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Nissan Hang Out
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Nissan plant Elektro-SUVs, -Cabrio und -Pick-up

Nissan investiert 15,5 Milliarden Elektro-SUV, -Cabrio und -Pick-up

Nissan setzt komplett auf Elektromobilität und investiert bis 2030 viel Geld. Außerdem stellen die Japaner vier Elektroauto-Studien vor.

Nissan bezeichnet sich selbst als Elektroauto-Pionier und tatsächlich waren die Japaner mit dem seit 2010 in Serie gebauten Elektro-Kompaktauto Leaf früh dran. Allerdings lässt Tesla mit seinem Innovationsdruck und seiner Strahlkraft inzwischen auch Elektroauto-Pionier Nissan recht alt aussehen. Die Japaner haben das erkannt und stellen mit Milliardeninvestitionen die Weichen in Richtung Elektrozukunft. Einen konkreten Ausblick auf kommende Modelle zeigt Nissan anhand von vier neuen Elektrostudien.

15 neue Elektroautos bis 2030

15,5 Milliarden Euro investiert Nissan bis 2030 in den Umbau seines Konzerns – das meiste Geld fließt in die Elektromobilität. Bis dahin möchten die Japaner 15 neue Elektroautos auf den Markt bringen, hinzu kommen acht elektrifizierte Fahrzeuge. Im Jahr 2030 sollen Elektroautos mehr als 50 Prozent des Gesamtabsatzes von Nissan ausmachen. In Europa sollen bereits 2026 75 Prozent des Gesamtabsatzes auf elektrifizierte Modelle entfallen, während für den US-Markt 40 Prozent, und das auch erst im Jahr 2030, angepeilt sind. Japan und China sollen bis 2026 mit 55 beziehungsweise 40 Prozent dabei sein.

Kein Kobalt, neue Feststoff-Akkus

Technische Details von Nissans Elektro-Zukunftsplänen sind die Einführung von kobaltfreien Lithiumionen-Batterien, die Entwicklung einer firmeneigenen Feststoff-Batterie, der Aufbau eines globalen Batterieliefersystems und die Einführung von Mobilitätsdiensten. Kobaltfreie Batterien sollen unter anderem bei der Kostensenkung helfen. Bis zum Jahr 2028 sollen die Preise für eine Kilowattstunde Speicherkapazität auf 67 Euro sinken – später sollen sogar 58 Euro möglich sein. Aktuell beträgt der Preis noch zirka 80 Euro. Bei 58 Euro wäre eine Kostengleichheit zwischen Elektroautos und Benzinern erreicht, frohlocken die Nissan-Verantwortlichen.

Nissan EV-Technology-Vision
Nissan
Dank einer Gewichtsverteilung von 50 zu 50 Prozent zwischen vorn und hinten sollen auf der neuen Nissan-Skateboard-Plattform basierende Fahrzeuge besonders agil sein.

130 Gigawattstunden pro Jahr

Sowohl kobaltfreie Akkus als auch Feststoffbatterien (All-Solid-State-Batteries – ASSB) baut Nissan ab 2024 in seinem Pilotwerk nahe der Firmenzentrale im japanischen Yokohama. Bis zum Geschäftsjahr 2026 soll die globale Batterie-Produktionskapazität auf 52 Gigawatt-Stunden steigen, 2030 sollen dann bereits 130 Gigawattstunden zusammenkommen.

Mobilitätsdienste und Serien-Lidar

Konkrete Angaben zu seinen künftigen Mobilitätsdiensten macht Nissan aktuell noch nicht. Wahrscheinlich arbeiten die Japaner an Car- und Ridesharing-Angeboten auf Basis von Elektrofahrzeugen. Außerdem möchte Nissan die autonomen Fähigkeiten seiner Fahrzeuge ausbauen und bis 2030 sämtliche Modelle mit einem Lidar-System (Light detection and ranging – System zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung) ausrüsten. Aktuell setzen viele Hersteller bei der Technologie zum autonomen Fahren auf Lidar-Systeme – Tesla-Chef Elon Musk hingegen lehnt die Technik als zu teuer ab.

Nissan Hang Out
Nissan
Der Innenraum des Hang Out lässt sich durch ein Vorzelt-Dach erweitern - die Abwesenheit einer B-Säule ermöglicht zudem eine große seitliche Fahrzeugöffnung.

Klimaneutral bis 2050

Seine Entwicklungen möchte Nissan über EV-Kompetenzzentren vorantreiben. Das erste dieser Zentren steht bereits im britischen Sunderland, weitere Zentren sollen in Japan, China und den USA folgen. Ein System zum Batterie-Recycling soll in Europa bereits 2022 und in den USA bis 2025 etabliert sein – in Japan arbeitet Nissan bei der Wiederaufbereitung von Akkus seit Jahren mit der Firma 4R Energy zusammen. Um seine Elektro-Zukunftsprojekte stemmen zu können, möchte Nissan 3.000 weitere Mitarbeiter für Forschung und Entwicklung einstellen. Bis 2050 möchte Nissan dann nur noch Produkte anbieten, die über ihren gesamten Lebenszyklus klimaneutral sind.

Neue leichte Skateboard-Plattform

Für seine Elektrozukunft entwickelt Nissan eine neue Plattform, auf der vielfältige Modelle möglich sind. Wie viele andere Hersteller auch setzt Nissan in Zukunft auf eine sogenannte Skateboard-Plattform. Zwischen den Achsen des Skateboards soll eine Feststoff-Batterie sitzen. Jede Achse ist für die Montage von Antriebsmotoren geeignet – die Gewichtsverteilung der nach Herstellerangaben ultraleichten Konstruktion soll 50 zu 50 Prozent zwischen vorn und hinten betragen. Algorithmen zu sogenannter Künstlicher Intelligenz (KI), also zu maschinenbasiertem Lernen, sollen während der Fahrt die Präzision und die Agilität verbessern. Basierend auf der neuen Skateboard-Plattform hat Nissan jetzt mit dem Hang Out, dem Surf Out und dem Max Out drei neue Elektrostudien vorgestellt, während der Chill Out noch auf der bekannten CMF-EV-Plattform basiert.

Nissan Surf Out
Nissan
Ungewöhnlich ist beim Surf Out die Frontverkleidungs-Frontscheibe, die den Blick in den Fußraum des Surf Out freigibt.

Hang Out: Homeoffice-SUV mit Wohn-Innenraum

Der Nissan Hang Out sieht aus wie ein großes SUV. Laut Hersteller ist es mit einer Dämpfung ausgerüstet, die Vibrationen und Erschütterungen soweit mindert, dass das Auftreten einer Reisekrankheit unwahrscheinlich ist. Der Innenraum erinnert an ein Wohnzimmer, die vorderen Sitze lassen sich um 180 Grad drehen. Nissan verspricht für den Hang Out störungsfreies Arbeiten von unterwegs, der Innenraum lässt sich durch ein Vorzelt erweitern. Die Rücksitze sind leicht erhöht, damit die Fondpassagiere besser nach vorn herausschauen oder einen vor die erste Reihe projizierten Film schauen können. Der Innenraum des Hang Out ist sehr stark von dem des Renault Symbioz inspiriert, den Nissans Kooperationspartner 2017 auf der IAA vorgestellt hat.

Surf Out: Elektro-Pick-up mit Fußraum-Frontscheibe

Der Nissan Surf Out soll im aktuell schwer angesagten Segment der Elektro-Pick-ups wildern. Das Fahrzeug ist geländetauglich und folglich anscheinend mit Allradantrieb unterwegs. Die niedrige ebene Ladefläche erhöht den Nutzfahrzeugcharakter des Surf Out. Eine Besonderheit ist die als Fenster gestaltete Fahrzeugfront, hinter der der Surf-Out-Fußraum zu sehen ist.

Nissan Chill Out
Nissan
Der Chill Out basiert auf der CMF-EV-Plattform von Renault-Nissan und kann somit als seriennaheste der vier Studien gelten.

Chill Out: seriennahes SUV-Coupé

Der Chill Out basiert noch auf der aktuellen CMF-EV-Plattform (Common Module Family) von Renault-Nissan und ist somit seriennaher als seine auf der Skateboard-Plattform basierenden Studiengeschwister. Das SUV-Coupé hat glatte Oberflächen, in den Türen versenkte Griffe und fällt durch die Abwesenheit von Sicken und Kanten auf. Nissan verspricht für den Chill Out fortschrittliche Sicherheitstechnologien, ein hohes Komfortniveau und ein "anregendes" Interieur. Als Antrieb ist ein elektrischer Allradantrieb vorgesehen.

Nissan Max Out
Nissan
Der Max Out ist ein rein elektrisch angetriebenes Allrad-Cabrio.

Max Out: Sportwagen-Cabrio

Auch der Max Out ist mit einem Allradantrieb ausgerüstet – aber nicht, damit er auch in schwierigem Gelände vorankommt, sondern damit er auf Asphalt besonders viel Traktion hat. Der Max Out soll nämlich ein ultraleichtes und somit agiles Cabrio sein. Nissan verspricht ein dynamisches Kurvenverhalten, eine präzise Lenkung und minimierte Karosseriebewegungen, was dem Fahrer das Gefühl geben soll, eins zu sein mit dem Auto. Der Max Out ist als Zweisitzer ausgelegt, beide Sitze lassen sich im Boden versenken.

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Nissan Hang Out
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Nissan Chill Out
Chill Out
Nissan Max Out
Max Out

Fazit

Wer als Autohersteller in Zukunft überleben möchte, muss auf Elektromobilität setzten – das hat Nissan schon lange erkannt. Der Kompaktwagen Leaf war 2010 eines der ersten in Großserie hergestellten Elektroautos. Inzwischen ist Tesla in Sachen Elektroautos sämtlichen anderen Herstellern davongeeilt – und auch Nissan versucht den Vorsprung der Amerikaner aufzuholen. Dafür nehmen die Japaner bis 2030 15,5 Milliarden Euro in die Hand – Geld, das für die Erforschung von kobaltfreien Akkus, Feststoffbatterien und neuen Elektroplattformen gedacht ist.

Als ersten Hinweis auf neue Elektrofahrzeuge hat Nissan im Zuge seiner Zukunftspläne gleich vier Elektrostudien vorgestellt. Der Hang Out ist ein Homeoffice-Camping-SUV, dessen Wohnzimmer-Innenraum dem des Renault Symbioz ähnelt. Der Surf Out ist ein Elektro-Pick-up mit Allradantrieb – ein Fahrzeuglayout, das aktuell gerade in den USA schwer angesagt ist. Der Chill Out basiert noch auf der aktuellen CMF-EV-Plattform und kann somit als seriennah gelten: Er ist ein gefälliges Coupé-SUV, das besonders komfortabel sein soll. Und mit dem Max Out möchte Nissan Fans von leichten zweisitzigen Sportwagen ansprechen – auch für dieses Auto hat der Hersteller einen Allradantrieb vorgesehen.

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