Lexikon

Adaptive Fahrwerke

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Der Fahrsituation entsprechend geregelte Stoßdämpfer können den Kompromiss zwischen Komfort und Fahrsicherheit teilweise auflösen.

Bei einer idealen Federung folgen nur die Räder den Fahrbahnunebenheiten, während die Karosserie bewegungslos über der Straße zu schweben scheint. Mit einer sehr weichen Fahrwerksabstimmung ließe sich das erreichen. Doch das wahre Leben sieht anders aus. Es gibt Kurven, Bodenwellen sind unterschiedlich stark ausgeprägt, es wird beschleunigt und gebremst, mal ist man alleine unterwegs, mal mit Familie und Gepäck. Solche Situationen erfordern im Sinne der Fahrsicherheit jedoch eine mehr oder weniger straffe Abstimmung.

Zwei Systeme auf dem Markt

Dieser Zielkonflikt kann aufgelöst werden, indem anstelle einer fest vorgegebenen Charakteristik Systeme eingesetzt werden, die sich blitzschnell automatisch an die aktuellen Verhältnisse anpassen. Hier unterscheidet man adaptive und aktive Systeme. Bei Letzteren werden mit hoher Energiezufuhr aktiv Kräfte zwischen den Rädern und der Karosserie erzeugt, um störende Bewegungen wie Wanken und Nicken zu vermeiden. Beispiele sind die Active Body Control von Mercedes und die aktive Wankstabilisierung von BMW, worauf in einem späteren Teil des Lexikons detailliert eingegangen wird.

Im Unterschied dazu werden bei adaptiven Fahrwerken nur die Dämpfer verstellt. Die ersten Systeme in den achtziger Jahren besaßen Stoßdämpfer mit drei Kennlinien, die über elektrisch betätigte Ventile automatisch angewählt wurden. Während hier nur alle vier Dämpfer gleichzeitig verstellt wurden, erfolgt die Regelung heutiger Systeme für jedes Rad individuell und stufenlos. Schnell schaltende Proportional-Ventile erlauben sogar das mehrfache Umschalten zwischen weich und hart während einer einzigen Bodenwelle. Da mit einer solchen Regelung die Energie der Radbewegungen genutzt werden kann, um gezielt Kräfte zu erzeugen, welche die Karosseriebewegungen unterdrücken, spricht man auch von semiaktiven Systemen.

Die Fahrsicherheit wird erhöht

Neuerdings kommen auch Dämpfer zum Einsatz, bei denen die Kennung verstellt wird, indem ein Magnetfeld angelegt wird. Sie sind mit Dämpferöl gefüllt, das die Viskosität - und damit die Dämpferkräfte - stufenlos je nach Stärke des elektrisch erzeugten Magnetfeldes ändert. Aber nicht nur der Federungskomfort wird durch solche Fahrwerksregelungen erhöht, sondern auch die Fahrsicherheit. Das ideale Fahrwerk kommt schon ein Stückchen näher.

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