Audi A4 Avant gegen BMW 3er Touring

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Foto: Hans-Dieter Seufert 13 Bilder

Schicke Kombis wie die beiden Mittelklasse-Modelle aus Ingolstadt und München pfeifen auf maximalen Laderaum. Als Zweiliter-Diesel pfeifen sie stattdessen mit ihren Turboladern – und manchmal auch mit den Reifen.

Der neue Audi A4 Avant hat weniger Gepäckraumvolumen als ein VW Golf GTI – jedenfalls bei umgeklappter Rücksitzbank. In diesem Fall schluckt der Kombi mit 1184 Litern 121 Liter weniger als die fast 40 Zentimeter kürzere Sport-Ikone. Lacht da jemand bei BMW? Zu Unrecht, der 3er Touring bietet mit 435 beziehungsweise 1340 Litern nur wenig mehr als Golf und Konsorten.

Was deren Kundschaft anscheinend egal ist: Sie goutiert die Kombination ausschickem Äußeren und praxistauglichem Laderaum mehr als Volumen-Rekorde. Für die meisten Alltagsaufgaben reichen die Heck-Abteile der zwei Kombis sowiesp: Bei umgelegten Rücksitzlehnen passt neben Fahrrädern oder anderen Sportgeräten sogar eine mittelgroße Möbelhaus-Beute hinein. Sie logiert auf flauschiger Auslegware, gesichert von serienmäßigen Trenn- Netzen, ebenso gemütlich und sicher wie die Passagiere.

Oberflächenanmutung und Passgenauigkeit erreichen im Audi Oberklasse-Niveau. Viele Details sind fühl- und sichtbar liebevoller ausgeführt als beim ebenfalls solide verarbeiteten BMW. In Sachen Ergonomie gibt es bei beiden wenig zu bekritteln: Man findet sich auf Anhieb zurecht, Wesentliches ist intuitiv bedienbar. Die klar gezeichneten BMW-Instrumente verdienen Extra-Lob, während der progressiv skalierte Audi-Tacho überfrachtet wirkt. Die tiefe Sitzposition im Audi passt hingegen perfekt und kommt vor allem sportlichen Naturen stärker entgegen als die etwas höhere im BMW. Die optionalen Sportsitze beider Kontrahenten geben mit jeweils einstellbarer Lordosenstütze, Sitzflächenneigung und -verlängerung körpergerechten Halt. Und das ist gut so, verlocken doch beide zum herzhaften, reuelosen Querbeschleunigen.

Galten Hecktriebler vorvergangener Generationen gern mal als Heckschleudern und Fronttriebler als tumbe Untersteuerer, haben sich die beiden Konzepte inzwischen in der Mitte getroffen. Unter Beibehaltung ihrer spezifischen Charaktere. In der auto motor und sport-Fahrdynamikprüfung pfeift der Dreier trotzdem etwas schneller um die Pylonen, erfordert dafür aber ein höheres Maß an Konzentration. Zudem leistet er sich in der Bremsprüfung auf unterschiedlich griffigem Untergrund (µ-Split) einen Lapsus, indem er präzise Spurhaltung mit einem zu langen Bremsweg erkauft.

Für Entspannung sorgt der 150 PS starke Zweiliter-Diesel des 320d. Er entwickelt seine Kraft homogener, subjektiv leiser und vibrationsärmer als der vor allem unter Last dunkel brummende, 140 PS starke Diesel im Audi. Im Fahrbetrieb spontan ansprechend und zackig hochdrehend nimmt der BMW dem Audi stets ein paar Meter ab. Lediglich bei der Elastizitätsprüfung bremst sich der Dreier durch seine lange Getriebeübersetzung selbst ein.

Das etwas kürzer ausgelegte Sechsganggetriebe des Zweiliter-TDI im A4 passt besser, hier kann dem BMW davonziehen. Anders als beim Verbrauch, beide verlangen rund acht Liter auf 100 Kilometer. Auch beim Kaufpreis herrscht ein Patt: Für rund 30 000 Euro ist alles Notwendige enthalten, wer Musik und Luxus will, muss kräftig draufzahlen. Ein gut ausgestatteter Kombi übersteigt problemlos die 45 000-Euro-Marke.
Und bleibt dennoch rußpartikelfilterlos: Den liefert Audi ab Frühjahr 2005, BMW erst beim Dreier-Nachfolger.

Technische Daten
Audi A4 Avant 2.0 TDI BMW 320d Touring Exclusive
Grundpreis 30.100 € 33.550 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4586 x 1772 x 1427 mm 4478 x 1739 x 1409 mm
KofferraumvolumenVDA 442 bis 1184 l 435 bis 1340 l
Hubraum / Motor 1968 cm³ / 4-Zylinder 1995 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 103 kW / 140 PS bei 4000 U/min 110 kW / 150 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 207 km/h 216 km/h
0-100 km/h 9,8 s 9,3 s
Verbrauch 5,8 l/100 km 6,0 l/100 km
Testverbrauch 8,2 l/100 km 8,3 l/100 km
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