Alpina B4 S Biturbo Allrad Edition 99, Exterieur Dino Eisele
Alpina B4 S Biturbo Allrad Edition 99, Exterieur
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Alpina B4 S Biturbo Allrad Edition 99, Exterieur 13 Bilder

Alpina B4 S Biturbo Allrad Edition 99 im Test

Alpina B4 S Biturbo Allrad Edition 99 im Test Mehr Power, Feintuning und nostalgisches Dekor

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Zum Abschluss der B4-Generation hat Alpina die Edition 99 Aufgelegt: Etwas Mehr Power, Feintuning drinnen, und draußen ein Dekor, das die Historie zitiert, aber voll in Mode ist.

Alt aussehen – eigentlich nichts, wonach man sich besonders sehnt. Es sei denn, es wird mit Begriffen wie „Retro-Design“ oder Ähnlichem ins Coole übersetzt, dann sind viele auf einmal sogar bereit, ein paar Scheine dafür hinzublättern. Selbstlos, wie die Hersteller sind, haben sie diese Sehnsucht der Menschen erkannt – und zu einer Masche weitergestrickt. Zu einer Masche, die im Augenblick bombastisch läuft.

Extrembeispiel Porsche: Dort hat man für den ohnehin schon nostalgisch angehauchten, ohnehin schon furchtbar teuren 911 Speedster ein nostalgisch angehauchtes, furchtbar teures Heritage-Styling-Paket aufgelegt. Bodypainting mit Startnummer samt passend komponiertem Innenraum – halt ein bisschen 50er-Jahre-Flair für Kunden, die es exklusiver mögen. So war der Plan. Was nicht geplant war: Das Von-Gestern-Zeug ging derart weg, dass Porsche nun dazwischengehen musste, um zu verhindern, dass jede Standardfarbe am Ende exklusiver ist als das Exklusivdekor.

Bei so viel Nachfrage ist es nur logisch, dass man auch anderswo auf diesen Trichter kommt. Immer vorausgesetzt, man hat eine Tradition, die aufleben kann. Alpina gehört zu den Glücklichen. Obwohl das mit dem Aufleben schwierig war, da ja überhaupt nie etwas eingeschlafen ist. Denn: Tradition ist in Buchloe kein Marketinginstrument, sondern Geschäftsgrundlage. Ablesbar schon am Slogan: „Hersteller exclusiver Automobile“ – exklusiv mit c!

Alpina B4 S Biturbo Allrad Edition 99, Exterieur
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Ein teils auffoliertes, teils lackiertes Bicolor-Design ab 2.520 Euro Aufpreis, das sich stilistisch an den hauseigenen 2002-ti-Rennwagen aus den 70ern orientiert.

Für die Edition 99 des B4 S musste jedenfalls nicht erst der Keller nach alten Werten umgegraben werden. Es genügte, die genussgetriebene Sportlichkeit, die in jedem Alpina mitschwingt, an die Oberfläche zu holen. Ergebnis: ein teils auffoliertes, teils lackiertes Bicolor-Design ab 2.520 Euro Aufpreis, das sich stilistisch an den hauseigenen 2002-ti-Rennwagen aus den 70ern orientiert – jenen breitbackigen Gruppe-2-Tourenwagen, die vor allem dafür bekannt waren, in Kurven das entlastete Vorderrad zu lupfen.

Gar so bunt treibt es der B4 leider nicht. Vor allem drinnen wirkt alles eher dezent, wobei sich Motorsport- und Lederbezug eigentlich ganz hübsch ergänzen. Alcantara-Lenkrad mit wagenfarbenen Nähten, gefräste Alu-Schaltpaddel, Halbschalensitze. Plus: eine Plakette, die eben jenes Exemplar als Nummer 99 von 99 ausweist. Da schau her, der Letzte aus der Reihe. Schön, dass wir uns kennenlernen.

Delikater Motor, laue Agilität

Halt! Kennenlernen ist falsch. Wiedersehen trifft es besser. Zwar hat Alpina den B4 für die Sonderserie noch mal aufgepeppt: 12 PS und 20 Nm Bonus, dazu ein umfassend versteiftes Fahrwerk. Wirklich was geändert hat sich dadurch aber nicht. Mit 4,0 Sekunden auf 100 und 14,2 auf 200 liegt die Edition 99 – Temperaturunterschiede zwischen den Messungen einkalkuliert – auf einem Niveau mit dem konventionellen, 440 PS starken B4 S, im Slalom sogar knapp dahinter. Rundenzeit? Musste diesmal ausfallen, da der Testzeitraum mit der Formel-1-Zirkusaufführung in Hockenheim kollidierte. Pech? Wer weiß, vielleicht auch Glück im Unglück.

Alpina B4 S Biturbo Allrad Edition 99,Motorraum
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Kraft gibt’s en masse: 680 Nm serviert der Dreiliter-Biturbo maximal – Bestwert in dieser Hubraumklasse!

Jedenfalls macht der Editions-B4 nie den Eindruck, als verzehre er sich nach Verausgabung. Klar, Kraft gibt’s en masse: 680 Nm serviert der Dreiliter-Biturbo maximal – Bestwert in dieser Hubraumklasse! Zwar brauchen die Lader recht lang, um hochzukochen, ab 3.000/min wird dann aber groß aufgetischt: eine Drehmomentkeule Marke Haute Cuisine – schön saftig und eingelegt in sämig-herzhaften Sechszylindersound, der durch die sieben Kilo leichtere Titanabgasanlage sogar noch mehr Würze kriegt. Die Beilagen indes: eher schlicht. Die Lenkung klumpt um die Mittellage, seiert bei größeren Winkeln aus; das Fahrwerk stützt die Querdynamik ab, anspornen kann es sie jedoch nicht. Kurzum: Das Coupé wiegt fast 1,8 Tonnen und fühlt sich auch so an.

Allrad als Euphoriebremse

Allerdings glauben wir, dass das sperrige Handling nichts Grundsätzliches ist, sondern eine Nebenwirkung des Allradantriebs (3.000 Euro), der auch dem regulären B4 S ein Stock im Hintern ist. Mit Hinterradantrieb, das lehren uns frühere Tests, führe sich das Ganze auf alle Fälle fluffiger: 65 Kilo weniger, ausgewogenere Balance und vor allem mehr Einfluss für die Drexler-Sperre, die hier auf verlorenem Posten steht. Fazit: Wenn schon Traditionsmodell, dann bitte stilecht, schließlich will man ja nur alt aussehen und sich nicht alt fühlen.

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