Aufladungskonzepte, SPA 10/15 Mercedes-Benz Cars
Aufladungskonzepte, SPA 10/15
Mercedes-AMG A 45 - Fahrbericht - Lausitzring
Aufladungskonzepte, SPA 10/15, Mercedes A 45 AMG
Aufladungskonzepte, SPA 10/15, Mercedes A 45 AMG
Mercedes-Benz A45 AMG 39 Bilder

Turbo, Biturbo, Triturbo, Kompressor & Co.

Welches Aufladungskonzept ist das beste?

Man mag es bedauern oder nicht, aber moderne Sportmotoren sind aufgeladen. Welches Konzept ist das beste? Wir haben geprüft, diskutiert und zwei kompetente Experten befragt - mit interessanten Ergebnissen.

Noch vor fünf Jahren hätte diese Story anders ausgesehen: Wir hätten V12 seziert, der Kolbenbeschleunigung beim V10 gehuldigt, Drehzahlgipfel beim V8 begrinst und ihren Motor-Rock beklatscht. Unwiederbringlich vorüber, die schöne Zeit? Ja, wenn man ein Sportauto als Neuwagen kauft. Ohne Aufladung geht heute gar nichts mehr. Schuld ist nicht die Überlegenheit der Aufladung an sich, die Sache wird von externen Faktoren getrieben:

Verbrauchszyklus als Triebfeder zum Wechsel auf Turbos

"Der NEFZ-Verbrauchszyklus ist die Triebfeder Nummer eins für den Wechsel auf Turbotechnik, da geht es um Verbrauch und Emissionen“, so Prof. Thomas Koch, Leiter des Instituts für Kolbenmaschinen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Zwar ist der NEFZ-Zyklus ein Auslaufmodell, aber die Stoßrichtung wird sich in Zukunft sogar noch deutlich verschärfen: Durch Themen wie Partikelfilter für direkt einspritzende Turbomotoren oder Real Driving Emissions (RDE) kommt zusätzlich Druck in die Angelegenheit - im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Rahmenbedingungen führen dazu, dass die Autohersteller beim Sportmotor auf Aufladung setzen müssen, weil sich dadurch der Wirkungsgrad und der spezifische Kraftstoffverbrauch, gemessen in g/kWh, über das Downsizing ebenso verbessern wie über das bessere Verbrauchsverhalten im Teillastbereich. Aus Sicht des Sportwagenfans kann man diesen Trend bedauern - die Entwicklung ist aber nicht aufzuhalten.

Turbomotoren mit Sauger-Merkmalen

Die klassischen Stärken des Saugmotors wie Drehfreude, Ansprechverhalten und Dosierbarkeit werden nach Einschätzung unserer KIT-Technikexperten Prof. Koch und Prof. Hans-Jörg Bauer, Leiter des Instituts für Thermische Strömungsmaschinen, sukzessive als Entwicklungsziele für aufgeladene Sportmotoren stärker priorisiert werden.

Aufladungskonzepte für Sportmotoren im Vergleich

Nur bei einem Punkt wird es schwierig: "Der Turbolader hat einen entscheidenden Nachteil: Das emotionale Sound-Erlebnis fällt unter den Tisch, weil der Turbo wie ein Schalldämpfer wirkt", so Prof. Hans- Jörg Bauer. Ob sich die Fans wohl auch mit den Segnungen des Sound Engineering werden anfreunden können? Und wo steht die Aufladungstechnologie für Sportmotoren heute?

Diverse Aufladungskonzepte auf dem Prüfstand

Um diese Frage zu beantworten, haben wir zehn sportlich motorisierte Fahrzeuge mit unterschiedlichen Aufladungssystemen (Turbo-Kompressor, Monoturbo mit wenig und viel Hubraum, Kompressor, Triturbo, Biturbo mit E-Verdichter und Biturbos mit aufsteigendem Hubraum) herausgepickt und durchgemessen.

Anschließend haben wir mit den beiden kompetenten Experten vom KIT die Konzepte diskutiert. Auf den folgenden Seiten stellen wir die Aufladungskonzepte im Detail vor, beschreiben Unterschiede und Gemeinsamkeiten und bewerten Vor- und Nachteile.

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