VW ID.3 Fahrbericht Benjamin Brodbeck

Allianzen mit Batteriezulieferern

VW sichert sich Zellen und peilt Festkörper-Akku an

Der ID.3 ist der Startschuss für die Elektroautooffensive von VW und den Konzernmarken. Zur Sicherstellung ausreichender Batteriekapazitäten vertieft der Konzern die Allianzen mit Zulieferern aus China und Korea.

Der Volkswagen-Konzern ist in den Startlöchern für die große Elektroauto-Strategie, die auf der IAA im September 2019 mit der Premiere des ID.3 beginnt. Auf dem eigens entwickelten Baukasten folgen in kurzen Abständen weitere Modelle von VW und der Konzernmarken Audi, Seat und Skoda. Auch auf der IAA zeigt Porsche den elektrischen Taycan.

Im Jahr 2030 will der Konzern bereits 22 Millionen Elektroautos gebaut haben und damit in bisher nicht gekannte Größenordnungen vordringen. Der Knackpunkt dabei, das zeichnet sich schon heute ab, dürfte die Verfügbarkeit von Batterien sein. Viele Kunden sind angesichts langer Lieferzeiten aktueller Elektroautos frustriert. Auf einen Hyundai Kona Elektro muss man teils über ein Jahr warten, auch der Kia e-Niro ist kaum verfügbar. Tesla scheint die Sache aktuell besser im Griff zu haben, das Model 3 ist nach Unternehmensangaben innerhalb weniger Wochen beim Kunden.

Lithium-Ionen-Akkus und Festkörperbatterien

VW will nichts dem Zufall überlassen und Kunden nicht mit Lieferzeiten hinhalten, wenn sie sich zum Kauf eines Elektroautos entschlossen haben. Mit dem schwedischen Unternehmen Northvolt, an dem sich der Konzern mittlerweile beteiligt hat, soll in Salzgitter eine eigene Batteriezellfertigung entstehen. Dort sollen bis zum Jahr 2025 neben Lithium-Ionen-Akkus auf Festkörperbatterien entstehen.

Gleichzeitig vertieft der Autohersteller aber auch die Allianzen mit Batterieherstellen, da die eigene Fertigung den großen Bedarf nicht vollständig decken kann. Stefan Sommer, Konzernvorstand für das Ressort Komponente und Beschaffung, hat entsprechende Pläne gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt.

Partner in China und Korea

Mit den Batterieherstellern Samsung SDI, SKI, LG Chem und CATL will der Konzern strategische Partnerschaften für ein Einkaufsvolumen eingehen, das insgesamt 50 Milliarden Euro umfasst. Schon im Jahr 2025 planen die Wolfsburger mit einem Batteriebedarf von 150 Gigawattstunden in Europa und weiteren 150 Gigawattstunden für den chinesischen Markt. Nur fünf Jahre später, im Jahr 2030, sollen sich diese Zahlen verdoppeln.

VW will den Zulieferern dabei auch finanziell unter die Arme greifen, damit die Produktionskapazitäten aufgebaut werden können. Reuters zitiert VW-Vorstand Sommer: „Bei herkömmlichen Komponenten ist es so, dass Zulieferer diese Bauteile an andere Autohersteller verkaufen können, wenn VW weniger Bedarf anmeldet. Aber wenn es um die Elektromobilität geht, wissen wir alle: Wenn es bei VW nicht funktioniert, dann auch bei anderen nicht.“

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Die wenigsten Menschen können in der Tiefgarage ein E-Auto laden.

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