Audi A4, Opel Insignia und Skoda Superb im Test

Kombis mit mehr als 250 PS

Audi A4 AV 2.0 TFSI Quattro, Opel Insignia Sports T. 2.0 DI, Skoda Superb Combi 2.0 TSI 4x4, Exterieur Foto: Hans-Dieter Seufert 30 Bilder

Kombis mit mehr als 250 PS? Da gehörte früher ein ordentlicher Sechszylinder rein. Doch heute kommen die schnellen Lade-Meister mit Vierzylinder, jeder Menge Turbo-Drehmoment und automatischem Getriebe. Mit dem Audi A4 Avant 2.0 TFSI Quattro Sport, Skoda Superb Combi 2.0 TSI 4x4 SportLine und Opel Insignia Sports Tourer 2.0 DI haben wir drei dieser Fahrzeuge getestet.

Der Trend geht zum Vierzylinder, gerade in der Mittelklasse und bei Benzinern. Außer BMW und Mercedes hat kein Volumenhersteller noch einen Sechszylinder in dieser Klasse parat, vom Audi S4 einmal abgesehen. Und Volvo setzt gar ganz auf Vierzylinder, mit und ohne elektrische Unterstützung. Mittelklasse also, Leistung jenseits der 250 PS, Laderaum über 1,5 Kubikmeter und Preis um die 45.000 Euro. In diesem Kreis ist der Opel Insignia Sports Tourer der Jüngste, mit fast fünf Metern Länge ein gewaltig großes Auto und 260 PS stark.

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Audi A4 AV 2.0 TFSI Quattro, Opel Insignia Sports T. 2.0 DI, Skoda Superb Combi 2.0 TSI 4x4, Exterieur
Audi A4, Opel Insignia und Skoda Superb im Test Kombis mit mehr als 250 PS
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Über 25 Zentimeter kürzer ist der Audi A4 Avant, das Premium-Angebot dieses Trios, mit 252 PS starkem Zweiliter-Turbo und einem Preis von mindestens 47.800 Euro. Mit 47.500 Euro fast ebenso teuer ist der Skoda Superb Combi als 280 PS starker TSI-Benziner, doch nur, weil er hier in der edlen Sportline-Ausstattung kommt.

Gemeinsam ist Opel und Skoda übrigens, dass sie in ihrer jeweils stärksten Leistungsstufe nur mit Allradantrieb und automatisch schaltendem Getriebe verfügbar sind.

Agiler Opel Insignia Sports Tourer 2.0 DI

Das ist an und für sich keine schlechte Idee, auch beim Insignia nicht, denn 260 PS und 400 Nm lässt man nur ungern allein an der Vorderachse zerren. Der Allradantrieb verteilt über zwei Lamellenkupplungen das Drehmoment situationsgerecht auch an die beiden Hinterräder. Das funktioniert im Alltag unauffällig und gut, Traktionsprobleme treten kaum auf.

 Opel Insignia Sports T. 2.0 DI, Exterieur Foto: Hans-Dieter Seufert
0,8 Liter Benzin mehr als der Audi A4 verbrennt der durstigere Opel Insignia Sports Tourer. Das sind bei heutigen Treibstoffpreisen rund 100 Euro je 10.000 km .

Was aber auch ein wenig an der eher unambitionierten Aisin-Achtgangautomatik liegt. Die schaltet vergleichsweise unwillig und träge, sodass sich die Power des Vierzylinders unspektakulär entfaltet. So produziert der Sports Tourer deutlich schlechtere Fahrleistungen als seine beiden Konkurrenten in diesem Test, obwohl Leergewicht und Leistung ähnlich sind. Im Verbrauch ist das Opel-Triebwerk das Schlußlicht, genau zehn Liter verbraucht es im Testmittel. Gemessen am Gebotenen ist das eindeutig zu viel, zumal der Vierzylinder auch in Sachen Laufruhe und Geschmeidigkeit nicht ganz vorn dabei ist.

Irgendwie schade, denn der große Kombi hat auch seine guten Seiten. Etwa das Raumangebot: Vorn wie hinten sind die Insassen großzügig untergebracht, reichlich Platz für Ladegut gibt es ebenfalls – wenngleich nicht ganz so viel, wie es die üppigen Außenmaße vermuten ließen. Der Kofferraum ist 100 Liter kleiner als der des 13 Zentimeter kürzeren Superb, beim maximalen Ladevolumen beträgt der Rückstand sogar fast 300 Liter.

Doch wir wollten noch mehr von den guten Seiten des Opel erzählen – vom Fahrwerk. Das macht zwar selbst in der sanftesten Stellung des optionalen FlexRide-Fahrwerks (995 Euro) einen eher straffen Eindruck, erweist sich vor allem bei größerer Beladung und deftigeren Unebenheiten aber als sehr ausgewogen und fein abgestimmt.

Zudem biegt der Insignia am agilsten um die Ecken, verbirgt geschickt Länge und Gewicht und fühlt sich auf der Landstraße eine Klasse kleiner an, als er ist. Ein Teil des Lobes gebührt dabei der leichtgängigen, doch sehr exakten und homogen arbeitenden Lenkung. Mit ihr lässt sich der große Opel spielerisch in die Kurve positionieren, die Seitenneigung bleibt gering, Karosseriewanken ist ihm vor allem im Sportmodus fremd.

Dass der Sports Tourer in diesem Test nicht weiter vorn landet, liegt übrigens neben dem wenig überzeugenden Antrieb auch am mäßigen Qualitätsniveau und der suboptimalen Bedienbarkeit.

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Geräumiger Skoda Superb Combi 2.0 TSI 4x4

In dieser Beziehung hat der Superb zum neuen Modelljahr nicht unbedingt dazugewonnen. Das Top-Infotainment Columbus (2.870 Euro) hat nun zwar einen auf 9,2 Zoll gewachsenen Monitor, verzichtet jedoch, wie die ähnliche VW-Anzeige, auf die beiden seitlichen Drehknöpfe für Lautstärke und Menü-Scrollen. Leichter gelingt die Bedienung jedenfalls beim weniger umfangreichen und deutlich günstigeren Gerät Amundsen (1.480 Euro), bei dem man nur auf den größeren Bildschirm, WLAN-Hotspot, DVD-Laufwerk und SD-Slots verzichten muss.

Ohnehin ist der Skoda nicht das billigste Auto im Vergleich. Die getestete Sportline-Version kostet schon mal 2.900 Euro mehr als ein gleich motorisierter Style, hat aber bereits serienmäßig das adaptive DCC-Fahrwerk (940 Euro), Sportsitze sowie 19-Zoll-Räder (rund 900 Euro) an Bord. Und nun die gute Nachricht: Nichts davon benötigen Sie wirklich im Superb. Die Sitze sind zwar bequem, elektrisch verstellbar und bieten guten Seitenhalt, doch die inte-grierten Kopfstützen passen nicht jedem und versperren den Fondinsassen die Sicht. Zudem ist bereits das Standardfahrwerk sehr komfortabel eingestellt, und an der Schunkelneigung des Aufbaus ändern die Adaptivdämpfer nicht allzu viel.

Wer freilich sowieso große Räder und DCC haben will, macht mit dem Sportline nichts verkehrt. Sportliche Neigungen liegen dem Kombi dennoch fern, trotz des sehr munter agierenden Doppelkupplungsgetriebes und des kräftigsten Motors im Vergleich. Bei schneller Kurvenfahrt fühlt er sich am ehesten wie der sprichwörtlich große Wagen an, zeigt zudem bei fixen Richtungswechseln die deutlichste Wankneigung.

Trotz lückenhafter Sicherheits- und Assistenzausstattung erweist sich der Superb einmal mehr als nahezu idealer Familienkombi mit vielfältigen Talenten. Er bietet Platz in Hülle und Fülle, ist ausgesprochen praktisch und dabei selbst mit dem starken Benziner recht genügsam.

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Hochwertiger Audi A4 Avant 2.0 TFSI Quattro Sport

In diesem Vergleich reicht das nur für den zweiten Platz hinter dem Audi A4 Avant, der nur in zwei von sieben Wertungskapiteln nicht ganz vorn liegt. Wenig überraschend ist das bei der Karosseriewertung, weil der kompakte Audi erheblich weniger Innen- und Kofferraum als die beiden Rivalen bereithält.

Es reicht zwar für vier Personen samt Gepäck, doch dass sich die Insassen im A4 wohlfühlen, liegt eher an den ausgezeichneten Sitzen als an den Platzverhältnissen. Zudem können sie sich am spürbar und sichtbar hochwertigsten Interieur erfreuen. So geht halt Premium, Opel und Skoda fallen da etwas ab.

Im Gegenzug sind beide deutlich preiswerter, das Kostenkapitel ist das zweite, das der A4 nicht gewinnt. Doch mit günstigen Unterhaltskosten, stabilem Wiederverkaufswert und dem niedrigsten Testverbrauch des Trios kann er den Rückstand in Grenzen halten.

Das viele Geld ist im Audi freilich gut angelegt. Federn und dämpfen kann er beispielsweise besser als die beiden anderen, zudem verdaut er hohe Zuladungen besser. Nur im Komfortmodus des Adaptivfahrwerks (980 Euro) neigt er leicht zum Nachschaukeln. Allerdings sei hier erwähnt, dass er die geringste Zuladung verträgt – genau 503 kg, mithin rund 100 kg weniger als bei Opel (602 kg) und Skoda (615 kg).

Harmonisch präsentiert sich dazu der Antrieb des A4. Dass er acht PS und 30 Nm weniger entwickelt als beispielsweise der Insignia, ist ihm nicht anzumerken. Der Zweiliter-Turbo hängt gut am Gas und kooperiert bestens mit dem Siebengang-DSG. Die guten Fahrleistungen und der niedrigste Testverbrauch im Vergleich belegen den gelungenen Auftritt der Antriebseinheit.

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Da scheint es bedauerlich, dass die Entwickler ihrem Kombi nicht etwas mehr zutrauten. Die sehr vorsichtige ESP-Auslegung bremst den Audi überraschend deutlich ein, verhindert jedoch andererseits deutlichere Lastwechselreaktionen. So ist der A4 gefühlt immer mit etwas gebremstem Schaum unterwegs. Bei flotter Landstraßenfahrt wirkt er so träger als etwa der sehr agile Insignia Sports Tourer.

Die meisten Punkte sammelt der Audi A4 Avant 2.0 TFSI Quattro Sport dennoch. Skoda und Opel sind zwar gute Kombis, aber nicht die besseren Autos.

Fazit

1. Audi A4 Avant 2.0 TFSI Quattro Sport
441 Punkte

Mit komfortablen Fahrwerk und dem ebenso kultivierten wie sparsamen Motor lässt der A4 die Kombi-Konkurrenz hinter sich- trotz des knappen Raumangebots.

2. Skoda Superb Combi 2.0 TSI 4x4 SportLine
434 Punkte

Der preiswerte Superb bietet viel Platz und den kräftigsten Motor. Mit umfangreicherer Assistenzaustattung und sparsamen Antrieb käme er weiter nach vorn.

3. Opel Insignia Sports Tourer 2.0 DI Sport 4x4 Innovation
419 Punkte

Der durstigste Moto, die träge Automatik und der bescheidene Qualitätseindruck bremsen den Insignia hier ein. Gelungen sind Fahrwerk und Lenkung, ebenso das Raumangebot.

Technische Daten
Audi A4 Avant 2.0 TFSI Quattro Sport Opel Insignia Sports Tourer 2.0 DI Turbo 4x4 Innovation Skoda Superb Combi 2.0 TSI 4x4 SportLine
Grundpreis 49.350 € 44.175 € 46.750 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4725 x 1842 x 1434 mm 4986 x 1941 x 1500 mm 4856 x 1864 x 1467 mm
KofferraumvolumenVDA 505 bis 1510 l 560 bis 1665 l 660 bis 1950 l
Hubraum / Motor 1984 cm³ / 4-Zylinder 1998 cm³ / 4-Zylinder 1984 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 185 kW / 252 PS bei 5000 U/min 191 kW / 260 PS bei 5300 U/min 206 kW / 280 PS bei 5600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h 245 km/h 250 km/h
0-100 km/h 5,9 s 7,0 s 5,7 s
Verbrauch 6,5 l/100 km 8,7 l/100 km 7,2 l/100 km
Testverbrauch 9,2 l/100 km 10,0 l/100 km 9,7 l/100 km
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Neuester Kommentar

Wo ist hier der Daumen-hoch-Smiley?

Aber "artax111" und ein paar andere Frustrierte, die noch nie ein einziges konstruktives Wort beizutragen hatten, bitte gleich mit!
Es wird allerhöchste Zeit dafür, dass hier rigide durchmoderiert wird. Das ist wirklich schade, aber es ist nicht zu übersehen, dass es nicht anders geht.

930.engineering 20. April 2018, 21:49 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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