BMW 7er, Heckleuchte BMW

Ersatzteile wohl nur für neue Autos günstiger

Hintertürchen im neuen Designrecht

Mit originalen Ersatzteilen verdienen die Hersteller gutes Geld. Eine Änderung im Designrecht soll jetzt Fremdherstellern das Nachbauen sichtbarer Ersatzteile erlauben. Allerdings könnte eine im Gesetz vorgesehene Übergangsfrist daraus eine sehr zähe Angelegenheit machen.

Die Reparatur sichtbarer Karosserieteile könnte bald deutlich günstiger werden. Die Bundesregierung hat am 15. Mai 2019 beschlossen, das Designrecht um eine Klausel zu ergänzen: Sichtbare Karosserieteile wie die Hauben und Stoßfänger an Front und Heck, die Kotflügel, die Außenspiegel, die Türen aber auch die Scheinwerfer sollen fremde Hersteller nachbauen und verkaufen dürfen. Die nachgebauten Ersatzteile sind aller Voraussicht nach erheblich günstiger zu haben als die Originalteile der Autohersteller. Bisher war der Nachbau sichtbarer Teile untersagt, da sich die Autohersteller auf einen gesetzlich verankerten Designschutz berufen konnten. Für diesen Designschutz gibt es jetzt Ausnahmen: Dient das Ersatzteil der Reparatur, entfällt der Schutz.

Allerdings scheint Justizministerin Katarina Barley (SPD) mit einer Ausnahme von der Ausnahme der Autoindustrie sehr weit entgegenzukommen: Autoteile, die bereits vor der Gesetzesänderung ihren Designschutz bekamen, sollen noch weitere 25 Jahre geschützt sein. Damit wären sichtbare Teile der 45 Millionen aktuell in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge bis mindestens 2044 von der Marktliberalisierung ausgenommen.

03/2014, Nissan Juke Facelift Genf, Außenspiegel
Nissan
Neue Ausnahmen vom Designschutz: Jetzt dürfen fremde Hersteller auch sichtbare Teile, wie beispielsweise Außenspiegel, nachbauen (im Bild ein Außenspiegel vom Nissan Juke).

Die Wirtschaftswoche vermeldet, dass Kunden, die ihr Fahrzeug nach Inkrafttreten des geänderten Designschutz-Gesetzes kaufen, von erheblichen Preissenkungen profitieren könnten. Gemeinsam mit dem Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) ermittelten die Wirtschaftsspezialisten, dass Fremdhersteller die Ersatzteile um bis zu 47 Prozent günstiger anbieten könnten als die Autohersteller. Grundlage der Auswertungen sind Daten aus Italien, den Niederlanden und Spanien, wo das Ersatzteilgeschäft bereits liberalisiert ist. Die „freien“ Ersatzteile aus diesen Ländern durften bisher weder nach Deutschland importiert, noch hier gehandelt oder von von Werkstätten eingebaut werden. Das dies trotzdem passiert, wurde von der Autoindustrie toleriert – wozu sie gesetzlich verpflichtet ist. Allerding gingen die Behörden selbst immer wieder gegen den illegalen Teilehandel vor.

Karosserieteile dürfen jetzt nachgebaut werden.: Ausgefallene Karosseriedesigns von Rain Prisk

Porsche Panamera Ute - Design-Konzept - Grafikkünstler Rain Prisk
Rain Prisk 1/44 Porsche baut seit 2002 SUV. Ziemlich erfolgreich. Design-Künstler Rain Prisk hat auf dem Computer eine weitere Nische für den Sportwagenbauer entdeckt: Auf Basis des Panamera entwirft er einen Pkw-Pickup. Sieht ziemlich cool aus, hat aber praktisch null Chance, in die Realität umgesetzt zu werden.
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Autoindustrie hält dagegen

Die Autoindustrie ist trotz der geplanten langen Übergangsfrist alles andere als begeistert: Der VDA (Verband der Automobilindustrie) weist darauf hin, dass der Designschutz eine Voraussetzung für Investitionen in Innovationen sei. Zudem sei der Schutz im Kampf gegen Produktpiraten notwendig. Als weiteres Gegenargument verweist der VDA darauf, dass nachgebaute Ersatzteile den Werterhalt und die Sicherheit des Fahrzeugs beeinträchtigen könnten.

Bisher handelt es sich bei den Änderungen zum Designschutz nur um einen Entwurf – der Bundestag muss das Gesetz noch beschließen. Es ist also offen, ob das Gesetzt überhaupt kommt und wenn ja, ob der Entwurf nicht noch geändert werden muss.

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Fazit

Die Autoindustrie ist sauer, schließlich hat sie auch schon immer gegen den Nachbau nicht sichtbarer Ersatzteile gekämpft. Verständlich, lässt sich doch mit dem Ersatzteilgeschäft sehr gutes Geld verdienen. Auf der anderen Seite ist der Kunde, der sich über neuen Wettbewerb freuen kann. Denn günstige Nachbauten könnten auch die Hersteller der Originalteile zu Preissenkungen ermuntern. Eine mögliche Übergangsfrist von 25 Jahren wäre aber extrem lang und würde das Ersatzteilgeschäft teilweise weiterhin zu einer Grauzone machen.

Dass Passgenauigkeit und Qualität auch beim nachgebauten Ersatzteil stimmen, ist wahrscheinlich nicht immer garantiert – hier muss der Kunde sich die Angebote genau anschauen und im Zweifel einen großen Bogen um windige Angebote machen. Originale Ersatzteile dürften nach wie vor einem besseren Wiederverkaufswert zu Gute kommen – der Kunde hätte die Wahl.

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