Audi A3 Cabrio gegen BMW 1er Cabriolet

Zwei Cabrios mit Vierzylinder-Reihenmotor im Vergleichstest

Foto: Hans-Dieter Seufert 26 Bilder

Zwei Bayern oben ohne in Italien: Audi A3 Cabrio und BMW 1er Cabrio, die beiden frischesten Cabriolets der Saison, liefern sich mit ihren Vierzylinder-Benzinern ein Duell um Sonne, Wind und Punkte.

Sorgfältig faltet das BMW 1er Cabrio noch sein Stoffmützchen, da schreit das Audi A3 Cabrio schon Erster. Während der Audi seine Gewebekapuze einfach nur ins kurze Stummelheck stopft, ist der Heckdeckel beim BMW 1er Cabrio ein Teil der Z-förmigen Klapp-Choreographie. Faszinierender Maschinenbau, aber eben 13 Sekunden langsamer. Was nicht heißt, dass der warme Frühlingswind am Comer See auch früher um das Näschen der Audi A3 Cabrio-Passagiere weht. Denn während der Münchner auf Knopfdruck noch bis knapp 50 km/h sein automatisches Verdeck (serienmäßig) sirren lässt, unterbindet sein Rivale schon außerhalb von Tempo 30-Zonen derlei Mechanik-Kunststücke. 750 Euro kostet bei ihm die vollautomatische Offenbarung inklusive Akustik-Vlies.

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Stoffverdeck steht beiden Cabrios gut

Der Verzicht auf ein versenkbares Metallklappdach tut jedenfalls beiden gut. Speziell das BMW 1er Cabrio wirkt stimmig und elegant, während das Audi A3 Cabrio im Vergleichstest hinten etwas voreilig endet. Nicht nur pedantische Schöngeister, sondern auch Pragmatiker werden motzen, dass sie deshalb ihr Gepäck durch eine enge Luke zwängen müssen. BMW 1er Cabrio-Piloten laden dagegen ganz bequem durch ein breites Stufenheck-Tor. Dafür lässt sich beim Audi A3 Cabrio die Rückbank serienmäßig geteilt umklappen.

Harte Schläge vom Überrrollbügel im Audi A3 Cabrio

So geht es zwischen den bayerischen Erzrivalen wie beim Fingerhakeln fröhlich hin und her: Gibt es für Großgewachsene im geräumigen Audi A3 Cabrio-Fond harte Schläge von den Überrollbügeln auf den Hinterkopf, drängt das BMW 1er Cabrio seine Heckpassagiere im Schulter- und Beinbereich zum Zwangskuscheln wie in einem überfüllten Bierzelt. Im Gegenzug sieht der Fahrer aus den Fond-Fenstern mehr als durch die Guckscharten im Audi A3 Cabrio. In einem sind sich die beiden Streithähne jedoch einig: dem fast perfekt dosierbaren Frischluftgefühl.

BMW 1er Cabrio mit Verbrauchszügeln

Doch schon beim Antrieb trennt sich die bajuwarische Luft-Einheit: Der 120i im BMW 1er Cabrio schöpft seine 170 PS aus dem zwei Liter Hubraum eines längs eingebauten Vierzylinder-Saugers, dem Start-Stopp mit Bremsenergie-Rückgewinnung die Verbrauchszügel anlegt. Macht zehn PS mehr und 0,7 Liter weniger ECE-Verbrauch als sein turbogeladener 1,8-Liter-Konkurrent mit Direkteinspritzung.

Audi A3 Cabrio gewinnt Bavarian Open

Zufrieden glänzt die Niere ob der theoretischen Überlegenheit in der italienischen Sonne und muss sich doch beim Antritt ein Stummelheck anschauen: Das Audi A3 Cabrio stürmt schon aus dem Drehzahlkeller durchzugsstark und fröhlich laderpfeifend los, wo bei den bayerischen Motorenwerken noch müde, brummelige Montagmorgen-Stimmung herrscht. Der BMW-Vierventiler wirkt zugeschnürt, glänzt nicht durch hohe Laufruhe und kommt erst bei Drehzahlen über 4.000/ min einigermaßen in die Puschen. Hohe Drehzahlen öffnen aber den Super-Plus-Sprithahn, und so verbraucht das BMW 1er Cabrio mit spürbar weniger Spaß im rechten Fuß reale 0,7 Liter pro 100 km mehr als der schwerere A3. In dieser Form liegt BMW mit seinen Vierzylinder-Benzinern derzeit nicht vorne.

Dafür ist das Fahrwerk des Hecktrieblers schon voll in Frühlingsfest- Stimmung und reißt den Piloten mit seinem lange neutralen, präzisen und anmachend agilen Handling mit. Weder Antriebseinflüsse noch traktionssuchendes Scharren stören die direkte Lenkung. Und der zarte Heckschwung im sportlichen ESP-Modus DTC ist für manchen Sportfahrer schon Kaufgrund genug. Vor allem steht das BMW 1er Cabrio sowohl bei der µ-Split-Bremsung auf unterschiedlich griffigem Untergrund als auch aus hohem Tempo sieben Meter früher.

Das Audi A3 Cabrio lässt es etwas zahmer, aber fast ebenso agil angehen. Einen Tick mehr Untersteuern machen die ruhigere Lenkung und die knackigere Schaltung im Vergleichstest wett. Auf welliger Fahrbahn federt er zudem angenehmer, und dass sein Akustikdach bei 160 km/h vier Dezibel leiser rauscht, freut nicht nur HNO-Ärzte. Auch das Bankkonto grinst breiter: Das Audi A3 Cabrio kostet über 2.000 Euro weniger, außer den Bi-Xenon-Lampen ist jedes wichtige Extra günstiger, und bei den Spritkosten fehlt der Super-Plus-Aufschlag. So gewinnt das Audi A3 Cabrio schlussendlich souverän die Bavarian Open. Doch das BMW 1er Cabrio wartet schon auf Revanche - mit einem besseren Motor.

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Fazit

1. Audi A3 Cabrio 1.8 TFSI
471 Punkte

Der neue 1,8-Liter-Turbomotor sichert mit seiner Durchzugsstärke und Effizienz dem komfortabel-agilen und gut verarbeiteten A3 Cabrio zusammen mit den niedrigeren Kosten den Sieg. Nur die Bremsen dürften im Vergleich zum BMW kräftiger zupacken.

2. BMW 120i Cabrio
443 Punkte

Der 1er bietet den größeren Kofferraum, überzeugt bei Komfort und Sicherheitsausstattung und glänzt mit seinem animierend agilen Handling. Doch sein Knackpunkt ist der müde, recht durstige Motor, der nicht zu dem schönen Cabrio passen will.

Technische Daten
Audi A3 Cabriolet 1.8 TFSI Attraction BMW 120i Cabrio
Grundpreis 30.150 € 33.000 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4238 x 1765 x 1424 mm 4360 x 1748 x 1411 mm
KofferraumvolumenVDA 260 bis 674 l 305 l
Hubraum / Motor 1798 cm³ / 4-Zylinder 1995 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 118 kW / 160 PS bei 4500 U/min 125 kW / 170 PS bei 6700 U/min
Höchstgeschwindigkeit 220 km/h 220 km/h
0-100 km/h 8,2 s 9,3 s
Verbrauch 6,7 l/100 km 6,8 l/100 km
Testverbrauch 8,9 l/100 km 9,6 l/100 km
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