7/2019 VW IT InCar Volkswagen

VW Car.Software

Weniger Abhängigkeit von Google und Co.

Die neue Entwicklungsabteilung für IT-Lösungen und Software soll für den Volkswagen-Konzern die Abhängigkeit von externen Tech-Riesen verringern. Trotzdem dürfte der Autobauer auch in Zukunft mit Apple und Google kooperieren.

Der Volkswagen-Konzern baut, wie im Juni angekündigt wurde, eine neue IT-Einheit mit dem Namen „Car.Software“ auf. Perspektivisch sollen 5.000 Mitarbeiter in der neuen Abteilung an Softwarelösungen und Betriebssystemen arbeiten. Über 60 Prozent aller Software will der Autokonzern in Zukunft im eigenen Haus entwickeln.

Damit möchten die Wolfsburger auch die Abhängigkeit von externen Tech-Riesen wie Google reduzieren. Die Google-Mutter Alphabet drängt mit voller Kraft in den Automobilbereich. Waymo, ein nach dem Self-Driving-Car-Projekt aus Google ausgegliedertes Unternehmen, gilt als Technologieführer beim autonomen Fahren. Gleichzeitig freuen sich die Autohersteller über einen neuen Großkunden. Waymo hat bei Chrysler und Jaguar insgesamt 82.000 Fahrzeuge für den Einsatz in Roboter-Shuttle-Flotten bestellt. Konkurrent Uber nutzt Volvo als Zulieferer für Autos.

Android Automotive vor dem Start

Schon heute ist die Integration von Smartphones über die Schnittstellen Apple CarPlay und Android Auto für viele Autokäufer eines der wichtigsten Ausstattungselemente. Viele Autohersteller sind zudem Teil der Android Automotive Alliance für den Einsatz des Betriebssystems in der Fahrzeugsoftware. Volvo bringt als erster Autohersteller Modelle mit dem neuen Android Automotive Interface.

Mit der neuen IT-Einheit will Volkswagen auch im Softwarebereich eigenständiger werden. Funktionen und Updates des Betriebssystems sollen, jeweils adaptiert für die einzelnen Konzernmarken, in den eigenen Reihen entwickelt und ausgespielt werden. Für die Entwicklung autonom fahrender Autos hat VW im Rahmen seiner Kooperation mit Ford Investments in das US-Start-up Argo AI angekündigt.

Das Smartphone wird aus dem Alltag der Menschen und damit auch der Autofahrer nicht so schnell verschwinden. Deswegen erscheint es unwahrscheinlich, dass selbst ein großer Konzern wie Volkswagen sich der Zusammenarbeit mit Apple und Google verschließt, es dürfte weiterhin die Möglichkeit der Smartphone-Integration geben. Denn auch VW hat Interesse daran, seine Kunden mit einem digitalen Ökosystem überall hin zu begleiten.

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