Alfa Romeo 166 2.0 T.Spark im Test

Route 66

Alfa Romeo fährt wieder auf der Straße der Sehnsucht. Mit dem neuen 166 will die Fiat-Tochter ihr Mauerblümchen-Dasein in der oberen Mittelklasse beenden.

Von Allerweltsdesign kann auch beim neuen Alfa Romeo 166 nicht die Rede sein. Die große Limousine wirkt fast schon coupéhaft, wozu auch die langen, ungeteilten hinteren Seitenscheiben beitragen. Die sanft abfallende Dachpartie beschert Fondpassagieren, die länger sind als 1,80 Meter, eine knappe Kopffreiheit, aber ansonsten haben es die Mitfahrer auf der Rückbank gut. Weich gepolstert und eindeutig für nur zwei Personen zugeschnitten, bietet sie einen guten Sitzkomfort. Auch vorne ist die Sitzposition gut, allenfalls die sehr langen Sitzflächen können für kurzbeinige Figuren zum Problem werden. Klassenüblich großzügig präsentiert sich mit einem Fassungsvolumen von 490 Litern auch der glattflächige und sehr gut nutzbare Kofferraum . Die erlaubte Zuladung ist mit nur 368 Kilogramm allerdings zu gering ausgefallen.

Generell lässt das Innenraumdesign erkennen, dass das Auge des Alfa-Fahrers erfreut werden soll, und auch die Qualitätsanmutung ist gut. Die im Interieur verwendeten Materialien hinterlassen ebenso wie die Optik einen positiven Eindruck, störende Karosseriegeräusche auf schlechten Straßen glänzten bei Testwagen durch Abwesenheit.

Rundum positiv sind auch die Fahreigenschaften des neuen Alfa-Flaggschiffs zu bewerten. Alfa Romeo hat ja traditionell eine Vorliebe für aufwendig konstruierte Hinterachsen und beherrscht den Frontantrieb bemerkenswert souverän – das belegt auch der neue 166. Antriebseinflüsse sind zumindest beim 155?PS starken Basismodell kaum zu spüren, die Lenkung arbeitet leichtgängig und vermittelt ein präzises Gefühl für die Fahrbahn. Ein Übriges tut das Eigenlenkverhalten in schnell gefahrenen Kurven, von frontantriebstypischem Untersteuern kann keine Rede sein. Der Grip der angetriebenen Vorderräder ist bemerkenswert gut, die Präzision des Fahrverhaltens macht den Alfa auf kurvenreichen Straßen zum Vergnügen. Daran ändert auch die Federung nichts, die den sportlichen Charakter des 166 mit ihrer straffen Abstimmung unterstützt. Die macht sich vor allem bei geringem Tempo bemerkbar. Dann wirkt das Abrollen über Unebenheiten etwas steifbeinig.

Auch der im Testwagen eingesetzte Zweiliter-Vierzylinder macht seine Sache nicht schlecht. Das Triebwerk läuft ausgesprochen vibrationsarm und bietet eine sehr gute Laufkultur, im Drehzahlbereich bis 3000 U/min wirkt die Maschine aber reichlich lethargisch. Keine Frage: Der gesamte Habitus des 166 weckt den Wunsch nach einem Sechszylinder.

Unter dem Strich gibt es keinen Zweifel, dass Alfa Romeo mit dem 166 die mit Abstand beste Limousine der Firmengeschichte baut. Und das zu einem Preis, der gute Voraussetzungen für einen Erfolg schafft.

Fazit

Mit seinem sportlichen Charakter ist der neue Alfa Romeo 166 2.0 T.Spark exakt auf die Alfa-Kundschaft zugeschnitten. Zu seinen Vorzügen gehören das leichtfüßige Handling und die sehr guten Fahreigenschaften. Mit dem Vierzylinder ist der Alfa etwas untermotorisiert.

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Technische Daten
Alfa Romeo 166 2.0 T.Spark
Grundpreis 26.843 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4720 x 1815 x 1416 mm
KofferraumvolumenVDA 490 l
Hubraum / Motor 1970 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 114 kW / 155 PS bei 6400 U/min
Höchstgeschwindigkeit 213 km/h
Verbrauch 9,7 l/100 km
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