Alpina B7

Der Siebenmeilen-Stiefel

Foto: Achim Hartmann 11 Bilder

Der stärkste BMW kommt nicht aus München, sondern aus Buchloe im Allgäu. Mit einer Leistung von 500 PS markiert der getunte 7er die Spitze. Und auch die Spitze ist Spitze: 300 Sachen stehen dem B7 zu Buche.

Die Zahl liest sich ergreifend,  auch ein wenig furchteinflößend:  500 PS. Es ist fünf Mal  so viel, wie im Ur-Carrera zur  Verfügung steht, zehn Mal so viel wie im  Basis-Lupo von VW. Nicht einmal der  berühmte Auto Union-Rennwagen der  750-kg-Formel mit seinen aufgeladenen  16 Zylindern hat deutlich mehr Power.  Auch die andere Kennziffer lässt  Wildheit vermuten: 700. Es ist der Drehmoment-  Höchstwert in Newtonmetern.  Durch die starken Diesel ist man ja in  diesem Bereich verwöhnt, aber es gibt  nur einen einzigen Selbstzünder, der auch  diesen Wert noch übertrifft, nämlich der  Zehnzylinder-TDI des VW Touareg. Der  vergleichbare Zwölfzylinder des BMW  760i entwickelt bei sechs Liter Hubraum  nur 600 Newtonmeter und liegt auch in  der maximalen Leistung 55 PS unter dem  B7 von Alpina.  Weniger Hubraum, nämlich 4,4 Liter  statt 6,0, und weniger Zylinder, nämlich  acht statt zwölf, führen beim B7 im Zuge  eines Wettrüstens in der Oberklasse zu  der imponierenden PS-Zahl 500.

Dass  sich Alpina-Chef Burkard Bovensiepen  bei der Konzeption des schnellsten BMW  für den vergleichsweise kleinen V8 entschied,  hängt mit der Möglichkeit der  Aufladung und dem gegenüber dem V12  geringeren Motorgewicht zusammen.  Beim B7 ist es ein so genannter Radialverdichter,  der mechanisch über einen  Riemen von der Kurbelwelle getrieben  wird. Sein Verdichterrad dreht synchron  mit der Motordrehzahl hoch. Da solche Strömungslader zwecks guter Effizienz  hohe Drehzahlen brauchen (bis zu 100 000  Umdrehungen), sorgt ein Planetenrad-Getriebe  für die notwendige Übersetzung.  Die Lader-Drehzahl nimmt im Gegensatz  zum Abgas-Turbolader kontinuierlich  zu. Ein Turboloch gibt es nicht, ebensowenig  wie ein Schaltgetriebe. Der mit der  Valvetronic zwecks Verbrauchsoptimierung  ausgestattete V8 ist mit der BMWSechsgang-  Automatik kombiniert, die  Alpina für ihren stürmischen Einsatz mit  500 Pferdestärken angepasst hat.  Leicht haben es die Teile der Kraftübertragung  nicht, denn was da beim Gasgeben  auf die 21-Zoll-Räder mit dem gewaltigen  Reifenformat 285/30 hinten einstürmt,  lässt kein Auge trocken. Auch  wenn der aufgeladene Achtzylinder seine  höchste Durchzugskraft erst bei 4500 Umdrehungen  erreicht, steht er doch weit davor  schon gut im Futter. 

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • sehr gutes Raumangebot hochwertige Verarbeitung großer Kofferraum
  • eingeschränkte Funktionalität schlechte Übersichtlichkeit
Fahrkomfort
  • geringes Geräuschniveau befriedigende Federung sehr gute Sitze
  • eingeschränkter Abrollkomfort
Antrieb
  • fulminante Fahrleistungen hohe Laufkultur kein Turboloch
  • Zusammenspiel Motor, Automatik und DSC manchmal unharmonisch
Fahreigenschaften
  • sicheres Kurvenhalten sehr guter Geradeauslauf gute Traktion
Sicherheit
  • wirksame, standfeste Bremsen DSC serienmäßig komplette Airbag-Ausstattung
Umwelt
  • Schadstoffeinstufung nach Euro 4
  • sehr hoher Verbrauch
Kosten
  • lange Service-Intervalle
  • hoher Preis hohe Festkosten

Fazit

Leistungsmäßig gehört der Alpina B7 zu den schnellsten Autos überhaupt. Besonders beeindruckend ist seine Beschleunigung, auch Bremsen und Fahreigenschaften sind auf hohem Niveau. Im Komfort gibt es leichte Abstriche.

Übersicht: Alpina B7
Technische Daten
Alpina B7 4.4 V8
Grundpreis 116.400 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 5029 x 1902 x 1477 mm
KofferraumvolumenVDA 500 l
Hubraum / Motor 4398 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 368 kW / 500 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 300 km/h
0-100 km/h 4,8 s
Verbrauch 12,8 l/100 km
Testverbrauch 18,8 l/100 km
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