Audi A6 2.0 TDI vs Mercedes E 200 CDI

Spar-Stunde

Foto: Achim Hartmann 9 Bilder

Eine besonders sparsame Variante erweitert jetzt die A6-Baureihe nach unten – der 2.0 TDI mit 140 PS. Kann er dem gut etablierten Konkurrenten von Mercedes davonfahren?

Die Masche ist alt, hat sich aber bewährt: ein neues Modell mit starken und teuren Triebwerken einzuführen.

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Vergleichstest Audi A6 2.0 TDI, Mercedes E 200 CDI
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So, wie Audi das mit dem jungen A6 praktiziert hat. Der bot bislang motorisch nur, was PS-Freunde begehrten – einen bärenstarken V8 mit 335 PS und vier leistungsfreudige Sechszylinder mit indirekter (177 PS) und direkter Benzineinspritzung (255 PS) sowie mit Common- Rail-Dieseltechnik (180/225 PS).

Der kleine Vierzylinder, also der neue Motor für A6-Einsteiger, kommt mit neunmonatiger Verspätung. Sein Hubraum von nur zwei Litern und die vergleichsweise geringe Leistung von 140 PS versprechen in einer gut 1,6 Tonnen schweren Limousine eher bescheidenes Temperament.

Da ruht alle Hoffnung auf dem gewaltigen Drehmoment des Pumpe- Düse-Turbodiesels, das mit 320 Newtonmeter annähernd den gleichen Nennwert erreicht wie der 3,2-Liter-V6 mit FSI-Technik.

Ist das Temperament ein Kritikpunkt am jüngsten und schwächsten A6? Mitnichten. Viel mehr ein Grund für Anerkennung, wie die ermittelten Fahrleistungen eindrucksvoll unterstreichen. Nur 10,4 Sekunden genehmigt sich der vollgetankt 1650 Kilogramm wiegende und mit zwei Personen (plus 150 kg) besetzte Audi, um aus dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen.

Noch vor wenigen Jahren wäre diese Zeit gut genug gewesen, um dem A6 die Auszeichnung Renndiesel zu verleihen. Heute verbieten das die üblicherweise sehr hoch gesteckten Erwartungen. Ein Blick auf die Fahrleistungen des Konkurrenten rückt das Beschleunigungsvermögen des Audi ins rechte Licht.

Nicht nur die eine Sekunde mehr, die sich der 122 PS starke E 200 CDI in dieser Disziplin gönnt, ist ein untrügliches Indiz für die gute Form des A6. Auch seine Elastizitätswerte sind um eine ganze Klasse besser. Beim Beschleunigen in hohen Gängen ausniedrigen Drehzahlen düpiert der Audi den Mercedes geradezu: Das zeigt der Fünf-Sekunden-Unterschied im sechsten Gang (80 bis 120 km/h). Die kleine Gedenksekunde, die der TDI-Motor nach dem Gasgeben einlegt, verzeiht man ihm, schließlich wirft er sich dann umso kräftiger ins Zeug.

Die CDI-Maschine des Mercedes, ebenfalls von einem Lader mit variabler Turbinengeometrie mit Frischluft versorgt, reagiert spontaner, aber weniger heftig aufs Gas. Sie hat trotz der irreführenden Bezeichnung 2,2 Liter Hubraum, entspricht weitgehend der 220 CDIMaschine und ist für 580 Euro Aufpreis mit Partikelfilter lieferbar (für den A6 leider nicht erhältlich).

Ein geändertes Kennfeld der Motorsteuerung sorgt für die Leistungsdifferenz (minus 28 PS zum 220), der Verzicht auf die Ausgleichswellen beeinträchtigt ein wenig die Laufruhe. Sie macht bei niedrigen Geschwindigkeiten aus dem Verbrennungsverfahren keinen Hehl.

Mercedes setzt auf Common- Rail-Technik und erzielt damit bezüglich Laufkultur und Geräuschentwicklung zumindest subjektiv ein etwas besseres Ergebnis als Audi mit dem Pumpe-Düse-Konzept.

Diese im VW-Konzern entwickelte Technik arbeitet mit höheren Einspritzdrücken (bis 2000 bar), die einerseits das Geräuschbild und den trotz Ausgleichswellen raueren Motorlauf prägen, andererseits aber die Genügsamkeit fördern.

So legt der Audi mit einem Testverbrauch von durchschnittlich 7,9 Liter pro 100 km die Messlatte – für den Mercedes unerreichbar hoch. Der konsumiert trotz des Gewichtsvorteils von rund 50 Kilogramm über einen Liter mehr – fast eine kleine Welt unter den Selbstzündern dieser Klasse.

Weil der Audi A6 zudem – auch wegen seines etwas größeren Tanks (70 Liter) – einen deutlich weiteren Aktionsradius bewältigt und aufgrund seiner präziseren und leichtgängigeren Schaltung weitere Pluspunkte sammelt, gewinnt er das Antriebskapitel verdient mit einem sehr großen Punktvorsprung.

Einen solchen Kantersieg kann er gegen den zwei Jahre älteren Mercedes in keinem anderen Bewertungskapitel wiederholen. Auch nicht bei der Fahrsicherheit, wo er vor allem von seiner höheren Agilität profitiert.

Erstaunlich leichtfüßig zieht der Audi auf kurvenreichen Strecken seine Bahn, wobei er stets präzise den Bewegungen seiner leichtgängigen, guten Fahrbahnkontakt vermittelnden Lenkung folgt. Auch im Kurvengrenzbereich gibt er mit seinem leicht untersteuernden Eigenlenkverhalten dem Fahrer keine Rätsel auf.

Das tut auch der etwas neutraler ausgelegte Mercedes nicht, der unter allen Bedingungen mit völlig narrensicherem Fahrverhalten überzeugt. Allerdings erfordert er bei forcierter Gangart mehr fahrerischen Einsatz, weil besonders seine Behäbigkeit und kräftige Aufbaubewegungen der Kurvenfreudigkeit im Wege stehen.

Marginale Vorteile zieht der Audi aus seinem Frontantriebskonzept. Dazu gehören der etwas stabilere Geradeauslauf sowie bessere Winterfahreigenschaften. Traktionsvorzüge auf nasser oder trockener Straße darf man hingegen nicht erwarten, wie das häufiger zu hörende Pfeifen durchdrehender Antriebsräder verrät.

Über jeden Zweifel erhaben: die wirksamen Bremsen der beiden Limousinen, die auch höchsten Beanspruchungen klaglos gewachsen sind.

Allein das synthetisch wirkende Pedalgefühl der elektrohydraulischen Mercedes-Bremse erschwert feines Dosieren der Bremskraft. Die Stunde des Mercedes schlägt, wenn Komfort gefragt ist. Mit seiner ausgewogenen Federung pariert er kleine und große Unebenheiten gleichermaßen souverän und überzeugt zudem durch niedrigere Fahrgeräusche.

Der A6 wirkt mit seiner straffen Abstimmung steif und stacksig, auch hält er seine Passagiere auf scheinbar ebener Fahrbahn mit leichter vertikaler Unruhe gern in Bewegung. Das stört. Zu den weiteren Nachteilen des Audi gehören die schlechtere Übersichtlichkeit, der durch das abfallende Dach beengte Fondeinstieg und eine teilweise etwas umständliche Bedienung (Doppelbelegung der Klima- Regelknöpfe).

Dem stehen als Vorzüge das großzügige Raumangebot sowie die hochwertige Qualitätsanmutung des Interieurs entgegen. In der E-Klasse genießt man den besseren Überblick, was auch durch die höhere Sitzposition erkauft wird.

Zudem sitzt man im Fond bequemer. Der in der preiswerteren Classic- Version angetretene Mercedes verbreitet im Innenraum zwar wenig Charme, hat aber dennoch serienmäßig eine ungewöhnlich umfangreiche Sicherheitsausstattung.

Zu ihr zählen sogar intelligente Airbags und doppelte Gurtstraffer. Classic hin oder her – bei den kostenrelevanten Kriterien ist der Audi nicht zu toppen. Anschaffungspreis, Fest- und Kraftstoffkosten fetten sein Punktekonto weiter an und festigen den verdienten Sieg – einen Triumph der Sparsamkeit.

Technische Daten
Mercedes E 200 CDI Classic Audi A6 2.0 TDI
Grundpreis 34.104 € 33.200 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4818 x 1822 x 1452 mm 4916 x 1855 x 1459 mm
KofferraumvolumenVDA 540 l 546 l
Hubraum / Motor 2148 cm³ / 4-Zylinder 1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 90 kW / 122 PS bei 4200 U/min 103 kW / 140 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 202 km/h 210 km/h
0-100 km/h 11,4 s 10,4 s
Verbrauch 6,4 l/100 km 6,0 l/100 km
Testverbrauch 9,0 l/100 km 7,9 l/100 km
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