2/2019, LKW Autobahn Pixabay

Studie zum Einsatz von LNG bei Schiffen und Lkw

Weniger Treibhausgase durch flüssiges Erdgas

Nikola Motors und Tesla sind die schillernden Sterne unter den Firmen, die elektrische Lkw für den Fernverkehr ankündigen. Es gibt aber auch schon Lastwagen mit E-Antrieb, die bereits auf der Straße sind, unter anderem von etablierten Herstellern wie Daimler. Hyundai will noch in diesem Jahr die Serienversion eines Brennstoffzellen-Trucks vorstellen, auch Nikola Motors arbeitet an dieser Technologie. Lange Ladezeiten und ein begrenzter Radius bis zum nächsten Ladestopp sind bei Nutzfahrzeugen im regionalen Verteilerverkehr praktikabel, nicht aber bei schweren Lkwfür die Langstrecke. Hier dürfte noch länger kein Weg an der Tankstelle vorbeiführen, sei es eine Wasserstoffsäule oder Diesel.

Der Mineralölkonzern und Tankstellenbetreiber Shell füttert die Diskussion um klimafreundliche Kraftstoffe, insbesondere um verflüssigtes Erdgas (LNG, Liquefied Natural Gas). Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Technischen Universität Hamburg (TUHH) wurde eine Studie mit dem Titel „Verflüssigtes Erdgas – Neue Energie für Schiff und Lkw?“ veröffentlicht.

Großes LNG-Potential in der Schifffahrt

Nikola Semi Elektro-Truck Lkw
E-Auto

Die Forschungsarbeit kommt zu dem Ergebnis, dass ich bis zum Jahr 2040 132 Millionen Tonnen an Treibhausgas-Emissionen einsparen lassen, wenn weltweit 6.000 große Schiffe mit LNG statt mit Schweröl betrieben werden. Eine entsprechende Umrüstung von 480.000 Lkw in der EU könnte für eine Reduktion von bis zu 4,7 Millionen Tonnen sorgen.

Dr. Jörg Adolf, Chefvolkswirt von Shell, denkt vor allem an die Wasserwege: „Wir sehen in der Seeschifffahrt für LNG großes Potential. Dies gilt im Besonderen für Containerschiffe, die aufgrund ihres hohen Leistungsbedarfes vergleichsweise hohe Kraftstoffverbräuche haben. Passagierschiffen kommt eine Pionierfunktion zu. Wenn LNG Schweröl ersetzt, bieten sich hohe Emissionsvorteile“.

DLR-Verkehrsexperte Dipl.-Ing. Andreas Lischke hofft auf eine Verbreitung von klimaneutralem Bio-LNG: „Im Straßengüterverkehr eignet sich LNG insbesondere für schwere Lkw als Alternative für Dieselkraftstoff. Um hohe Emissionseinsparungen zu erreichen, wird hier jedoch LNG aus erneuerbaren Energien wie etwa Bio-LNG benötigt“.

Kaum vorhandendes Tankstellennetz

Der Studie zufolge könnten mit dem Einsatz von LNG mit einem 30-prozentigen Bioanteil im Schwerlastverkehr die Emissionen um weitere 20 Prozent gesenkt werden. Einer schnellen Durchsetzung von LNG steht die noch nicht vorhandene Infrastruktur im Weg. Im direkten Vergleich wirkt sogar die Zahl von 60 aktiven Wasserstofftankstellen in Deutschlandwie ein Massenphänomen.

Shell betreibt aktuell neun LNG-Tankstellen in Deutschland, den Niederlanden und in Belgien. Im Laufe des Jahres sollen hierzulande vier weitere Standorte dazukommen. „Mittelfristig“ sollen 39 Bio-LNG-Anlagen entlang europäischer Hauptverkehrsachsen zwischen Spanien und Polen errichtet werden, zehn davon auf deutschem Boden.

LNG wird bei einer Temperatur von -162 Grad aus klassischem Erdgas oder Biogas verflüssigt. Im flüssigen Zustand wird es zum jeweiligen Bestimmungsort transportiert, wo es wieder in einen gasförmigen Zustand gebracht werden und in das Erdgasnetz eingespeist werden kann. Alternativ kann es mit starker Kühlung auch direkt als flüssiger Kraftstoff getankt werden.

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