Sixt Share Charsharing 2019 Sixt / ams

Künstliche Intelligenz berechnet Minutenpreis

Carsharing-Dienst Sixt Share kostet individuell

Sixt hat einen eigenen Car-Sharing-Dienst gestartet. Die Preise von Sixt Share werden von einer künstlichen Intelligenz individuell berechnet. So kommen Nutzer im Nobel-Viertel eventuell teurer weg.

Dank der künstlichen Intelligenz (KI) hinter dem Preissystem, seien Kunden von Sixt Share immer zum günstigsten Preis unterwegs, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens zum neu gelaunchten Car-Sharing-Dienst. Stellt sich die Frage: Günstigster Preis in Relation wozu? Zum Neuwagenkauf? Der Mondlandung? Zur Shoppingtour mit einer Oligarchen-Tochter? Tatsächlich ist die Relation zur Dauer gemeint, denn Sixt Share lässt Autovermietung und Carsharing im Prinzip zu einem Dienst verschmelzen. Bedeutet: Es gibt einen Tages- und einen Minutenpreis. Sollte der Minutenpreis im gefahrenen Zeitraum den aktuellen Tagespreis übersteigen, berechnet die KI dem Kunden den günstigeren Preis.

Erhöhter Preis vor dem Designer-Laden

Wichtig im vorangegangenen Satz ist das Wörtchen „aktuell“ – denn die Preisfindung orientiert sich bei Sixt Share nach einer Vielzahl von Faktoren in Echtzeit. „Wer aus einem Chanel-Laden auf der Maximilianstraße läuft, bekommt wahrscheinlich einen höheren Preis als jemand, der aus einem Outlet-Geschäft kommt“, erklärte Stategievorstand Alexander Sixt gegenüber der Welt. Was aber, wenn ich in besagtem Chanel-Laden nur die Scheiben geputzt habe, und dort nicht zum Einkaufen war, fragen wir uns. Und überhaupt: Steht es einem Carsharing-Anbieter zu, Social Profiling zu betreiben? Es könne übrigens auch für iPhone-User teurer werden, als für jemanden, der die Sixt-App auf einem Android-Gerät aufruft, schreibt die Welt weiter. Klingt ein bisschen unverschämt und wäre in Zeiten der Datenschutz-Grundverordnung vielleicht auch mit einem besonders wachen Auge zu betrachten.

Auf Nachfrage erklärt Julia Hoffstaedter aus der Sixt Corporate Communications-Abteilung allerdings: „Die Preise können in Abhängigkeit der zeitlichen und örtlichen Nachfrage variieren – egal ob das Preismanagement manuell oder durch Hilfe von künstlicher Intelligenz durchgeführt wird. Personenbezogene Daten, wie zum Beispiel das Betriebssystem eines Smartphones, spielen für die aktuelle Preisermittlung keine Rolle.“

Sixt Share Charsharing 2019
Sixt / ams
Zurückgeben können Sie die Autos des Carsharing-Dienstes an den Geschäftsstellen von Sixt. Oder Sie stellen den Wagen einfach irgendwo im Geschäftsgebiet ab.

Nachdem Sixt den Sharing-Dienst bisher nur in Berlin und Hamburg anbietet, soll noch im ersten Halbjahr 2019 München als dritte Stadt folgen. Die Partnerschaft mit BMW DriveNow hatte man nach deren Zusammenschluss mit Daimler beendet. Was Sixt Share von den Mitbewerbern unterscheidet, ist die Tatsache, dass es kein eingegrenztes Geschäftsgebiet gibt. Man kann sich also auch in Berlin ein Auto mieten, und dieses dann in München zurückgeben. Beziehungsweise auch an jeder Sixt-Station, die auf dem Weg irgendwo dazwischen liegt, oder Sie stellen den Wagen irgendwo in der Stadt ab, in der Sie ihn geliehen haben. Das Unternehmen will mit dem Angebot Sixt Share die Fahrzeugflotte effizienter nutzen, indem die Mietwagen so auch für kürzere Zeiträume zur Verfügung gestellt werden.

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