AC Schnitzer-BMW M135i, AC Schnitzer-BMW M135i xDrive, Frontansicht Achim Hartmann
AC Schnitzer-BMW M135i, AC Schnitzer-BMW M135i xDrive, Frontansicht
AC Schnitzer-BMW M135i, AC Schnitzer-BMW M135i xDrive, Seitenansicht
AC Schnitzer-BMW M135i, AC Schnitzer-BMW M135i xDrive, Heckansicht
AC Schnitzer-BMW M135i xDrive, Frontansicht
AC Schnitzer-BMW M135i, Frontansicht 22 Bilder

AC Schnitzer BMW M135i mit Allrad- und Heckantrieb

Zwei Brüder im Vergleichstest

AC Schnitzer beherrscht das Track-Einmaleins wie kaum ein anderer. Wir bitten den BMW M135i des Aachener Tuners mit Heck- und Allradantrieb zum Kurventanz.

Nüchtern gesehen entscheidet der Klick im BMW-Konfigurator heute über 4.150 Euro. Doch es geht um viel mehr – Einstellung, Weltanschauung, Lebensgefühl. 4.150 Euro liegen zwischen dem BMW M135i-Dreitürer mit Heckantrieb und manuellem Schaltgetriebe (Grundpreis: 39.850 Euro) sowie dem M135i xDrive (ab 44.000 Euro), also in der Allradversion und damit nur mit Achtgangautomatik erhältlich. Fertigmachen zum Duell unter Brüdern. Damit richtig gute Laune aufkommt, lassen wir keine 1er von der Stange, sondern zwei Tuning-Kracher von AC Schnitzer gegeneinander antreten.

AC Schnitzer-BMW M135i, AC Schnitzer-BMW M135i xDrive, Frontansicht
AC Schnitzer BMW M135i
1:33 Min.

Beide AC Schnitzer BMW M135i mit 360 PS

Let's get ready to rumble – aus BMW M135i wird ACS1 3.5i Sport. Sowohl der aufgeladene Sechszylinder-Turbo des hinterradangetriebenen M135i als auch das identische Triebwerk des Allradlers leisten nach einer Powerkur (2.744 Euro) nun 40 PS mehr. Doch wer Schnitzer kennt, weiß, dass bei der Leistungssteigerung auf 360 PS lange nicht Schluss ist.

Abseits von Schalthebeln, Schürzen und Schwellern konzentrieren wir uns auf fahrdynamisch relevante Tuning-Extras. Beide AC Schnitzer BMW M135i rollen auf Michelin- Pilot-Sport-Cup-Reifen im Format 235/35 R19 (Komplettradsatz: 6.943 Euro) und nutzen ein KW-Gewindefahrwerk (2.892 Euro). Allerdings stammt nur die Hardware von KW. Die Dämpferabstimmung wird in Eigenregie von AC Schnitzer entwickelt.

Der Hecktriebler trägt an der Vorderachse außerdem einstellbare Aluminium-Stützlager von KW, während im xDrive Domlager-Eigenkreationen an der Vorderachse verbaut werden mussten, da hier die verstellbaren KW-Stützlager aufgrund der Allrad- und Dämpferkonstruktion nicht passen. Das Ziel der Umbaumaßnahmen ist klar: mehr Negativsturz als im Serientrimm möglich machen (Sturzwerte M135i Supertest: vorne –0°40', hinten –0°54').

Leistungsplus oben hinaus bemerkbar

Die Achsgeometriewerte des getunten BMW M135i und seines xDrive-Kollegen unterscheiden sich lediglich durch die Sturzwerte an der Vorderachse. Während der Hecktriebler mit 3°12' Negativsturz vorne angreift, geht der 4x4-Schnitzer "nur" mit –2°40' Vorderachssturz auf Kurvenjagd. "Mehr Sturz kann bauartbedingt im xDrive nicht gefahren werden", erklärt Roman Fenners, Entwicklungsleiter bei AC Schnitzer. Laut dem Aachener BMW-Tuner sind die Sturzwerte mit –2°17' an der Hinterachse beider Fahrzeuge genauso identisch abgestimmt wie die Spurwerte (vorne: 0°00', hinten: 0°30').

Genug erzählt, endlich den Startknopf drücken – mit heiser grummelnder Reihensechser-Ouvertüre, die durch die klappengesteuerten Schnitzer-Endschalldämpfer noch verstärkt wird, legen die beiden Muskel-1er los. Das Leistungsplus macht sich erst nach oben hinaus bemerkbar. Während sich die Beschleunigungswerte auf 100 km/h beim Schnitzer-Hecktriebler mit 5,0 Sekunden und Schnitzer-xDrive mit 4,5 Sekunden nah an den Serienwerten (M135i: 5,1 s; M135i xDrive: 4,7 s) bewegen, zeigt der 360-PS-Turbopunch spätestens bei Tempo 200 seine Wirkung. Bis dahin fahren die beiden BMW M135i von AC Schnitzer rund eine Sekunde Vorsprung auf die Serienmodelle heraus.

Raus auf den Kleinen Kurs, jetzt zählt die Rennstrecken-Performance in Hockenheim. Während die getunten BMW M135i von AC Schnitzer durch ihre Fahrwerksänderungen im Alltag nun anfälliger auf Spurrillen reagieren und Bodenwellen knackiger an die Passagiere weiterleiten, hätte die Schnitzer-Abstimmung für den Kleinen Kurs nicht besser gewählt sein können.

AC Schnitzer BMW M135i als "Track-Day-Kumpel"

Klick, die Stoppuhr läuft zunächst für den AC Schnitzer BMW M135i. Die passenden Gangabstufungen und die knackige Schaltbarkeit des Sechsganggetriebes bringt der M135i schon aus der Serie mit. Ansonsten wandelt sich das Fahrverhalten vom "narrensicheren Alltagssportler" hin zum "knackigen Track-Day-Kumpel".

Das Gripniveau mit aufgewärmten Michelin-Pilot-Sport-Cup-Bereifung ist natürlich höher als mit den Serien-Michelin-Pilot-Super-Sport. Der 1er gewinnt dadurch in puncto Einlenk- und Verzögerungsverhalten schon einmal deutlich an Präzision. Wichtig: Die ABS-Regelung harmoniert auch mit dem Einsatz von Cup-Reifen. Durch die geschärften Achsgeometriewerte lenkt der Schnitzer-M noch präziser ein.

Als beim Test des Serienmodells das kurveninnere Antriebsrad unter Last auf der Rennstrecke immer wieder leicht durchgedreht hat, haben wir uns eine mechanische Differenzialsperre gewünscht – AC Schnitzer erfüllt uns diesen Wunsch nun mit einer Drexler-Sperre. Dadurch verliert der AC Schnitzer BMW M135i unter Last – sobald die Sperre eingreift – zwar etwas von seiner verbindlichen Gutmütigkeit im Grenzbereich, dafür glänzt er aber mit besserer Traktion beim Herausbeschleunigen.

Feingefühl als Grundvoraussetzung

Sobald man es mit dem rechten Fuß übertreibt, setzt der Hecktriebler nun zu noch launigeren Drifteinlagen an. Ein gewisses Feingefühl ist also Grundvoraussetzung, um am Limit schnell unterwegs zu sein. Stichwort schnell: Mit 1.12,8 min unterbietet der hinterradangetriebene ACS1 3.5i Sport die Serienvariante (1.15,7 min) um fast drei Sekunden.

Wer jetzt meint, der AC Schnitzer BMW M135i xDrive wäre deutlich zahmer als der Hecktriebler unterwegs, hat sich getäuscht. Unter Last kann auch er derart zackig seinen Hintern ums Eck werfen, dass der tendenziell im Grenzbereich neutral bis leicht untersteuernde Serienallradler sofort vergessen ist.

Keine Sperrdifferenziale im AC Schnitzer BMW M135i xDrive

In Kehren drängt der Schnitzer-xDrive bei allzu schwerem rechten Fuß sofort ins Leistungsübersteuern. "Im Allradmodell haben wir auf den Einsatz von Sperrdifferenzialen verzichtet, da diese hier mit der DSC-Regelung nicht harmonieren", erklärt Technik-Mann Fenners. Macht nichts, Traktionsprobleme waren beim Allradmodell ohnehin kein Kritikpunkt. Eine kleine Rüge gibt's jedoch für den Schnitzer-Allradler.

Die auch bei ausgeschaltetem DSC weiterhin aktive Serien-Regelelektronik (selektive Bremseingriffe zur passiven Traktionsförderung) gerät angesichts des schnellen Querdynamikauftritts des getunten BMW M135i xDrive durcheinander. Spätestens in der Senke, also nach einer Dreiviertelrunde des Kleinen Kurses, springt das DSC wieder komplett an. Während wir mal wieder wehmütig an regelfreie E30-Zeiten denken, gibt's eigentlich keinen Grund zum Jammern über die Gegenwart. Auch wenn der Schnitzer durch das wiedereinsetzende DSC bestimmt zwei Zehntel verliert, ist die Rundenzeit mit 1.12,5 min für einen Kompaktsportler immer noch grandios (Serie: 1.15,6 min).

Die Touristenfahrer-Saison in Hockenheim oder auf der Nordschleife kann also kommen. Jetzt muss nur noch geklärt werden, wo das Häkchen im Konfigurator gesetzt werden soll: bei Allrad mit Automatik oder bei Hinterradantrieb mit Handschaltung. Was die AC-Schnitzer BMW M135i betrifft, keine ganz leichte Entscheidung – ansonsten regt da aus sport auto-Sicht ja schon die Frage auf!

Technische Daten

AC Schnitzer M135i AC Schnitzer M135i xDrive
Grundpreis 42.594 € 46.744 €
Außenmaße 4340 x 1765 x 1411 mm 4340 x 1765 x 1430 mm
Kofferraumvolumen 360 bis 1200 l 360 bis 1200 l
Hubraum / Motor 2979 cm³ / 6-Zylinder 2979 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 265 kW / 360 PS bei 5800 U/min 265 kW / 360 PS bei 5800 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h 250 km/h
0-100 km/h 5,0 s 4,5 s
Verbrauch 7,5 l/100 km 7,8 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
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