Audi A3 2.0, VW Golf 2.0:Wir sind Helden

Foto: Hans-Dieter Seufert 16 Bilder

Bisher haben sie alle Vergleichstests gewonnen. Jetzt treffen Audi A3 und VW Golf direkt aufeinander – jeweils mit Zweiliter-TDI.

 Er begründete vor knapp30 Jahren nicht nur einneues Marktsegment, sondern drückte gleich einer ganzen Generation seinen Stempel auf: der Golf, erfolgreichstes Auto in und aus Deutschland. Und das, obwohl der erste Vergleichstest anno 1974 bei auto motor und sport gleich mal richtig in die Hose ging. Der Neuling musste sich Citroën GS und Alfasud geschlagen geben. Wie uncool. Doch was will man von einer Zeit erwarten, in der Schlagersängerin Katja Ebstein auf einer doppelseitigen Anzeige ungestraft farbenfrohe Kunststoffkleider aus Trevira propagieren durfte? Wagt da noch jemand zu behaupten, früher sei alles besser gewesen? War es nicht. Beispiel Testverbrauch: Mit 6,9 Litern ist der 2.0 TDI um 0,3 Liter sparsamer als der erste Golf Diesel. Bei annähernd dreifacher Leistung, vierfachem Drehmoment und einer halben Tonne mehr Gewicht – Folge besserer Ausstattung. Wäh-rend 1976 Verbundglas-Frontscheibe und Bremskraftverstärker noch auf der Aufpreisliste standen, bringt der Golf von heute unter anderem ESP, Kopf- sowie Seitenairbags selbstverständlich mit. Plus solider Verarbeitung und diesem über die Jahre sorgsam perpetuierten Da-weiß-man-was-man-hat-Gefühl. Die zweite Generation des Audi A3 versucht, hier mit grimmigem Antlitz zu kontern. Sie basiert auf der gleichen Plattform wie der Golf, allerdings fällt die A3-Karosserie sechs Zentimeter niedriger aus, was sie coupéhafter erscheinen lässt. Ein Eindruck, der sich im Innenraum fortsetzt. Fast vanartig präsentiert sich der Golf, und er kann in Sachen Raumökonomie einen Seitenblick auf den Peugeot 307 nicht leugnen. Üppige Kopffreiheit, die von einer etwas tieferen Sitzposition als bisher noch unterstützt wird, sowie die großen Fensterflächen sorgen für erhabenes Raumgefühl. Allerdings auch für eingeschränkte Übersicht nach vorn. Im Innern des Audi dominiert das durchgängig genarbte Armaturenbrett – ein Gegensatz zum breiten, nicht überall hochwertig wirkenden Mittelbau des Golf. Dem pragmatischen Materialeindruck des VW setzt der Audi noch mehr Liebe zum Detail entgegen. Etwa bei den runden Luftausströmern, dem Aluminiumgriff des Handschuhfachs oder der kleinen Extra-Sonnenblende über dem Innenspiegel.

Die Pflicht beherrschen beide perfekt: Die Instrumente sind eindeutig gezeichnet, Radio- und Klimaregler gut erreichbar. Beim Golf, mit dem 140-PS-TDI nur in der 22 625 Euro teuren Comfortline-Version erhältlich, kostet die Klimaanlage genauso Aufpreis wie beim A3 – sogar in der noblen, 24 000 Euro teuren Ambiente-Ausstattung. Immerhin, alles was an Bord ist, ist auf Anhieb gut zu bedienen. Vom Lichteinschalten über das Nullen des Tageskilometer-Zählers bis zum Sendereinstellen am – aufpreispflichtigen – Radio: Das Handbuch kann im großen, ebenfalls klimatisierten Handschuhfach bleiben. Nur der Griff zum Gurt erfordert wegen der jeweils weit hinten liegenden B-Säulen etwas Gelenkigkeit. Doch was nach dem Start folgt, entschädigt: Der Vierventil-TDI lässt sich mit der gut dosierbaren Kupplung spielend einfach anfahren, macht das bei früheren Pumpe-Düse-Aggregaten übliche Vabanque-Spiel zwischen Abwürgen und Kavalierstart vergessen. Ohne Charakter und Temperament eingebüßt zu haben: Das maximale Drehmoment liegt bei 1750/min, die Höchstleistung bei 4000/min an – und zwischen diesen Eckpfeilern geht es ab. Zum Beispiel in 9,2 Sekunden von null auf 100. Oder satt durchziehend im großen Gang über Land. Aus dem serienmäßigen Sechsten resultieren ein angenehm niedriges Drehzahl- und Geräuschniveau bei Überland- und Autobahnfahrt sowie der günstige Testverbrauch von 6,8 (A3) respektive 6,9 Liter (Golf). Auf der Autobahn setzt sich der Audi mit seiner etwas höheren Endgeschwindigkeit leicht ab. Erneuter Gleichstand herrscht in puncto Schaltbarkeit. Leichtgängig und auf kurzen Wegen präzise rastend trägt das Getriebe zum Spaßfaktor auf kurvigen Straßen bei. Speziell der Golf hat im Vergleich zu früheren Generationen regelrecht Pfeffer im Hintern: Die neue Vierlenker-Hinterachse im Verbund mit höherer Karosseriesteifigkeit sowie dem um 67 Millimeter längeren Radstand provoziert geradezu eine agile, aber dennoch sichere Fahrweise. Bei hochklassigem Komfort: Der Fünfer-Golf absorbiert selbst fiese kurze Absätze, ohne auf langen Wellen oder in schnellen Kurven ins Wanken zu geraten. Was soll der A3 gegen so viel Perfektion ausrichten? Er versucht mit Gefühlsechtheit zu kontern. Sein straffer ausgelegtes Serienfahrwerk gibt kleinere Unebenheiten anarchisch-trotzig an die Besatzung weiter anstatt sie zu schlucken. Die einen preisen seine direkte Art als vorbildliche, Fahrspaß fördende Transparenz, die anderen geißeln sie als unzumutbar eingeschränkten Abrollkomfort.

Um dieser Diskussion die Schärfe zu nehmen, bietet Audi mittlerweile eine softer abgestimmte Fahrwerksvariante an. Was bleibt, ist die Tatsache, dass der A3 mit seinen 205/55 R 16 gegenüber dem mit 195/65 R 15 bereiften Golf mehr Bodenhaftung bei weniger Eigendämpfung bietet. Kürzere Bremswege und bessere Resultate bei der Fahrdynamik-Prüfung unterstreichen dies. Bei der Vergleichsfahrt auf öffentlichen Straßen zieht der Audi jedoch keinen objektiven Vorteil aus seiner Fahrwerksauslegung. Subjektiv wirkt der knackig-straffe A3 allerdings behänder als der vergleichsweise erwachsen daherkommende Golf. Pluspunkt bei beiden: die elektro-mechanisch unterstützte Lenkung. Exakt um die Mittellage, fein dosierbar in Kurven, mit passendem Rückstellmoment ausgestattet, fördert sie Geradeauslauf und Handling gleichermaßen. Wer nun ob des neutralen Eigenlenkverhaltens allzu übermütig in die Kurve geht, wird bei beiden Kontrahenten sanft vom elektronischen Stabilitätsprogramm eingebremst. Das macht den Aufenthalt im Grenzbereich ohne feuchte Handflächen möglich – auch bei erhöhter Belastung durch vier Personen. Eine Reserve, die Sinn macht, denn Fond-Passagiere werden bei keinem der Kompakten als Hinterbänkler behandelt. Nach mühseligem Zustieg fühlt man sich im A3 korrekt, im Golf sogar bequem untergebracht, was an der relativ großzügigen Beinfreiheit liegt. Notfalls passen sogar drei Personen hinten hinein, Dreipunktgurt und Kopfstütze sind vorhanden. Reine Lastenspediteure können die Rücksitzlehnen umklappen und die Kofferraumvolumina von jeweils 350 auf 1100 beim Audi und auf 1305 Liter beim Golf erweitern. Stabile Verzurrhaken besitzen beide, der Audi bringt in der Ambiente-Version zusätzlich Gepäcknetze an der Heckablage sowie hinter den Vordersitzlehnen mit. Besonderer Clou beim Golf: der herausnehmbare Flaschenöffner in der Mittelkonsole. Damit fällt das Anstoßen auf den – wenn auch knappen – Sieg über den konzerninternen Rivalen noch leichter.

Karosserie-Check

Fazit

1. Audi A3 2.0 TDI
516 Punkte

Der kompakt gezeichnete A3 wirkt agiler und sportlicher als der Golf. Allerdings auf Kosten eines im Vergleich minimal eingeschränkten Raumgefühls und einer spürbar straffer ausgelegten Federung.

2. VW Golf 2.0 TDI
518 Punkte

Ein knapper Sieg für die Ausgewogenheit. Der Golf profitiert von seinem größeren Innenraum, dem geschmeidigeren Fahrwerk und etwas niedrigeren Kos-ten. Motorseitig herrscht dagegen fast Gleichstand.

Technik-Check

Fazit

1. Audi A3 2.0 TDI
516 Punkte

Der kompakt gezeichnete A3 wirkt agiler und sportlicher als der Golf. Allerdings auf Kosten eines im Vergleich minimal eingeschränkten Raumgefühls und einer spürbar straffer ausgelegten Federung.

2. VW Golf 2.0 TDI
518 Punkte

Ein knapper Sieg für die Ausgewogenheit. Der Golf profitiert von seinem größeren Innenraum, dem geschmeidigeren Fahrwerk und etwas niedrigeren Kos-ten. Motorseitig herrscht dagegen fast Gleichstand.

Preise

Fazit

1. Audi A3 2.0 TDI
516 Punkte

Der kompakt gezeichnete A3 wirkt agiler und sportlicher als der Golf. Allerdings auf Kosten eines im Vergleich minimal eingeschränkten Raumgefühls und einer spürbar straffer ausgelegten Federung.

2. VW Golf 2.0 TDI
518 Punkte

Ein knapper Sieg für die Ausgewogenheit. Der Golf profitiert von seinem größeren Innenraum, dem geschmeidigeren Fahrwerk und etwas niedrigeren Kos-ten. Motorseitig herrscht dagegen fast Gleichstand.

Ersatzteile

Fazit

1. Audi A3 2.0 TDI
516 Punkte

Der kompakt gezeichnete A3 wirkt agiler und sportlicher als der Golf. Allerdings auf Kosten eines im Vergleich minimal eingeschränkten Raumgefühls und einer spürbar straffer ausgelegten Federung.

2. VW Golf 2.0 TDI
518 Punkte

Ein knapper Sieg für die Ausgewogenheit. Der Golf profitiert von seinem größeren Innenraum, dem geschmeidigeren Fahrwerk und etwas niedrigeren Kos-ten. Motorseitig herrscht dagegen fast Gleichstand.

Fazit

1. Audi A3 2.0 TDI
516 Punkte

Der kompakt gezeichnete A3 wirkt agiler und sportlicher als der Golf. Allerdings auf Kosten eines im Vergleich minimal eingeschränkten Raumgefühls und einer spürbar straffer ausgelegten Federung.

2. VW Golf 2.0 TDI
518 Punkte

Ein knapper Sieg für die Ausgewogenheit. Der Golf profitiert von seinem größeren Innenraum, dem geschmeidigeren Fahrwerk und etwas niedrigeren Kos-ten. Motorseitig herrscht dagegen fast Gleichstand.

Technische Daten
VW Golf 2.0 TDI Comfortline Audi A3 2.0 TDI Ambiente
Grundpreis 23.500 € 24.600 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4204 x 1759 x 1485 mm 4203 x 1765 x 1421 mm
KofferraumvolumenVDA 350 bis 1305 l 350 bis 1080 l
Hubraum / Motor 1968 cm³ / 4-Zylinder 1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 103 kW / 140 PS bei 4000 U/min 103 kW / 140 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 203 km/h 207 km/h
0-100 km/h 9,2 s 9,2 s
Verbrauch 5,4 l/100 km 5,5 l/100 km
Testverbrauch 6,9 l/100 km 6,8 l/100 km
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