriebssträngen von batterieelektrischen Autos oder Fahrzeugen mit Brennstoffzelle können auch viele Bestandsfahrzeuge synthetische Kraftstoffe tanken. Damit könnten sich Vorgaben zur Reduzierung von CO2-Emissionen kurzfristiger erreichen lassen als mit der Konzentration auf Ersatzanschaffungen.

Fazit

E-Fuels haben sich bislang noch nicht durchsetzen können. Wenn es der Industrie gelingt, klimafreundliche Alternativen für Verbrennungsmotoren zu etablieren, lassen sich Klimaziele schneller erreichen. Zulieferer und Hersteller dürften davon angetrieben werden, Arbeitsplätze in der Motorenentwicklung und -produktion zu erhalten.

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