Aston Martin V12 Vantage im Test

Kombination schafft sportliche Speerspitze

Aston Martin Vantage V12 Foto: Dominic Fraser 21 Bilder

Das Aston Martin-Modell mit den geringsten Abmessungen in Kombination mit dem größten verfügbaren Motor – diese Allianz mit dem Namen V12 Vantage verspricht beste Unterhaltung. Man könnte auch sagen: Downsizing par exzellence.

Kommerziell tätige Tempo-Überwacher, umgangssprachlich auch Blitzer genannt, würden die Frage vom philosophischen Ansatz her betrachtet überhaupt nicht verstehen. Und wenn, dann würden sie ein kategorisches Nein herauspressen. Ob es denn eine Art gibt, stilvoll schnell zu fahren?

Nun, wir würden die Frage selbstverständlich in vollem Umfang bejahen. Schießlich macht es einen erheblichen Unterschied, ob einer bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h 90 Prozent der verfügbaren Energie einsetzen muss, oder ob er dieses Tempo bei einer Auslastung von -- sagen wir – 30 Prozent halten kann. Etwas aus dem Ärmel schütteln zu können – und sei es nur Geschwindigkeit – hat doch etwas Aristokratisches, oder nicht?

Edles Understatement ohne die Insignien der Sportlichkeit

Wenn die automobile Erscheinung dann noch ohne die andernorts entbotenen Insignien der Sportlichkeit auf edles Understatement macht, wäre es wohl auch seitens der Ordnungskräfte angeraten, solch stilvoll-schneidigen Gleitern per se ein deutlich höheres Grundtempo zuzubilligen.

Aber Spaß beiseite: Der „kleine“ Aston Martin Vantage mit dem Sechsliter-Zwölfzylinder aus dem großen DBS entspricht in seiner stilvollen Eleganz, gepaart mit einer doch eher subtilen Darbietung sportlicher Attribute genau der Art automobilem Souverän, dem man nicht nur alles mögliche zutraut, sondern dem man darüber hinaus auch eine ganze Menge zubilligt.

Nachfahre des Aston Martin DBS Vantage von 1969

Das war schon bei seinem Urahnen, dem DBS Vantage aus dem Jahr 1969, nicht viel anders. Obwohl: Die Fahrleistungen entsprachen damals kaum der üppigen Leistungsangabe von 325 PS. Der von drei Weber-Doppelvergasern gespeiste, noch vom Vorgänger DB6 übernommene Reihensechszylinder trieb den rund 1.700 Kilogramm schweren Vantage laut dem britischen Magazin „Autocar“ in gerade mal 8,6 Sekunden auf 100 km/h. Und bei 226 km/h war auch schon das Ende der Fahnenstange erreicht. Gemessen daran gibt der Urenkel den echten Temperamentsbolzen: 300 km/h sind angesichts der Leistungsreserven, die der Zwölfzylinder bereit hält, ganz selbstverständlich drin.

Aus dem Stand erreicht der mit etwa demselben Gewicht wie sein Ahne antretende V12 Vantage die 300-km/h-Marke nach 53,7 Sekunden. 200 km/h liegen nach 14,0; 100 km/h nach 4,5 Sekunden an. Viel mehr als diese nackten Zahlen dürfte die Art und Weise interessieren, in der die Fahrleistungen zustande kommen. Die extrem kultivierte Antrittskraft des Zwölfzylinders kommt – wie soll man sagen – aristokratisch, zuweilen sogar etwa herrisch rüber. So, wie das Drehmoment schon knapp über Leerlaufdrehzahl über die Antriebsräder herfällt, darf man sich nicht wundern, wenn die Pirelli Corsa-Sportreifen zumindest in der Warmlaufphase dazu tendieren, vorübergehend die Contennance, sprich: die Haftung zu verweigern.

Auf dem Hockenheimring schneller als der Aston Martin DBS

Die gewichtsausgleichende Transaxle-Bauweise mit dem am Hinterachsdifferenzial angeflanschten Getriebe und die mechanische Differenzialsperre können diese Traktionsschwäche nicht verhindern, sodass der elektronischen Traktionskontrolle im Regelfall eine etwas höhere Bedeutung zukommt als etwa beim V8 Vantage. Hat der Reifen sein Temperaturfenster erreicht, bringt sich die kleine V12-Variante aber mit durchweg liebenswerten Eigenschaften ins Geschehen ein. Immerhin ging der schneidige Aston beim letzten 24h-Rennen auf dem Nürburgring schon mit einem viel beachteten Klassensieg so weit in Vorlage, dass angesichts seiner zweiten große Prüfung – der Rundenzeitmessung in Hockenheim – kein Zweifel am sportlichen Talent mehr erlaubt war. Mit 1.13,2 Minuten stellt der in handwerklich anerkennenswerter Weise hergestellte Zweisitzer sogar das Aston-Topmodell DBS, dessen markanten Zwölfzylinder der Vantage geerbt hat, mit einem Vorsprung von drei Zehntelsekunden in den Schatten.

Im Detail profitiert der kompakte Zwöfzylinder-Vantage deutlich von den N24-Versionen, die Aston Martin nach den diversen, zusammen mit sport auto erbrachten Rennerfolgen auf der Nordschleife aufgelegt hat: Die dezente Frontspoilerlippe und der stärker ausgeprägte Bürzel am Heck sind Vermächtnisse des konsequent betriebenen Nürburgring-Engagements. Bei aller Dynamik, die der V12 Vantage ohne falsche Attitüde an den Tag legt, versteht er sich aber vor allem als typischer Gran Turismo: Nicht zu weich und schon gar nicht zu hart pflegt er fahrwerkseitig eine Unauffälligkeit, die als nettes Zugeständnis an die Langstreckentauglichkeit verstanden werden darf. Der schneidige Auftritt wird nur durch das härtere Abrollen der Sportreifen etwas getrübt.

Rennstrecken-Option: ESP bietet drei Stufen

In Sachen Fahrsicherheit ist mit dieser grandiosen Fahrmaschine überdies alles in Butter: Was auf dem Rundkurs die Agilität etwas beschneidet – die unter Schleppgas einsetzende Tendenz zum Untersteuern,- hilft dem Lenker im Alltag, die vor seinen Füßen lauernden 517 PS im Zaum zu halten. Die Versicherung in Form des elektronischen Stabilitätspakts lässt sich in drei Stufen verwalten: So können die Eingriffe ins Motormanagment im Track Mode nur teilweise oder auf Wunsch auch ganz verhindert werden. Solche Möglichkeiten kannten die Piloten des DBS Vantage vor vierzig Jahren nicht. Wenn sie es übertrieben hatten, dann wussten sie genau: Der Dreher, das war nicht ich, das war das Auto. Solche unsachlichen Vorwürfe würde der aktuelle V12 Vantage energisch von sich weisen.

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Technische Daten
Aston Martin V12 Vantage
Grundpreis 172.890 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4380 x 1865 x 1241 mm
KofferraumvolumenVDA 239 l
Hubraum / Motor 5935 cm³ / 12-Zylinder
Leistung 380 kW / 517 PS bei 6500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 305 km/h
0-100 km/h 4,5 s
Verbrauch 16,4 l/100 km
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