10/2019, MVG U-Bahn München MVV GmbH

Sixt kooperiert mit Münchner Verkehrsbetrieben

Von der U-Bahn ins Auto

In München kooperiert der Autovermieter Sixt mit den Verkehrsbetrieben. An ausgewählten U-Bahn-Stationen kann man aus dem Zug in einen Mietwagen umsteigen.

Der Autovermieter Sixt war Joint-Venture-Partner von BMW beim Car Sharing unter der Marke DriveNow und damit durchaus einer der Wegbereiter bei neuen Mobilitätsangeboten.

Das klassische Vermietungsgeschäft steht unter Druck. Geschäftsreisende bevorzugen je nach Verbindung vermehrt die Bahn für Langstrecken und nutzen die Zeit im Zug zum Arbeiten. Der Mietwagen wird dann erst vor Ort nötig, um zum Termin zu fahren. Aber auch nur dann, wenn vor Ort kein Car Sharing oder andere Angebote wie Ride Hailing oder Mieträder (Mit-)Fahrgelegenheiten bieten.

Den innerstädtischen Verkehr umgeht man auch gut mit dem öffentlichen Nahverkehr. Hier sieht Sixt Anknüpfungspunkte, um Kunden für seine Mietwagen anzusprechen. Ein Modellversuch in München eröffnet virtuelle Mietstationen an drei U-Bahn-Stationen und Norden und Westen der bayerischen Landeshauptstadt, eine vierte Station kommt in Kürze hinzu.

Miete über die App

Über eine Smartphone-App lässt sich, zum Beispiel aus dem Zug heraus, bis zu 30 Minuten vor dem gewünschten Fahrtantritt ein Auto mieten. Vor Ort lotst die Navigation den Kunden dann zum Fahrzeug, dass über NFC (Near Field Communcation) mit dem Smartphone geöffnet werden kann. Diesen Prozess kennen der Vermieter und die Kunden bereits vom Car Sharing.

Für den MVV (Münchner Verkehrs-Verbund) stellt die Zusammenarbeit mit Sixt eine Erweiterung seines Kundenangebots dar. Wolfgang Großmann, Geschäftsführer der für die Parkplätze verantwortlichen P+R GmbH, erklärt: „Wir entwickeln unsere P+R Anlagen gezielt zu Mobility Hubs, indem wir unterschiedliche Formen der Mobilität verknüpfen. Herkömmlich verbindet Park-and-Ride die Straße mit der Schiene für den Verkehr Richtung Zentrum. Mit diesem neuen Konzept eröffnen sich zusätzliche Möglichkeiten (…). So können PKW-Kilometer im Stadtgebiet effektiv eingespart werden.“

Vor allem für längere Fahrten ins Umland, verbunden mit einem geschäftlichen oder privaten Termin, dürfte das Mietmodell interessant sein, da sich Car Sharing bei längeren Mietdauern deutlich verteuert. Ein Flottenbetreiber wie Sixt kann zudem die eigenen Auto zum Teilen in der Innenstadt vorhalten.

Fazit

Die Verknüpfung von öffentlichem Nahverkehr und einem Mietwagenangebot dürfte vor allem Geschäftsreisende ansprechen. Wenn die Konditionen stimmen, könnten U-Bahn und Co damit auch für diese Zielgruppe interessanter werden. Der Autovermieter kann gleichzeitig seine Flotte auslasten. Es dürfte nicht lange dauern, bis dieses Modell auch in anderen Städten an den Start geht.

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