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Problemfall Carsharing

Wenig Nachfrage und unwirtschaftliche Angebote

Carsharing ist in aller Munde, doch das Marktpotenzial scheint kleiner zu sein, als bislang angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney.

Wie die Studie von A.T. Kearney zeigt, gibt es in Deutschland derzeit beispielsweise nur vier Millionen Menschen und damit nur knapp fünf Prozent der Bevölkerung, die für die Nutzung von Carsharing-Autos in Frage kommen würden. Weder bestehen die Voraussetzungen in den Städten, noch sind Kunden bereit, auf das eigene Auto zu verzichten. Auch in anderen europäischen Ländern ist das Bild ähnlich.

Die Studie zum Carsharing-Markt zeigt zudem, dass regelmäßiges Carsharing zu Lasten des öffentlichen Nahverkehrs geht, am Besitz des eigenen Pkw ändert es nichts. Vielmehr wird es als komplementärer Service gesehen – das eigene Auto schätzen die Befragten der Studie vor allem wegen seiner permanenten Verfügbarkeit und der damit einhergehenden persönliche Freiheit. Carsharing verfehlt damit auch das von der Politik verfolgte Ziel, nachhaltigen Verkehr in den Städten zu stärken.

Carsharing wirtschaftlich kaum darstellbar

In lediglich elf Städten bestehen mit entsprechender Größe und Bevölkerungsdichte aktuell überhaupt die Voraussetzungen, Carsharing-Dienste wirtschaftlich erfolgreich anzubieten. Den Nutzern geht es beim Carsharing vor allem um Kostenersparnis und Flexibilität – für Anbieter, die wie BMW oder Mercedes im Premiumsegment erfolgreich sind, also ein schwieriges Businessmodell. Für die Autobauer wird sich ein Sharing-Dienst erst dann lohnen, wenn sie es schaffen, die positiven Nebeneffekte zu nutzen. Dazu gehören z.B. der Ausbau von Markenimage und Kundenbeziehung. Gerade bei einer jüngeren Zielgruppe, die alternativen Mobilitätsangeboten häufig offener gegenübersteht, kann sich das langfristig auszahlen. Wichtig für die anderen Anbieter wird zukünftig sein, eng mit den Städten zusammenzuarbeiten, um Carsharing in den ÖPNV zu integrieren, anstatt mit ihm zu konkurrieren.

Gerade einmal ein Prozent der Carsharing-Mitglieder nutzen das Angebot täglich, ein Drittel von ihnen ein bis zwei Mal im Monat. Dass das eigene Auto im Straßenverkehr langfristig durch Sharing-Angebote ersetzt wird, zeichnet sich also derzeit noch nicht ab.

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