Mercedes auf dem Mobile World Congress

CLA-Cockpit wird zum Gaming-Zimmer

02/2019, Super TuxKart im Mercedes CLA Foto: Daimler AG

Gesteuert wird mit dem Lenkrad und je schneller man fährt, umso heftiger bläst die Luft aus den Düsen: Auf dem MBUX-Bildschirm lassen sich bald Videogames spielen. Einen Vorgeschmack liefert in Barcelona „Super TuxKart“ im Mercedes CLA.

Mercedes steigt mit dem CLA in den Motorsport ein. Nicht in die DTM oder in die VLN-Langstreckenmeisterschaft. Eher in der Kategorie, die gerne in Kinderzimmern praktiziert wird. Es geht um bunte Comic-Rennspiele im Stile von „Mario Kart“, die fortan nicht nur daheim am Monitor gedaddelt werden sollen, sondern auch im Auto. Wie so etwas aussehen könnte, demonstriert Mercedes gerade auf dem Mobile World Congress mit dem neuen CLA.

„Super TuxKart“ auf dem MBUX-Bildschirm

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In Halle 6 des Messezentrums in Barcelona kann nach Herzenslust „Super TuxKart“ gespielt werden. Das ist ein Gratis-Game für Desktop-Computer und mobile Endgeräte, das Nintendos Original zumindest grafisch sehr nahe kommt. Gelenkt wird mit dem CLA-Volant, beschleunigt und gebremst mit dessen Pedalerie, die Extrafunktionen wie Driften oder Schießen befehligt man mit den Schaltwippen. Wenn man einen virtuellen Crash hat, verengt sich der Sicherheitsgurt. Sobald das Rennen startet, wechselt die Ambientebeleuchtung von Rot auf Grün. Und je schneller man unterwegs ist, umso mehr Luft kommt aus den vorderen Düsen – als sei es der Fahrtwind. Indem das Spiel die Hardware des Autos nutzt, soll es selbst intensiver erlebt werden können – und damit mehr Spaß machen als zum Beispiel auf dem kleinen Smartphone-Monitor.

Zu sehen ist das Spielgeschehen auf dem rechten Bildschirm des MBUX-Infotainment-Systems. Aber genau das ist auch eine Schwierigkeit, schließlich muss man immer leicht nach rechts blicken, um das Geschehen zu verfolgen. Und aus der Entfernung ist der CLA-Monitor dann doch etwas klein dimensioniert. Dennoch ist so ein Spielchen natürlich eine wunderbare Möglichkeit, sich die Zeit zu vertreiben. Etwa wenn man im Auto auf jemanden wartet oder Minuten bis Stunden im Stau totschlagen muss. Während der Fahrt ist das Spiel selbstverständlich deaktiviert – sicher ist sicher.

Die Nvidia-Chips zeigen, was sie können

02/2019, Super TuxKart im Mercedes CLA Foto: Daimler AG
Der Schriftzug "MBUX Gaming Experience" verspricht nicht zuviel: Das Spiel verwendet die Original-Hardware des CLA.

Natürlich ist diese Videogame-Simulation etwas mehr als eine, nun ja, Spielerei. „Wir wollten zeigen, wie performant unsere Serien-Hardware schon ist“, sagt Benjamin Oberkersch, bei Mercedes Sprecher für Digitalisierung und IT. „Super TuxKart“ läuft nämlich auf den normalen MBUX-Komponenten und zeigt, was die darin verbauten Prozessoren und Grafikanwendungen des Spezialisten Nvidia können. „Wir wurden oft gefragt, warum wir die Chips eines so teuren Anbieters gewählt haben – den Grund dafür zeigen wir auf dem Mobile World Congress“, sagt Oberkersch.

Hinzu kommt, dass Daimler das MBUX-System offen ausgelegt hat. Externe Software-Entwickler können ihre Programme also perfekt an diese Infotainment-Hardware anpassen. Das können Videospiele sein, aber auch ganz andere Anwendungen. Wer auch immer meint, seine Software müsse an Bord eines Mercedes verfügbar sein, kann sich um einen Platz auf dessen Festplatte bewerben. Mercedes entscheidet dann, was ins Auto kommt und was nicht. Und es wird gar nicht so lange dauern, bis das tatsächlich passiert. Innerhalb des kommenden Jahres soll es soweit sein.

MBUX-System öffnet sich für Software-Entwickler

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Das dies nicht zwangsläufig zur Serienausstattung gehört, dürfte klar sein. Natürlich läuft alles auf ein ähnliches Geschäftsmodell hinaus wie bei Smartphones und Tablets: Nachdem der Kunde die Hardware gekauft hat – in diesem Fall ein Auto -, kann er sich online jene digitalen Anwendungen dazu buchen, die er möchte; genau wie in den App Stores. Die Software-Entwickler verdienen dabei ebenso Geld wie der Autohersteller, und der Nutzer kann seinen Wagen digital individualisieren und ein Stückchen weiter zum rollenden Wohnzimmer machen.

Über eine erste konkrete Anwendung sei man bereits mit einem Anbieter in Gesprächen, sagt Oberkersch. Dabei soll man aus dem Auto heraus über das Infotainmentsystem Essen bestellen und bezahlen können, dass direkt bei der Ankunft schön warm und lecker duftend zuhause auf einen wartet. Allerdings bleibt dies vorerst auf China beschränkt und soll anfangs in einem Pilotversuch getestet werden.

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