Audi A4 2.0 TFSI im Test

Forscher Geist

Foto: Achim Hartmann 15 Bilder

Alter Bekannter mit neuem Gesicht? Beim Audi A4 mit Direkteinspritzer-Turbo-Benzinmotor steckt mehr dahinter. Das Auto gehört zu den dynamischsten seiner Klasse – BMW sollte auf der Hut sein.

Wie neu ist neu? Wirklich neu ist nur wenig am neuen A4. Stylingretuschen, ein weiterentwickeltes Fahrwerk und überarbeitete Motoren hauchen frisches Leben in den Bestseller von Audi, aber im Kern bleibt er ganz der Alte – sicher kein Fehler, denn rüstig genug war er ja noch. In Anbetracht des neuen, respektheischenden Grills im Format einer Bratröhre trifft es sich gut, dass auch verschärft eingeheizt werden kann. Der im Testwagen eingebaute Turbo-Benziner stellt 200 PS zur Verfügung, bisher leistete der stärkste Vierzylinder nur 190 PS. Beim Drehmoment wurde ebenfalls draufgesattelt: 280 Nm statt vormals 240 Nm.

So gesehen ist auch der höhere Preis zu vertreten. Als Fronttriebler mit Sechsgang-Getriebe kommt der A4 2.0 TFSI auf 30.400 Euro, 1.250 Euro mehr als der Vorgänger, allerdings bei weitgehend unveränderter Serienausstattung. Zusätzlich drin ist nur die einst mit 205 Euro berechnete Servotronic (geschwindigkeitsabhängige Lenkunterstützung), Klimatronic und vier elektrische Fensterheber waren beim Turbo schon zuvor im Preis enthalten. Der Grill begegnet einem in stilisierter Form auch auf der Lenkradnabe, ansonsten erwartet den A4-Insassen der vertraute Anblick: strenge Funktionalität gepaart mit pingeliger Verarbeitung, nicht zu vergessen eine Solidität, die den Eindruck erweckt, man könne drinnen eine Bombe hochgehen lassen, ohne Schaden anzurichten.

Nicht dienen kann der A4 mit Raumvorteilen, hier bleibt alles beim Alten. Vorn sitzt es sich bequemer als hinten, wo die Lehne weniger steil sein dürfte und die Sitzfläche etwas länger. Den neuen, aufgeladenen Direkteinspritzer kennt man bereits aus dem A3, den er zu beachtlichen Fahrleistungen beflügelt. Im A4, mit 1.509 Kilogramm nicht schwerer als ein A3 Sportback, setzt er sich nicht weniger eindrucksvoll in Szene: 7,1 Sekunden für den Spurt von Null auf 100 km/h sind kein Pappenstiel, auch wenn der Turbomotor dies ohne große Anstrengung zu bewerkstelligen scheint.

Dabei spielt er keineswegs den feurigen Hengst, sondern übt sich in Gelassenheit. Als Taktstock steht ein Schalthebel zur Verfügung, der sich durch hohe Präzision und geringen Kraftbedarf auszeichnet. Der lang übersetzte Sechste kann ausgiebig genutzt werden. Davon profitiert der Verbrauch: Für den Testdurchschnitt errechnen sich 10,2 L/100 km, im Hinblick auf die Fahrleistungen ist das erfreulich wenig. Die mit der Modellüberarbeitung einhergehenden Fahrwerksmodifikationen zeugen unmissverständlich vom Ehrgeiz, ins BMW-Revier eindringen zu wollen. Was die Handlingqualitäten betrifft, eindeutig mit Erfolg.

Lenkexaktheit und Agilität haben spürbar gewonnen. Die Ambitionen, es mit BMW aufzunehmen, beschränken sich indessen nicht auf den Dynamikvergleich. Auch in Sachen Komfort orientiert man sich bei Audi offenbar an den Gepflogenheiten des Konkurrenten. Im Klartext: Gelobt ist, was hart macht. Wer lieber gut gefedert reist, muss sich anderweitig umschauen.

Fazit

Der überarbeitete A 4 bietet mehr als nur einen neuen Grill: Er ist deutlich agiler und mit dem neuen Turbomotor noch kraftvoller als bisher. Lobenswert auch der günstige Verbrauch, unbefriedigend hingegen der federungskomfort.

Technische Daten
Audi A4 2.0 TFSI Ultra
Grundpreis 31.700 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4586 x 1772 x 1427 mm
KofferraumvolumenVDA 460 bis 720 l
Hubraum / Motor 1984 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 147 kW / 200 PS bei 5100 U/min
Höchstgeschwindigkeit 241 km/h
0-100 km/h 7,1 s
Verbrauch 7,7 l/100 km
Testverbrauch 10,2 l/100 km
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