Sarcos Robotics Guardian GT Sarcos Robotics

Raupen-Roboter Sarcos Guardian GT

Greifarm-Monster für ganz schwere Fälle

Der Sarcos Guardian GT scheint aus einem Science-Fiction-Film zu kommen. Ferngesteuert mit VR-Technik löst er echte Problemfälle.

Zu heiß, zu kalt, zu schmutzig oder einfach zu gefährlich: Es gibt viele Arbeiten, zu denen man nur ungerne Menschen aus Fleisch und Blut hinaus schickt. Die Technik aus Science-Fiction-Filmen wie „Terminator“ oder „Alien“ wird allmählich Realität, wie der Robotik-Spezialist Sarcos aus den USA unter Beweis stellt. Neuestes Projekt der Firma ist der Guardian ST, ein zweiarmiger Roboter mit Raupenlaufwerk und einer Fernsteuerung über Virtual-Reality-Ausrüstung.

Genau genommen ist der Guardian GT zwei Maschinen: Das Laufwerk, welches wahlweise mit Gas-, Diesel- oder Elektromotoren angetrieben werden kann, ist die Aufnahme für ein Exoskelett mit Greifarmen. Der Operator steuert die Arme mit entsprechender Fernbedienung und kann damit alle Armbewegungen sowie das Greifen der „Hände“ befehligen, informiert über die Kameras des Systems, deren Bilder auf eine VR-Brille übertragen werden.

Eine halbe Tonne Tragkraft

Sarcos Robotics Guardian GT
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Der Bediener kann auch kilometerweit entfernt sein, um den Guardian zu steuern

Bis zu 500 Kilo kann der Guardian GT heben und zusätzlich praktisch alle Maschinen bedienen, die auch ein Mensch bedienen könnte. So kann vor Ort mit dem Trennschleifer geschnitten oder Teile zusammengeschweißt werden, selbst mit einer Motorsäge kommt der Guardian ST klar. Montieren, demontieren oder nach einer Havarie in unsicherer Umgebung aufräumen – kein Problem für den Guardian. Durch die VR-Steuerung kann der Operator auch aus mehreren Kilometern Entfernung alle Arbeitsschritte durchführen. Die Art der Steuerung ist so intuitiv, dass im Gegensatz zu einer komplexen Baumaschine kaum Ausbildungszeit für den Operator anfällt.

Sarcos sieht den Einsatzord des Guardian GT unter anderem im Schiffs- und im Kraftwerksbau, wo durch die hohe Kraft des Roboters schwere Arbeiten in Minutenschnelle erledigt werden könnten. Der Guardian GT ist allerdings nur eines der spannenden Projekte von Sarcos. Ein weiteres ist der Guardian S: Dieser acht Kilo leichte Roboter besteht aus zwei Raupenlaufwerken vorne und hinten, die mit einem beweglichen und steuerbaren Mittelteil verbunden sind. Der Sarcos kann so auch seitwärts wandern, sich abrollen oder selbst Treppenstufen überwinden. In erster Linie ist der Sarcos S als Inspektionsroboter vorgesehen, um beispielsweise Rohrleitungen zu überprüfen.

Sarcos Robotics Guardian GT

3:04 Min.

Vollends Science-Fiction wird es schließlich mit dem Guardian XO: Unter diesem Namen produziert Sarcos ein Exoskelett zum „anziehen“: Der Anwender steigt in einen Roboter, der die Arm- und Beinbewegungen entsprechend umsetzt. Schon wird aus dem braven Büro-Arbekter ein Superman, der 100-Kilo-Gewichte heben kann. Nur 30 Sekunden dauert es, in den Guardian XO einzusteiegn und loszulegen, auch hier soll die Trainingszeit minimal sein, weil die Maschine einfach die natürlichen Bewegungen des Nutzers nachführt.

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