13 Fahrradträger im Test

Träger für Dach und Hängerkupplung

Fahrradträger, Crashtest Foto: Dino Eisele 52 Bilder

Fahrradträger erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Doch sind sie auch sicher? Und worauf muss man beim Kauf achten? 13 Träger aus zwei Klassen im großen Praxis- und Crash-Test.

Rund fünf Millionen Deutsche steigen während des Urlaubs auf den Drahtesel. Da aber die schönsten Fahrradreviere selten vor der Haustür liegen, werden die Zweiräder oft mit dem Auto vor Ort gebracht. Fahrradträger sind somit gefragt. Mittlerweile gibt es im Handel eine große Auswahl an Dach- und Heckträgern sowie Varianten für die Anhängerkupplung. Selbst Lösungen für den Innenraum bietet der Markt an.

Das macht es für die Kunden nicht einfach, die richtige Wahl zu treffen – zumal Autos nicht für den Fahrradtransport konzipiert wurden. Die Träger sind lediglich Kompromisse. Stellt sich die Frage: Was taugen sie? Ein großer Test von AUTO, der Schwesterzeitschrift von auto motor und sport, mit Unterstützung der Zeitschrift „Mountainbike“ soll die Antwort liefern.

Kupplungsträger mit Schwächen beim Crashtest

Da vor allem die Träger fürs Autodach und für die Anhängerkupplung gefragt sind, wurden insgesamt 13 dieser Transporthilfen namhafter Anbieter umfangreichen Fahr- und Crashversuchen unterzogen. Auf einem BMW 320d Touring sowie einem VW Touareg montiert, ging es über einen Testparcours auf dem Versuchsgelände der Prüforganisation Dekra in Klettwitz. Mehrere Vollbremsungen aus 100 km/h standen auf dem Programm. Ferner sollte ein 180-Meter-Slalom das abrupte Ausweichen bei Tempo 60 km/h nachstellen. Zum Schluss ging es noch mit 20 km/h über eine Rüttelstrecke, die einen Weg mit Straßenschäden simulierte.

Gerade für die acht Kupplungsträger waren die Fahrversuche eine Herausforderung – sie alle sind auch für den Transport von Elektrofahrrädern ausgelegt. Die Gestelle mussten im Test ein E-Bike von Peugeot mit einem Gewicht von 23 Kilogramm sowie ein zwölf Kilogramm schweres Mountainbike stemmen. Gemeinsam mit den Trägern drückten zirka 50 kg auf die Anhänger-Kupplungen, die im Test eine Stützlast von mindestens 75 kg vertrugen. Das machte sich bemerkbar. Abgesehen vom Uebler- und Thule-Produkt offenbarten alle anderen leichte bis deutliche Auffälligkeiten. Der Crashversuch zeigte ebenfalls Licht und Schatten. Alle Kandidaten wurden nach der DIN-Norm 75302 getestet, die sich auf die Prüfung von Ladungssicherung bezieht. In einem Schlittenversuch simulierte das Dekra Automobil Test Center in Klettwitz einen Frontalaufprall mit 30 km/h. Selbst der beste Kupplungsträger erreichte in diesem Kapitel nur die Note Zwei minus. Hier waren die Einflüsse des E-Bikes zu spüren. Denn die Träger bewegten sich deutlich auf den Kupplungen, so dass die Fahrräder durch die Heckscheibe des Autos schlugen. Von den umherfliegenden Scherben geht Gefahr für Insassen und Unbeteiligte aus.

Besser präsentierten sich die Dachträger, und der beste Vertreter schaffte beim Crash die Note Zwei. Hier kamen keine Elektro-Fahrräder zum Einsatz, weil die Testkandidaten für deren Dachtransport nicht ausgelegt sind.

Grundsätzliche Tipps zum Fahrradtransport

Vor dem Fahrradtransport genau die Anleitung studieren und die Tempovorschriften sowie das zulässige Gewicht beachten. Speziell bei den Kupplungsträgern ist zu beachten, dass die Stützlast der Anhängerkupplung nicht überschritten wird – hier muss das Gewicht von Träger und Zweirädern addiert werden. Zudem sollte für eine sichere Befestigung der Kugelkopf fettfrei sein. Bei den Dachträgern ist dagegen die Dachlast des Autos zu berücksichtigen – auch hier zählt das Gewicht von Träger und Bike. Beladung: Beim Transport auf der Anhängerkupplung ist das schwere Fahrrad immer als erstes auf den Träger zu setzen. Darauf achten, dass die Bikes entgegengesetzt beladen werden – die Lenker sollten wie beim Dachtransport nicht zueinander zeigen. Es empfiehlt sich übrigens, die Lenker zu verdrehen. Das schützt zusätzlich das Auto. Wichtig in diesem Zusammenhang: lose Teile wie Luftpumpe, Flasche, Packtaschen oder Körbe vor Fahrtantritt entfernen. Oftmals stehen die Zweiräder auf den Trägern zu dicht zusammen. Das kann zu Schäden an den Bikes führen. Daher ist es ratsam, die Pedale zu fixieren und andere Stellen abzupolstern. Wer beim Beladen feststellt, dass die Radschienen zu schmal sind für breite Reifen – etwa bei Mountainbikes –, der sollte ein wenig Luft ablassen. Dann lassen sich diese Reifen besser in die Führungen drücken.

So wurde getestet

Wie gut sind die Träger verarbeitet, wie schnell lassen sie sich montieren, wie verständlich ist die Anleitung, wie einfach funktioniert die Beladung sowie die Befestigung der Fahrräder? Wie umfangreich ist die Ausstattung der Träger? Diese Fragen gehören ebenso zum Testprogramm wie die Fahrversuche. Zunächst wurde fünf Mal aus Tempo 60 ein 180-Meter-Slalom durchfahren. Danach mussten die Träger vier Vollbremsungen aus 100 km/h bestehen. Zu guter Letzt standen drei Fahrten über eine mehr als 40 Meter lange Rüttelstrecke an, die mit sieben Zentimeter hohen Buckeln präpariert war. In den Fahrversuchen, bei denen ein BMW 320d Touring mit Allradantrieb sowie ein VW Touareg zum Einsatz kamen, durften Träger und Bikes nicht zu stark verrutschen. Die Ladungssicherung sowie die Trägerbefestigung mussten intakt bleiben. War das nicht der Fall, gab es eine Abwertung. Der abschließende Crashtest wurde nach der DIN-Norm 75302 durchgeführt. Wenn hier ein Träger negativ auffiel, weil er kollabierte, von der Kupplung rutschte oder seine Ladungssicherung versagte und die Bikes auf den Boden fielen, gab es als Urteil ein „nicht empfehlenswert“– die Sicherheit stand im Vordergrund des Tests.

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