Carsharing von BMW und Daimler

Neues Joint Venture könnte "Jurbey" heißen

Car2go Flotte Foto: Daimler

Schon 2016 gab es erste Gerüchte. Jetzt ist es offiziell: BMW und Daimler fusionieren ihre Mobilitätsdienstleistungen in einem neuen Joint Venture. Dazu gehören auch DriveNow und Car2go. Jetzt liegen alle Genehmigungen vor, auch der Name scheint festzustehen.

Neue Zeiten erfordern neues Denken. Plötzlich ist es für ehemals erbitterte Rivalen auch kein Problem mehr, gemeinsame Sache zu machen. BMW und Daimler haben, wie bereits seit Längerem spekuliert wurde, die Zusammenlegung ihrer Geschäftseinheiten für Mobilitätsdienste bekanntgegeben. Das neue Joint-Venture wird zu jeweils 50 Prozent im Besitz von BMW und Daimler sein. Hier werden alle Aktivitäten in den Bereichen Carsharing, Ride Hailing, Parkplatzsuche und -buchung sowie Batterieladelösungen gebündelt.

Heißt das Carsharing-Joint-Venture „Jurbey“?

Car2Go-Chef Olivier Reppert im Moove-Podcast Moove (5): Olivier Reppert, Car2Go Sorgt Carsharing für mehr Verkehr, Herr Reppert?

Die bekannten Carsharing-Marken DriveNow (BMW) und Car2go wurden dazu zuvor von den jeweiligen Autoherstellern komplett übernommen, bisher waren die Autovermieter Sixt (DriveNow) und Europcar (Car2go) zu jeweils 50 Prozent beteiligt. Auch bekannte Marken wie die Taxi-App MyTaxi von Daimler und ParkNow von BMW werden Teil des neuen Gemeinschaftsunternehmens, für das nun auch ein Name im Raum steht. Eine Quelle sagte der Internetseite „The Drive“, dass es „Jurbey“ heißen soll. BMW und Daimler kommentierten den Namen bislang allerdings nicht.

Für den Kunden soll sich vorerst nichts ändern, alle Marken – also auch die beiden Carsharing-Angebote – bleiben bestehen. Gemeinsam wollen BMW und Daimler aber neue Mobilitätsdienste und auch die Elektromobilität schneller vorantreiben. Es ist davon auszugehen, dass die Flotten von DriveNow und Car2go zu einem größeren Teil elektrifiziert werden, als dies bisher der Fall war.

Die Partner wollen Elektromobilität fördern

„Mit dieser Allianz erleichtern wir unseren Kunden den Einstieg in die emissionsfreie Mobilität der Zukunft“, erklärt Harald Krüger, die Vorstandsvorsitzende von BMW. Gleichzeitig gibt er eingefleischten Fans beider Marken Entwarnung: „Im Wettstreit um die besten Premium-Fahrzeuge bleiben wir Wettbewerber.“

Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG, setzt auch große Hoffnungen in den Zusammenschluss: „Als Pioniere des Automobilbaus werden wir nicht anderen das Feld überlassen, wenn es um die urbane Mobilität der Zukunft geht. Um ein einzigartiges, nachhaltiges Ökosystem für urbane Mobilität zu entwickeln, wollen wir unsere Expertise und Erfahrung bündeln.“

Für den Kunden kann das Joint Venture von BMW und Daimler viele Vorteile bieten. Ein Geschäftsreisender muss nur eine Karte mitführen, um Carsharing zu nutzen, eine Anmeldung genügt für das bargeldlose Bezahlen von Parkplätzen oder einer Taxifahrt.

Kartellbehörden genehmigen die Fusion

10/2018, UZE Mobility StreetScooter UZE Mobility Das Google-Prinzip beim Carsharing

Nachdem erst die zuständigen Ämter in Europa und jetzt auch die US-Wettbewerbsbehörde dem Zusammenschluss zugestimmt hat, beginnen BMW und Daimler mit der Planung des zukünftigen Angebots.

Im ersten Quartal 2019 soll das neue Unternehmen die nächsten Schritte vorstellen. Klar ist, dass die bestehenden Angebote zusammengefasst werden, darunter das Carsharing mit aktuell vier Millionen Kunden bei Car2Go und DriveNow, die mehrstufige On-Demand-Mobilität von moovel und ReachNow, die unter anderem Mietfahrräder, die Taxiapp MyTaxi und Abrechnungssysteme für den Nahverkehr umfasst, Ridehailing und Parkplatzdienstleistungen wie ParkNow. Auch der Zugang zu Ladesäulen und die zentralisierte Abrechnung des Fahrstroms wird Teil des Angebots.

Mehr Elektroautos in der Flotte

Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zur Folge will DriveNow nach einer Kundenumfrage jetzt die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte vorantreiben. Aktuell sind 940 von 6.700 Autos des Anbieter mit Elektroantrieb unterwegs. Eine Voraussetzung für mehr Elektroautos in den Städten ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Mit der Stadt Hamburg hat BMW den Angaben zufolge eine Vereinbarung treffen können. Die Stadt errichtet um Jahr 2019 1.000 neue öffentlich zugängliche Ladepunkte, BMW erhöht die Zahl der elektrischen i3 im Carsharing von 200 auf 550 Exemplare. Der Vorstoß in der Hansestadt darf als Blaupause für andere Städte gelten.

Sixt X als Antwort

Autovermieter Sixt, bislang Partner von BMW bei DriveNow, hat jetzt den neuen Geschäftsbereich Sixt X gegründet. Darin sollen alle New Mobility – Projekte des Unternehmens zusammengefasst werden.

Im ersten Schritt soll Sixt X, das vom langjährigen Sixt-Manager und früheren DriveNow-Geschäftsführer Nico Gabriel geleitet wird, den Vermietungsprozess digitalisieren. Darauf aufbauend will Sixt letztendlich eine „integrierte Mobilitätsplattform“ ins Leben rufen. Dass Sixt hierbei auch den Aufbau eines eigenen Car Sharing – Dienstes im Visier hat, gilt Branchenkennern als sicher. In seiner Funktion als Leiter von Sixt X berichtet Nico Gabriel direkt an Alexander Sixt, Vorstand für Strategie und Organisation.

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