Blue Moon Weltraumfrachter Blue Origin

Blue Moon soll zum Mond

Amazon-Chef präsentiert Weltraumfrachter

Jeff Bezos verantwortet nicht nur die Geschicke des Online-Versandhändlers Amazon, sondern hat auch die Weltraumfirma Blue Origin gegründet. Die soll in fünf Jahren zum Mond fliegen und arbeitet dafür mit der NASA zusammen.

Es gibt ja Leute, die der Ansicht sind, Amazon strebe die Weltherrschaft an. Weit gefehlt. Denn Amazon denkt längst über die Grenzen der Erde hinaus. Zumindest trifft das auf Jeff Bezos zu, Gründer und Chef des Online-Händlers. Bezos ist nämlich nicht nur für Amazon verantwortlich, sondern hat auch das Raumfahrtunternehmen Blue Origin gegründet. Das wiederum stellte nun nach gut zweijähriger Entwicklung seinen ersten Weltraumfrachter namens Blue Moon vor.

Blue Moon kann aktuell 3,6 Tonnen transportieren

Wie der Name des Geräts bereits suggeriert, will Bezos damit den Mond ansteuern. Allerdings nicht einfach so. Er plant, große Teile der Industrie auf den Erdtrabanten auszulagern. Dieser sei aufgrund seiner geringen Schwerkraft dafür ein viel besserer Ort als die Erde, erklärte Bezos bei der Präsentation des Blue Moon. Das Ziel wäre demzufolge, auf dem Mond Waren zu produzieren, die dann von Blue Moon zur Erde transportiert werden. In seiner jetzigen Entwicklungsphase kann der Weltraumfrachter Firmenangaben zufolge Ladung von bis zu 3,6 Tonnen transportieren. Oder vier Fahrzeuge, die die Mondoberfläche erkunden können. Eine Version mit 6,5 Tonnen Zuladung sei bereits in Planung. Auch Menschen sollen damit zwischen Erde und Mond hin- und hertransportiert werden können.

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Sehr sinnvoll. Die Menschen wären blöd, sich nur auf die Erde zu limitieren.
Völliger Quatsch. Auf der Erde gibt es schon genug zu tun.

Blue Origin hat eigenen Angaben zufolge bereits eine ganze Triebwerksfamilie für Raumfahrzeuge entwickelt. Im Blue Moon kommt die BE-7-Version zum Einsatz, die eine Kraft von mehr als 40 Kilonewton entwickeln soll. Als Treibstoff nutzt sie eine Kombination aus flüssigem Sauerstoff und flüssigem Wasserstoff. Im Sommer soll das Triebwerk, das Blue Origin anderen Raumfahrtunternehmen zum Kauf anbieten möchte, erstmals gezündet werden.

Gegengeschäft mit der NASA

„Wir müssen zum Mond zurückkehren – aber diesmal, um zu bleiben“, sagt Bezos. Das korrespondiert gut mit dem aktuellen Ziel der US-Regierung, die bis 2024 wieder Menschen zum Mond schicken will. US-Vizepräsident Mike Pence sagte Ende März, die NASA solle „dieses Ziel mit allen Mitteln erreichen“. Bezos will bei dem Vorhaben mithelfen. „Ich liebe dieses Ziel“, sagt der Amazon-Chef. Um es zu erreichen, arbeitet er seit vergangenem Jahr mit der US-Raumfahrtbehörde zusammen. Blue Origin soll die Landesysteme für die Mondoberfläche entwickeln. Im Gegenzug soll die NASA technische Analysen liefern und Informationen über potenzielle Landeplätze auf dem Mond weitergeben.

Fazit

Jeff Bezos hat Blue Origin, Tesla-Chef Elon Musk hat SpaceX. Ja, den großen Vordenkern der Tech-Welt wird es auf der Erde allmählich zu eng. In den sozialen Medien liefern sich Bezos und Musk schon jetzt einen kleinen Schlagabtausch. Ob den großspurigen Ankündigungen je Taten folgen werden und sich – vielleicht noch viel wichtiger – daraus profitable Geschäftsmodelle entwickeln lassen, wird die Zukunft zeigen. Interessant zu beobachten ist das Rennen um die Vorherrschaft im Weltraum allemal.

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