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Spoiler-Alarm - Messungen auf der Messe

Wer hat den breitesten Heckflügel?

Spoiler - wer hat den breitesten Foto: Gerd Stegmaier 47 Bilder
Auto Salon Genf 2018

Aerodynamiker halten sie für unabdingbar, auch wenn sie erst bei höheren Geschwindigkeiten Wirkung entfalten. Aber Spoiler haben auch eine kulturgeschichtliche Komponente, manchmal sogar eine humorisitische. In zahlreichen Filmen spielen sie eine entsprechende Nebenrolle – und klar, dann geht's drum: Wer hat den Größten. Wir haben gemessen – auf dem Genfer Salon 2018.

10.03.2018 Gregor Hebermehl

„Aerodynamisches Bauteil am Fahrzeug“ heißt die schlicht sachliche Definition für einen Spoiler. Ist der Spoiler als „Flügel“ ausgelegt, umströmt ihn oben und unten Luft. So ein Flügel erhöht in den meisten Fällen den Luftwiderstand, sorgt aber für eine verringerte Auftriebskraft und somit für einen erhöhten Anpressdruck auf die Straße und für verbesserte Fahreigenschaften.

Spoiler bestehen bei Sportwagen inzwischen oft aus dem Leichtbauwerkstoff Karbon, seltener aus Kunststoff oder Metall. 1953 stellte Kamei einen ersten Frontspoiler für den VW Käfer vor, in den 1960er-Jahren entdeckte der Rennsport das Bauteil für sich.

In Deutschland bedürfen Spoiler einer allgemeinen Betriebserlaubnis, weit ausladende und scharfkantige Anbauten sind inzwischen aus Fußgängerschutzgründen nicht mehr zulassungsfähig. Manche von Hobbytunern nachgerüstete wuchtige Heckflügel haben keinerlei aerodynamische Wirkung. Brauchen sie vielleicht gar nicht. Den Besitzern geht es vor allem um Optik. Und dann heißt es: Wer die breiteste Theke hat, gewinnt. Allerdings verändern manche dieser Spoiler durch einen zu starken Anstellwinkel den Anpressdruck tatsächlich – und zwar zu Ungunsten der Fahreigenschaften.

Die auf dem diesjährigen Genfer Autosalon vorgestellten Sportwagen mit Heckspoiler sind alle von Fachleuten im Windkanal ausgiebig getestet und abgestimmt – sagen wir jetzt mal so. Dann erzielen sie die gewünschte aerodynamische Wirkung – unbestritten ist aber, dass sie einen auffälligen optischen Eindruck hinterlassen – je breiter, desto mehr.

Zollstock am Flügel

Wir sind mit einem Zollstock über die Messe gegangen und haben gemessen, wer den breitesten Heckflügel nach Genf gefahren hat. Unsere Messdaten gehören nicht auf die Goldwaage, schließlich sind mit einem teils durchhängenden Meterstab keine genauen Messungen möglich. Bei uns ging zudem der Bauteilschutz vor – wir wollten keine Kratzer in die Flügel riskieren.

Und wie reagieren die Aussteller auf unsere Messtruppe? Größtenteils sehr positiv: Sie öffnen freudig ihren Stand für uns, halten extra fürs Foto den Präsentations-Drehteller an und sind neugierig, wie sie im Vergleich zu den anderen abgeschnitten haben. Eine Ausnahme sind die Standbetreuer des Flugautos Pal-V Liberty, die uns auf Nachfrage gewähren lassen, aber unsere Messung mit großer Skepsis beobachten. Eindeutig keine Lust auf unser Messtreiben hat ein Standbetreuer bei Toyota: Er will mit böser Miene wissen, wofür wir die Messung Toyota GR Supra Concept vornehmen. Als wir es ihm sagen, verdreht er plakativ die Augen. Dabei schneidet der Supra im Breitenvergleich gut ab.

Die Spanne der Flügelbreiten reicht bis über die Zweimeter-Marke. Wer die größte hat? Alle gemessenen Wagen zeigen wir in aufsteigender Reihenfolge in unserer Bildergalerie – wir wünschen viel Spaß!

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