Allzeit breit

Mit optischen und technischen Retuschen geht der BMW Z3 ins neue Modelljahr. Neu im Motorenprogramm: der Sechszylinder mit zwei Liter Hubraum.

Ein Facelift ist die optische Überarbeitung des BMW Z3 nicht gerade geworden, eher ein Backlift: mit einer neu gestalteten Kofferraumklappe, L-förmigen Rückleuchten und der nur für alle Hubraum-Varianten breiten Hinterachsspur. Man trägt in der Automode, um es grob auszudrücken, wieder mehr Hintern. Das neu gestylte Gesäß, unter dem sich die so genannte Sechszylinder-Achse mit versteifter Hinterachsschwinge verbirgt, ist zweifellos die Schokoladenseite am neuen Z3 – es betont den kraftvollen Heckantrieb auch optisch.

Neu im Z3-Programm ist der Zweiliter-Sechszylinder, der wie im Dreier und im Fünfer 150 PS bei fast 6000 Touren leistet und für ein maximales Drehmoment von 190 Nm bei 3500/min gut ist. Wenn man so will, ist der Kurzhuber (Bohrung x Hub 80 x 66 mm) aus dem Hause BMW ein motorischer Klassiker – einmal seiner für diesen Hubraum hohen Zylinderzahl wegen, zum anderen auf Grund der Tatsache, dass es sich um einen Reihensechszylinder handelt.

Der alte 1,9-Liter-Vierzylinder, ein Vierventiler wie der Sechszylinder, entfällt. Dass in der Motoren-Neuordnung beim Z3 nun der kleinste Sechszylinder zwischen die 118 PS starke Vierzylinder-Basis und den üppig mit Leistung versorgten 2,8-Liter geraten ist, liegt an einer neuen Komfortorientierung. Auch und gerade der Zweiliter ist ein objektives Musterbeispiel an Laufruhe und Kultiviertheit. Doch die Frage ist eben auch, ob man einen Motor in einer braven Limousine oder in einem optisch rasanten Roadster erlebt. Was fehlt, ist schnell herausgefunden: der Bums. Die nüchternen Messwerte zeigen, dass der Sechszylinder, nominal zehn PS stärker, seine Sache praktisch genauso gut macht wie der Vierzylinder-Vorgänger – aber eben auch kaum besser: 8,9 Sekunden sind es von null auf 100 km/h, vorher waren es 9,1. Auch im Durchzug kann sich der Zweiliter nicht von der hubraumkleineren Variante absetzen: Von 80 auf 120 km/h braucht der Z3 2.0 im großen Gang 13,4 Sekunden, beim 1,9-Liter waren es 13,7 Sekunden. Gleichstand de facto bei den Fahrleistungen, doch das Plus an Motorkomfort bleibt bestehen. Das Laufgeräusch ist turbinengleich und sonor, und so kommt zusammen mit dem exakt schaltbaren, gut gestuften Fünfganggetriebe durchaus Wohlgefühl auf, sofern man leistungsmäßig nicht zu viel erwartet.

Zu loben sind auch die Bremsen, das neutrale Kurvenverhalten, die durch ein kleineres Lenkrad verbesserte Handlichkeit und der mit Serienbereifung befriedigende Federungskomfort. Zu tadeln sind hingegen die lauten Windgeräusche, die unkomfortablen Sitze und der kleine 51-Liter-Tank.

Fazit

Mit dem neuen Zweiliter-Sechszylindermotor ist der Z3 nicht dynamischer, wohl aber kultivierter geworden als der Vorgänger mit dem 140-PS-Vierzylinder. Seine guten Fahreigenschaften machen Freude.

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Technische Daten
BMW Z3 2.0
Grundpreis 27.789 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4050 x 1740 x 1293 mm
KofferraumvolumenVDA 165 l
Hubraum / Motor 1991 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 110 kW / 150 PS bei 5900 U/min
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h
0-100 km/h 8,9 s
Verbrauch 9,2 l/100 km
Testverbrauch 10,2 l/100 km
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