Reise, Familie Ingolf Pompe
Reise, Familie
Audi A6 Avant, Frontansicht
Audi A6 Avant, Heckansicht
Audi A6 Avant, Stauraum
BMW Fünfer Touring, Frontansicht 34 Bilder

Ablagentest im Innenraum

Wohin mit dem Krimskrams?

Auf Urlaubsfahrten haben Familien eine Menge dabei, nicht nur im Gepäckabteil. Wie gut sich Kleinkram im Innenraum verstauen lässt, zeigt der Ablagentest mit zehn Autos.

Ordnung muss sein, doch angesichts der vielen Kleinigkeiten, die eine vierköpfige Familie auf großer Fahrt immer in Reichweite haben möchte, kann das Verstauen von Getränken, Snacks, Sonnenbrillen und Spielzeug für die Kinder eine echte Herausforderung werden. Wir haben versucht, in den Ablagen von zehn Modellen aller Klassen rund 30 Kleinigkeiten vom Bonbon bis zum Lesestoff für die Kids unterzubringen. Und nicht immer konnte alles mit.

Wer braucht denn noch einen Reiseatlas oder CDs im Auto? Musik wird heute platzsparend im Smartphone gespeichert, und ohne Navigationssystem geht es doch ohnehin nicht mehr. So scheinen manche Interieurdesigner zu denken, denn anders ist es kaum zu erklären, dass just diese beiden Dinge in manchen Autos in den Ablagen nur schwer unterzubringen sind. Dabei haben wir noch nicht mal eine besonders sperrige Kartensammlung dabei.

Ablagen vertragen oft nicht viel Inhalt

Doch während bei Dacia Duster, Ford C-Max, Mini Countryman, Skoda Yeti und VW Golf breite Türablagen den Atlas problemlos aufnehmen, bekommt man ihn im BMW 5er Touring nur halb in das kleine Fach. So droht er bei jedem Öffnen der Tür herauszufallen. Bei Audi A6 Avant und Opel Astra Sports Tourer passt der Wälzer immerhin ins Handschuhfach, während er in Mercedes B-Klasse oder Mazda 6 keinen geeigneten Platz findet. Ab einer gewissen Dimension sind spezielle Ablagen offenbar nicht mehr vorgesehen.

Oft zu kleine Handschuhfächer

Beim Test zeigt sich, dass gerade die Vielzahl an Gegenständen Probleme bereitet. Doch auch wenn der Warenkorb umfangreich erscheint: Rund die Hälfte der Testfahrzeuge packt seinen Inhalt problemlos. Und dazu muss man nicht zwangsläufig wie beim 3D-Puzzle den Kleinkram im Handschuhfach arrangieren. Der Testsieger Skoda Yeti zeigt, wie es sein sollte: Eine Vielzahl von Ablagen in allen Größen schluckt Getränke, Handy, Wegzehrung und hinten auch den Lesestoff für die Kinder. Besonders praktisch ist das Fach auf dem Armaturenbrett, in das flache Dinge wie Handy oder Geldbeutel geräumt werden können. Und ein Brillenfach weiß jeder zu schätzen, der unterwegs plötzlich seine Sonnenbrille benötigt. So hat man alles schnell zur Hand, ohne lange herumkramen zu müssen.

Besonders ärgerlich wird der Mangel an Staumöglichkeiten, wenn die verbliebenen schon zum größten Teil durch Bordbücher im Brockhausformat verstopft werden. Zumal manche Ablagen noch nicht mal Standard sind. So erhält man Taschen auf der Rückseite der Vordersitze bei VW Golf, Mercedes B-Klasse und Opel Astra Sports Tourer nur gegen Aufpreis beziehungsweise in einer gehobenen Ausstattungslinie. Somit bleibt hinten oft nur die Türablage, und die kapituliert vor dem Handgepäck des Nachwuchses schnell. Übrigens: Beim Dacia Duster sucht man ein solches Türfach vergeblich.

Immerhin kann man bei vielen Modellen die Zahl der Ablagen zumindest gegen Aufpreis verbessern, etwa in Form von Schubladen unter den Vordersitzen. Allzuviel bringen die aber nicht immer: Beim Audi A6 reicht der zusätzliche Raum hinter der Klappe im Fußraum gerade mal für eine Warnweste.

Über akuten Mangel an Stauraum

Erst hat man sie nicht vermisst, dann möchte man auf sie nicht mehr verzichten: Wer einmal längere Zeit in einem mit cleveren Ablagen gespickten Auto verbracht hat, kann bei manchem Innenraum nur den Kopf schütteln. Nein, es geht nicht darum, während der Fahrt Burger inklusive Pommes bequem verspeisen zu wollen. Aber Handy, Sonnenbrille, Geldbeutel, Getränke und ein paar Bonbons hätte ich schon gern in Reichweite, wenn kein Copilot als Kellner zur Verfügung steht. Dass ich aber in einem BMW 5er- also einem teuren, großen Reisewagen - keinen vernünftigen Platz für eine Wasserflasche finde, ist skurril. Zumal es am Platz ja kaum scheitern dürfte. Beim kleineren Golf kriegen es die Konstrukteure ja auch hin. Dass Taschen in den Rücksitzlehnen häufig nur gegen Aufpreis zu haben sind, glaubt man manchmal erst nach mehrmaligem Durchforsten der Aufpreisliste. Und selbst bei den hier als gut bewerteten Modellen gibt es Nachholbedarf - in der zweiten Reihe. Warum sind zum Beispiel Becherhalter, die auch vom Kindersitz aus erreicht werden können, so selten?

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