10.000 Euro-Autos

Cash-Test

Foto: Jeske, Seufert 65 Bilder

Wieviel Auto gibt es für maximal 10.000 Euro? Chevrolet Matiz, Citroën C1, Dacia Logan, Daihatsu Cuore, Fiat Panda, Lada 1119, Renault Twingo und Smart Fortwo wollen Schnäppchenjägern viel Gegenwert bieten.

Warum sein ganzes Geld in ein Auto stecken? Eine Frage, mit der die Citroën-Homepage Interesse für den kleinen C1 wecken möchte. Angesichts ständig steigender Lebenshaltungskosten dürften sich momentan viele Autofahrer diese Frage stellen. Ja warum eigentlich? Schließlich bieten viele Hersteller preiswerte Modelle an, die weit unter den 25 000 Euro liegen, die in Deutschland 2007 durchschnittlich für einen Neuwagen bezahlt wurden. auto motor und sport hat acht völlig unterschiedliche Autos bis maximal 10 000 Euro getestet und klärt, ob dabei allzu große Abstriche bei Komfort oder Sicherheit gemacht werden müssen. Die Bandbreite reicht dabei vom zweisitzigen Smart Fortwo bis hin zum ausgewachsenen Dacia Logan. Obwohl nicht einmal 1,50 Meter breit, nimmt es der Chevrolet Matiz mit fünf Passagieren auf. Um es zu dritt auf der schmalen Rückbank auszuhalten, müssen sich die Insassen allerdings schon sehr sympathisch sein. Mit seiner kompletten Instrumentierung samt Drehzahlmesser will der Koreaner erwachsen wirken. Trotz des dröhnigen Motors macht der wendige Matiz in der Stadt fast so viel Spaß wie eine Tageskarte im Autoscooter. Auf welligen Landstraßen vergeht den Passagieren dann allerdings das Lachen. Zügig bewegt, lässt die weiche Federung den Schmalhans schwer kalkulierbar in alle Richtungen hüpfen. Zudem zwingen schon leichteste Autobahnsteigungen den Korea-Chevy demütig auf die Lkw- Spur. Auch die viel zu langen Bremswege von knapp 44 Metern aus Tempo 100 geben Matiz-Fahrern das Gefühl, auf der untersten Sprosse der automobilen Leiter zu stehen. Im Gegensatz zum Matiz versucht Citroën die Einfachheit des C1 erst gar nicht verschämt zu kaschieren. Viel nacktes Blech im Innenraum oder eine Glasscheibe als Klappe für das Mini-Kofferräumchen kommen aber eher witzig denn billig daher. Weniger witzig sind allerdings die vielen scharfkantigen Grate der Plastiklandschaft im Inneren – ein Playmobil-Piratenschiff ist jedenfalls akkurater gegossen. Auf den dünn gepolsterten Sitzen lassen sich vier Erwachsene artgerecht unterbringen. Dank des kernigen 68-PSDreizylinders gehört der C1 zu den munteren Gesellen dieses Vergleichs, sein straffes Fahrwerk wirkt selbst bei Beladung nicht überfordert. Mit über 44 Metern aus Tempo 100 leistet sich der Citroën allerdings die zweitschlechtesten Bremswerte. 7200 Euro für eine ausgewachsene Stufenhecklimousine: Der Dacia Logan ist unter den Sparfüchsen das Alpha- Tier. Trotz aller Einfachheit wartet der rumänische Renault-Ableger mit ordentlichem Federungskomfort, weitgehend unkritischen Fahreigenschaften, gesittetem Motor sowie einem mit 510 Litern riesigen Kofferraum auf. Mit der hochbeinigen und vollkommen luxusfreien Basisversion ohne Radio oder Kofferraum-Auskleidung zu reisen, mutet allerdings ähnlich puristisch an wie ein Meditationswochenende im Zen-Kloster.

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Für zwei Tage eine interessante Erfahrung, und sei es nur, um den gewohnten Luxus wieder schätzen zu lernen. Ohne Servolenkung fehlt es dem Logan zudem an Leichtigkeit, nicht nur beim Einparken. Hohe Versicherungsprämien rauben dem Basis- Logan einiges von seinem Preisvorteil. Auf fünf Jahre gerechnet, übersteigen seine Festkosten die des Renault Twingo um über 3500 Euro. Verzögerungswege von über 45 Metern bei warmer Bremse sind zudem eindeutig zu lang. Wer auf nicht mal 3,50 Meter Außenlänge die Fond-Beinfreiheit einer Mittelklasselimousine sucht, wird beim Daihatsu Cuore fündig – dem ellenlangen Radstand sei Dank. Forsch bewegt, hat aber auch er mit seiner schmalen und hohen Karosserie zu kämpfen. Die etwas straffere Federung bockt auf Bodenwellen nur unwesentlich weniger als die des Chevrolet Matiz, mit dem er in Sachen Windempfindlichkeit gleichauf liegt. 70 PS lesen sich angesichts des geringen Gewichts von nur 850 Kilogramm zwar üppig, doch die lange Übersetzung raubt dem Dreizylinder einiges an Lebensfreude. Ohne die spleenigen Details eines Citroën C1 oder Smart Fortwo macht der kleine Cuore zudem so durchschaubar auf erwachsen wie ein Grundschüler mit Lederaktenkoffer. Im Gegensatz zum braven Cuore hat sich der kastige Panda einen Schuss Kindlichkeit bewahrt. Seht her, ich will gar nicht mehr Auto, lässt er seinen Besitzer triumphieren – und verschweigt geschickt, ob er denn könnte. Vorn sitzt der Fahrer hoch und aufrecht hinter dem Lenkrad, was der Übersicht zugute kommt. Zudem freut er sich über die knackige, griffgünstig gelegene Schaltung und die leichtgängige, vergleichsweise präzise arbeitende Lenkung. Werden winklige Landstraßen ambitioniert durchfahren, wird die Panda-Hinterachse allerdings unruhig wie Teenager beim Tanzkurs. Zudem verrät das komfortable Fahrwerk durch vernehmliche Poltergeräusche seine einfache Machart. Die insgesamt durchschnittliche Bremsleistung des Panda wird allerdings durch Schwächen beim Verzögern auf unterschiedlich griffigem Untergrund (μ-split) getrübt. Als Einzigem reichte ihm die 150 Meter lange Prüfstrecke nicht aus, um zum Stillstand zu kommen. Wer beim Namen Lada an eckige Nostalgiebomber denkt, mit denen man mitleidige Blicke erntet, erlebt im 1119 eine Überraschung: Die rundliche Karosserie erntet gar nichts, sie taucht im Straßenbild komplett unter. Wird der Lada damit zum Geheimtipp für Understatement- Fans? Wohl kaum, denn das Fahrwerk des 1119 wirkt so schwammig wie einst die Gesichtszüge von Boris Jelzin, und die Lenkung vermittelt kaum Fahrbahnkontakt. Vor allem die Sicherheitsausstattung scheint aus der Vor-Wende-Ära zu stammen: Neben Kopfstützen hinten fehlt es sogar an ABS. Die mit Abstand schlechtesten Bremswerte sind die Quittung. Zusätzlich auf die Stimmung schlagen das triste Innenraum-Design und der seltsame Geruch nach altem U-Boot. Eine Fahrt im Lada macht somit herzlich wenig Spaß. Er gleicht am meisten einer rollenden Verzichtserklärung, in der man sich immer wieder bei einem eitlen und unsouveränen Gedanken ertappt: Hoffentlich sieht mich jetzt keiner.

Über schwache Bremsen müssen sich Twingo-Fahrer keine Sorgen machen. Selbst die zehnte Vollbremsung aus Tempo 100 bringt der Renault nach nur gut 40 Metern souverän hinter sich. Obwohl kein Kandidat agiler und schneller um die Slalom-Pylonen wedelte, überzeugt der Franzose mit seiner komfortablen Federung. Erwachsen auch die leichtgängige Lenkung, die dennoch ausreichend Fahrbahnkontakt vermittelt. Der große und variable Innenraum mit verschiebbarer Rückbank überzeugt ebenso wie die hochwertige Matrialanmutung. Allein die simplen Vordersitze bieten zu wenig Seitenhalt und werden auf Dauer unbequem. Schade auch, dass sich vom kultigen Ur-Twingo nur die fummeligen Türgriffe in den formal wenig aufregenden Nachfolger retten konnten. Die wenigsten Rückschlüsse auf die finanziellen Verhältnisse seines Fahrers lässt Winzling Smart zu, der sich in Doppelgaragen auch mit einem Mercedes SL versteht. Dabei war viel Auto fürs Geld noch nie das Credo der Smart-Erbauer. Zwei Personen sitzen auf den bequemen, großzügig dimensionierten Sitzen jedoch erstaunlich gut. Auf schlechten Straßen ist es mit der Bequemlichkeit schnell vorbei. Hier teilt er Schläge aus, von deren Variantenreichtum selbst Profiboxer noch lernen können. Der schlappe und laute Dreizylinder sowie die langen Schaltpausen des halbautomatischen Getriebes machen auf Dauer zusätzlich mürbe. Ohne Servolenkung fährt der Smart in der Stadt träger, als es seine Abmessungen vermuten lassen. Zwar wartet der Fortwo mit dem geringsten Testverbrauch auf, 6,6 Liter auf 100 Kilometer stellen angesichts der Transportkapazität aber kein Ruhmesblatt dar. Dank ESP und den mit Abstand besten Bremsen im Test ist Smart-Fahren aber eine sichere Sache. Unter dem Strich gewinnt der Renault Twingo diesen Vergleich, weil er komfortabel, agil und sicher fährt. Zudem beantwortet er die Frage, ob es sich mit einem 10 000-Euro-Auto leben lässt, am überzeugendsten mit einem Ja. Dank seinem Kampfpreis belegt der geräumige Dacia Logan Platz zwei. Spaß macht die rustikale Basis allerdings wenig, aber die besser ausgestatteten Varianten sind nicht sehr viel teurer. Der peppige und ausgewogene Citroën C1 schiebt sich knapp vor Parkplatzkönig Smart, der mit günstigen Unterhaltskosten und umfangreicher Sicherheitsausstattung punktet. Daihatsu Cuore und Fiat Panda wirken im direkten Vergleich erwachsener als der Chevrolet Matiz. Obwohl der Lada nach Punkten Vorletzter wird, führt sein fehlendes ABS zur Abwertung. Dieses Sparauto kann man sich sparen.

Fazit

1. Renault Twingo 1.2
189 Punkte

Den Renault-Entwicklern ist bei der Fahrwerksabstimmung der Spagat zwischen Agilität und Komfort gelungen. Außerdem präsentiert er sich üppig ausgestattet.

2. Dacia Logan 1.4
175 Punkte

Platz für fünf plus 510 Liter Kofferraum: das sind die großen Stärken des Dacia Logan. Das Kostenkapitel wird allerdings durch die hohen Versicherungsprämien belastet.

3. Citroen C1 1.0
166 Punkte

Mit dem sinnvollen Sicherheitspaket aus Servolenkung, Kopfairbags vorn und hinten sowie dem Schleuderschutz ESP wird aus dem Basis-C1 ein 10.000 Euro-Auto. Dennoch: das Ladeabteil ist winzig, zudem mit hoher Kante.

4. Smart Fortwo 1.0
165 Punkte

Trotz saftigem Grundpreis muss selbst ein Handschuhfachdeckel extra bezahlt werden. Als Einziger in dieser Runde verfügt er serienmäßig über ESP.

5. Daihatsu Cuore 1.0 Top
163 Punkte

Im Cuore lässt es sich sehr entspannt sitzen. Das nicht ganz unproblematische Fahrverhalten kann mit ESP für happige 750 Euro entschärft werden.

6. Fiat Panda 1.1 8V
161 Punkte

Für einen Kleinwagen überrascht der Panda mit seinem laufruhigen 1,1-Liter Vierzylinder. Leider ist auch hier kein ESP verfügbar.

7. Chevrolet Matiz 0.8
144 Punkte

In Anschaffung und Unterhalt lässt sich mit dem Matiz sparen. Der Verbrauch fällt allerdings zu hoch aus, ESP gibt es nicht. Dazu vermittelt er in Kurven kaum Fahrpräzision.

8. Lada 1119
148 Punkte

Weder ABS, Seitenairbags oder hintere Kopfstützen hat Lada im Programm. Indiskutabel - daher auch die Abwertung auf den letzten Platz.

Technische Daten
Renault Twingo 1.2 Expression Dacia Logan 1.4 Evado Citroën C1 1.0i Advance Smart fortwo Coupé pure Daihatsu Cuore 1.0 Fiat Panda 1.1 8V Active Chevrolet Matiz 0.8 S Lada 1119 8V
Grundpreis 10.190 € 7.200 € 9.390 € 9.650 € 10.490 € 9.690 € 8.890 € 7.590 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3602 x 1665 x 1470 mm 4250 x 1740 x 1534 mm 3435 x 1630 x 1470 mm 2695 x 1559 x 1542 mm 3470 x 1475 x 1530 mm 3538 x 1589 x 1578 mm 3495 x 1495 x 1500 mm 3850 x 1700 x 1500 mm
KofferraumvolumenVDA 230 bis 959 l 510 l 139 bis 712 l 220 l 160 bis 414 l 206 bis 860 l 170 bis 845 l 260 bis 600 l
Hubraum / Motor 1149 cm³ / 4-Zylinder 1390 cm³ / 4-Zylinder 998 cm³ / 3-Zylinder 999 cm³ / 3-Zylinder 998 cm³ / 3-Zylinder 1108 cm³ / 4-Zylinder 796 cm³ / 3-Zylinder 1596 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 43 kW / 58 PS bei 5250 U/min 55 kW / 75 PS bei 5500 U/min 50 kW / 68 PS bei 6000 U/min 45 kW / 61 PS bei 5800 U/min 51 kW / 70 PS bei 6000 U/min 40 kW / 54 PS bei 5000 U/min 38 kW / 52 PS bei 6000 U/min 60 kW / 81 PS bei 5200 U/min
Höchstgeschwindigkeit 150 km/h 162 km/h 157 km/h 145 km/h 160 km/h 150 km/h 145 km/h 165 km/h
0-100 km/h 16,4 s 14,0 s 13,6 s 18,9 s 12,6 s 18,6 s 13,1 s
Verbrauch 5,5 l/100 km 6,9 l/100 km 4,6 l/100 km 4,8 l/100 km 4,4 l/100 km 5,7 l/100 km 5,2 l/100 km 7,1 l/100 km
Testverbrauch 7,2 l/100 km 7,3 l/100 km 6,7 l/100 km 6,6 l/100 km 6,8 l/100 km 7,0 l/100 km 7,6 l/100 km
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