Audi A3 Sportback, Gebrauchtwagen-Check, asv1018 Dani Heyne
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Audi A3 Sportback im Gebrauchtwagen-Check

Ein Glückstreffer?

Er ist der edle Bruder des VW Golf – und als Neuwagen auch teurer als dieser. Für manchen Interessenten kommt der Audi A3 daher erst als Gebrauchter infrage. Die Frage ist nur: Wie gut ist der kompakte Ingolstädter nach ein paar Jahren? Fragen wir Meister Wünsch, der dieses Modell bestens kennt.

Beim Gebrauchtwagenkauf geht’s oft zu wie beim Roulette„, setzt Meister Wünsch philosophisch an und klopft dabei prüfend an den Endschalldämpfer des Audi A3 Sportback, der über ihm auf der Hebebühne parkt. Bereits seit einer guten Stunde untersucht Meister Wünsch ihn nun schon – ohne nennenswertes Ergebnis. “Wo war ich?„, murmelt er. “Ah ja, beim Roulette! Da muss man sich ja auch auf eine Zahl oder einen Bereich festlegen und hofft dann auf einen Hauptgewinn. So ähnlich machen das viele beim Gebrauchtwagenkauf: Sie haben einen Autotyp im Kopf, der es dann unbedingt sein muss„, erklärt der Meister. Und fügt hinzu: “Meist handelt es sich dabei um Modelle, die als Neuwagen schlicht zu hochpreisig sind. Typen wie dieser Audi A3 Sportback, der mit einem angenehmen Motor und einer Prise Luxus an Bord schon problemlos die 35.000 Euro-Marke knackt. Da würde ich auch lieber nach einem jungen Gebrauchten Ausschau halten – der dann mal eben locker 10.000 Euro weniger kostet.„

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Abgefahren? Sind die Pneus ungleich abgefahren, stimmt die Achsgeometrie nicht.

Nach dem letzten Satz fährt Meister Wünsch mit der flachen Hand prüfend über die Lauffläche der hinteren Reifen, um dort nach ungleichmäßigen Abnutzungen zu suchen. “Ein unangenehmes Problem dieses Typs sind Abrollgeräusche der Reifen an der Hinterachse. Durch eine ausgeschlagene Hinterachsaufhängung verschleißt die Innenkante der Reifen leicht schuppenförmig, was man beim flüchtigen Check oft gar nicht erkennt – aber meist bei der Probefahrt wahrnimmt. Bei diesem A3 ist das nicht der Fall. „Der steht da wie ein Jahreswagen“, so der Meister anerkennend.

Einen problemfreien A3 kann man finden

Dabei hat unser Testkandidat schon einige Sommer erlebt: Der Fünftürer ist gut fünf Jahre alt, einer der letzten Sportback der zweiten Generation, Erstzulassung im September 2012. Der Erstbesitzer hat sich für den 1,4-Liter-Turbobenziner entschieden, der es dank Direkteinspritzung und Turboaufladung auf 125 PS und 200 überzeugende Newtonmeter bringt. Beeindruckende Werte für einen kleinen Vierzylinder. Für Meister Wünsch ist es der beste Benziner im Motorenangebot des A3. Obgleich der Turbolader anfangs Probleme gemacht hat – und den A3 gern mit einer Motorkontrollleuchte in die Werkstatt schickte. Nach dem Auslesen des Fehlercodes stand da meist „Fehler Ladedruckregelung“. Was zu Deutsch heißt: Der Abgasturbolader muss getauscht werden. „Mittlerweile gibt es bei VW und Audi einen passenden Reparatursatz für um die 480 Euro zuzüglich Einbau“, erklärt Meister Wünsch. Danach funktioniert der Turbo wieder tadellos.„ Probleme dieser Art sind aber eher bei älteren Baujahren bekannt, der 1.4 TFSI wurde ja bereits ab 2007 mit dem A3 verheiratet.

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Spiel? Es tritt nach ein paar Jahren in den Kugelgelenken auf. Nicht so bei diesem Exemplar.

“Für mich ist der Antrieb dennoch eine gute Wahl, technisch auf Höhe der Zeit, lässt sich sparsam bewegen und kam serienmäßig mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe„, erläutert der Meister seine Wahl. “Zu einem Dieselmotor kann man aktuell niemandem mehr raten, was zwar an sich Quatsch ist, aber leider traurige Realität.„

Meister Wünsch rüttelt kurz darauf an den Federn des A3, die gelegentlich brechen können, und checkt anschließend die Bremsscheiben auf ungleichmäßigen Abrieb. “Nichts – dieses Modell hat keine der typischen Kinderkrankheiten.„ Kein Wunder, im letzten Baujahr hat ein Hersteller meist alles im Griff.

Als der A3 langsam zurück auf den Boden schwebt, fasst Meister Wünsch zusammen: “Antrieb dicht, Auspuff und Achsen wie neu, Lenkung ohne unangenehmes Spiel, nirgendwo auch nur die Spur von Korrosion, Achsmanschetten und Bremsleitungen ohne Blessuren. Kurz: Dieser A3 ist optisch und technisch ein Hauptgewinn. Und das nach sechs Jahren!„

Nicht jedes gebrauchte A3-Exemplar ist so gut

Unser Profi ist sichtlich begeistert, er weiß aber auch, dass dies eher die Ausnahme darstellt. Nicht dass ein A3 sonst zu den Mängelriesen zählt – aber so gut wie unser Exemplar sind die wenigsten beisammen. “Das liegt zum einen an der sehr guten Pflege des Vorbesitzers, zum anderen hat der Wagen gerade mal 44.000 Kilometer

hinter sich, die meisten sicherlich an warmen Sommertagen abgespult.„ Zufrieden fährt er den Sportback aus der Werkstatt und ruft durch das geöffnete Seitenfenster: “Jetzt haben wir das mit dem Roulette gar nicht zu Ende gebracht: Also, wenn man so einen gebrauchten A3 vor sich hat, sollte man alles setzen. Hat ein Traum-A3 dagegen die typischen Kinderkrankheiten, sollte man einen kühlen Kopf bewahren – und weitersuchen. Das Angebot an gebrauchten Modellen ist schließlich groß.„

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Tests

Nachdem sich Meister Wünsch verabschiedet hat, schauen wir noch kurz auf die Preise dieses Typs. Vergleichbare gebrauchte A3 Sportback des Baujahrs 2012 starten in den gängigen Gebrauchtwagenbörsen aktuell bei 7.000 Euro – dann aber mit rund 200 000 Kilometern auf der Uhr. Sollen es nur rund 50.000 Kilometer sein, beginnen die Angebote bei etwa 11.500 Euro. Wie bereits bei anderen Modellen erwähnt, sind auch beim A3 die Kurse für Dieselversionen gefallen – aktuell gibt es keinen Unterschied mehr zu Benzinern.

Versionen, Motoren & Ausstattung

Der A3 wird gern auch als der Golf von Audi bezeichnet – in unserer heutigen Gebrauchtwagenserie schauen wir uns die zweite Baureihe des Kompakten näher an. Technisch betrachtet war er – nach dem VW Touran – das zweite Fahrzeug innerhalb des VW-Konzerns, das die A-Plattform des Golf V (interner Code PQ35) nutzte. Optisch blieb er der Silhouette seines Vorgängers weitgehend treu, kam nur ein wenig kantiger auf den Markt. Das war im Jahr 2003. Bereits im Frühsommer 2005 bekam er ein Facelift spendiert.

Produziert wurde diese A3-Generation überwiegend im Stammwerk Ingolstadt. Neben dem Zweitürer (Typ 8P, Produktion bis Mai 2012) gab es wie beim Vorgänger auch einen Viertürer (8PA), der etwa anderthalb Jahre später bei den Händlern stand und bis Oktober 2012 angeboten wurde. Die Karosserie des Sportback ist 72 Millimeter länger als der Zweitürer und trägt andere Rückleuchten. Bei der dritten Karosserieversion handelt es sich um das A3 Cabriolet mit Stoffverdeck, welches in Deutschland ab Mitte Januar 2008 startete und bis März 2013 lief.

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Für Meister Wünsch ist es der beste Benziner im Motorenangebot des A3.

Der Audi A3 (8P) ist serienmäßig mit Frontantrieb ausgestattet. Die Modelle mit Vierradantrieb (Quattro) verfügen über eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung (Haldex), die durch ihre variable Sperrwirkung ein Durchdrehen der Vorderräder verringert, indem Kraft bei Bedarf auf die Hinterräder geleitet wird. Bei den Sportversionen S3 und RS 3 sowie dem 3.2- Liter-VR6-Benziner ist der Allradantrieb serienmäßig an Bord.

Ein Blick auf die Motorentabelle zeigt sieben Benziner mit einem Leistungsspektrum von 102 bis 340 PS. Empfehlenswert ist dabei der 1.4 TFSI, der aus 1.390 Kubikzentimetern Hubraum 125 PS und 200 Newtonmeter Drehmoment zaubert – Direkteinspritzung und Turboauflader sei Dank. Ein Sechsgang-Schaltgetriebe war bei ihm serienmäßig verbaut.

Für Dieselfans standen seinerzeit drei Antriebe zur Wahl: ein 1.6 TDI mit Common-Rail-Technik, der wahlweise 90 und 105 PS leistet, ein 1.9 TDI mit Pumpe-Düse-Einspritzung und 105 PS sowie der bekannte Zweiliter-TDI mit 140 oder 170 PS. Während Letzterer stets an ein manuelles Sechsganggetriebe gekoppelt war, mussten die kleinen Hubräume mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe leben, DSG kostete Aufpreis.

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Fazit

So ein Audi A3 ist für Sie der richtige, wenn Sie einen sehr gut verarbeiteten Kompakten mit Premium-Flair suchen. Mit dem viertürigen Sportback bekommen Sie nicht nur mehr Platz als beim Zweitürer, er ist im Alltag auch einfach praktischer, wenn man beispielsweise gern die Familie oder ein paar Freunde dabei hat. Interessant ist die zweite Generation des A3 vor allem durch ihre vergleichsweise niedrigen Preise: Bereits bei 11.500 Euro geht’s für Modelle des Baujahrs 2012 los, die gerade mal 50.000 Kilometer auf dem Tacho haben. Wenn das kein guter Deal ist!

Das gefällt uns:

Auch wenn es etwas abgedroschen klingt, es ist die sehr gute Verarbeitung dieser A3-Generation, die uns stets erfreut. Je besser die Ausstattung, desto nachhaltiger das Aha-Erlebnis – auch nach Jahren noch. Den Sportback würden wir dem Dreitürer stets vorziehen – der zwar sportlicher dasteht, aber eben auch unpraktischer und rund sieben Zentimeter kürzer ausfällt.

Das stört uns:

Ehrlich? Dass bei diesem Modell recht wenig Vorsprung durch Technik am Start war. Bei den Motoren zum Beispiel: Da hatte Audi recht lange den süffigen 1,6-Liter im Angebot. Und die modernen Turbobenziner mit 1,2 und 1,4 Litern Hubraum? Die machten mit anfälligen Abgasturbos Probleme. Das darf nicht sein. Die restliche Technik? Solide. Aber kein Vorsprung zu erkennen.

So ist die Marktlage:

Egal in welcher Ecke Deutschlands Sie zu Hause sind, gebrauchte Audi A3 Sportback finden sich überall. Und zwar einige. Daher lohnt es sich, den ausgesuchten Traumwagen ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Hat er die typischen Kinderkrankheiten, lassen Sie ihn besser stehen und schauen sich den nächsten an. So gibt’s am Ende keine Tränen.

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Audi A3
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