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Bundesweites Schnellladenetz (HPC)

1.000 staatliche Supercharger

Weil der flächendeckende Ausbau der Lade-Infrastruktur nicht so schnell vorankommt wie gedacht, holt die Bundesregierung jetzt den ganz großen Förder-Hammer raus. Gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium (BMVI) bereitet die bei der staatlichen Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH) angesiedelte Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur die Ausschreibung eines riesigen Schnell-Ladenetzwerks vor.

Im Arbeitspapier zu den Ausschreibungsunterlagen nehmen die Experten der Nationalen Leitstelle kein Blatt vor den Mund. "Trotz Fördervorgaben und Mindeststandards der Ladesäulenverordnung ist der Kunde mit Insellösungen, hoher Unzuverlässigkeit, uneinheitlichen Informationen und zahlreichen unterschiedlichen Nutzerschnittstellen konfrontiert!” Und: "Für den erfolgreichen Markthochlauf von E-Fahrzeugen bedarf es aber einer (vorausschauend und skalierbar) bedarfsgerechten, bundesweit flächendeckenden und nutzerfreundlichen Ladeinfrastruktur (LIS)”.

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Der Bund baut selbst!

Bundesweit und flächendeckend, das klingt nicht nach einer dynamischen Umsetzung. Genau darum geht es aber. Spätestens im vierten Quartal 2020 soll die europaweite Ausschreibung starten und nach rund 8 Monaten abgeschlossen sein. Ziel: 1.000 Standorte mit einer mindestens zweistelligen Anzahl von Ladepunkten. Wichtig: Anders als bisher geht es bei dieser Ausschreibung nicht darum, Fördergelder an Unternehmen auszuschütten, die sich dann die lukrativsten Standorte für Ladepunkte herauspicken. Jetzt lässt der Staat über die NOW GmbH direkt bauen. Und zwar mit dem Ziel, bundesweit ein flächendeckendes Schnellladenetz zu etablieren.

Ladesäulen bundesweit
Bundesnetzagentur
Vor allem im Nord-Osten hat das Ladenetz bundesweit noch riesige Löcher. Dagegen will der Bund jetzt vorgehen und ein eigenes Ladenetz mit 1000 Superchargern bauen.

Die wichtigsten Rahmenbedingungen im Überblick:

  • Der Bund baut, wird aber nicht selbst Betreiber der Ladeeinrichtungen werden. Langfristige Verträge mit Betreibern gewährleisten Planungssicherheit.
  • Neben einem flächendeckenden Ausbau legt der Bund großen Wert maximale Mindestverfügbarkeiten und die attraktive Ausstattung der neuen Standorte (Toiletten, usw.)
  • Bei der Ausschreibung stehen Schnellladesäulen (High Power Charging) im Vordergrund. Leistung pro Ladepunkt: mindestens 150 kW.
  • Der Bund wird als Ergebnis der Ausschreibung mehrere Betreiber auswählen.
  • Da der flächendeckende Betrieb einer Schnelllade-Infrastruktur erst mittel- oder langfristig wirtschaftlich sein kann, gleicht der Bund die Verluste der Betreiber aus. Das macht es möglich, auch dauerhaft wenig lukrative Standorte, die aber aus Nutzersicht zwingend benötigt werden, aufzubauen.
  • Ausgeschrieben wird die Rolle des Betreibers von Ladeeinrichtungen (Charge Point Operator – CPO), nicht die Rolle des Mobilitätsanbieters (E-Mobility Provider – EMP). Allen Mobilitätsanbieter und Spontan-Ladern muss der Zugang diskriminierungsfrei und zu gleichen Konditionen ermöglicht werden.
  • Der Bund wird für den Aufbau eigene Flächen zur Verfügung stellen. Zusätzlich können perspektivisch auch private Grundstücke genutzt werden, wenn sie geeignet und langfristig gesichert sind.
  • Der Aufbau der Ladeinfrastruktur erfolgt langfristig: Er wird durch die Ausschreibung in einer ersten Phase bis zum Jahr 2030 abgesichert. In einer angestrebten zweiten Phase will der Bund dafür sorgen, dass die Ladepunkte auch nach Auslaufen der Verträge zu nutzerfreundlichen Bedingungen verfügbar bleiben.

Fazit

Gut möglich, dass genau diese geplante Ausschreibung zum entscheidenden Impuls für die massenhafte Verbreitung der Elektromobilität wird. Weil es darum geht, eine leistungsfähige Lade-Infrastruktur für alle aufzubauen und nicht nur dort, wo mit besonders viel Verkehr und damit besonders hohen Umsätzen zu rechnen ist. Wichtig sind auch die entsprechenden Preisvorgaben für die Betreiber. Damit sollten Preiskämpfe wie zuletzt bei Ionity der Vergangenheit angehören.

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