6 Dachboxen im Test

Wie sicher ist die Gepäckalternative?

Foto: Reinhard Schmid, Beate Jeske 10 Bilder

Wie verkehrssicher Dachboxen sind, mussten sechs Kandidaten in einem Test von Dekra und auto motor und sport beweisen.

Dachboxen sind eine verlockende Sache: Geht der Kofferraum aus, bieten sie Autofahrern eine gute Gepäckalternative – gerade im Winter ist das der Fall, wenn sperrige Objekte wie Skier verstaut werden müssen. Aber Dachboxen haben auch ihre Schattenseiten: Ein bis zwei Zentner Ballast auf dem Dach sorgen dafür, dass der Schwerpunkt eine Verlagerung erfährt. Das hat Einfluss auf die Fahrstabilität und die Sicherheit: Was macht die Ladung in den Boxen bei einem Unfall, einer Vollbremsung oder beim abrupten Ausweichen? Löst sich das Gepäck und landet womöglich auf der Straße? Diese Fragen wollten die Dekra und auto motor und sport in einem Test klären. Sechs Boxen der Firmen Thule, Mont Blanc, Kamei, HiFly und Mobila sollten ihre Tauglichkeit in Fahr- und Crashversuchen unter Beweis stellen. Nebenbei wurde auch noch die Anwendungsfreundlichkeit bewertet. Gute Noten erhielten alle Kandidaten bei den Fahrversuchen. Auf einem Audi A4 Avant montiert, wurden sie mit Tempo 130 über einen Testparcours auf dem Lausitzring gescheucht.

Die Halterungen der Boxen zeigten sich stabil, die Ladung – bestehend aus Skiern und Gepäck – blieb an ihrem Platz. Dieses Bild zeigte sich auch nach fünf Vollbremsungen aus 100 km/h sowie nach der Slalomstrecke, wo das abrupte Ausweichen simuliert wurde. Selbst bei den Crashtests gab es keinen Ausreißer. Alle Dachboxen wurden nach den Vorgaben der DIN-Norm 75302 getestet, die sich auf die Prüfung von Ladesicherungen bezieht. In einem Schlittenversuch hat das Dekra Automobil Test Center in Klettwitz einen Frontcrash mit rund 30 km/h simuliert. Am besten schnitten die Kandidaten Kamei Topstar und Thule Ocean 500 ab. Halterung und Box wiesen keine Schäden auf. Auch die Ladung blieb am Platz – obwohl ein paar Befestigungsriemen rissen. Schlimmeres verhinderten die internen Skiträger. Leichte Mängel waren dagegen bei den anderen Testprobanden festzustellen: Bei der RoofBag von HiFly brach einer der vorderen Verschlüsse, dennoch blieb die Box stabil und die Ladung an ihrem Platz. Bei der Thule Spirit 780 oder der Mobila ALB 390 verrutschte das Gepäck so stark, dass sich die Verschlüsse an der Vorderseite ein Stück weit öffneten und das Verstaute wenige Zentimeter herausschaute.

Bedenklich war das aber noch nicht, denn die Ladung wurde zurückgehalten, und die Boxen blieben stabil. So erging es auch der Ausführung von Mont Blanc. Drei von vier Halterungen lösten sich zwar, brachen aber nicht. Die Dachbox hielt auf dem Träger. Selbst bei der Anwendung schlugen sich alle Teilnehmer beachtlich. Bis auf die rudimentäre Bedienungsanleitung von Mobila gab es keine großen Rätsel zu lösen. Das galt auch beim Aufbau: Nur bei der HiFly-Ausführung war die Montage fummelig, weil hier anders als bei den Kollegen der Grundträger an der Box ausgerichtet werden musste. Diese Kleinigkeiten konnten aber nichts am Ergebnis ändern: Alle getesteten Boxen sind empfehlenswert.

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