Audi A6 Avant 2.7 TDI vs. BMW 525d Touring

Trend forscher

Foto: Hans-Dieter Seufert 28 Bilder

Kombis mit Dieselmotor liegen im Trend – erst recht, wenn sie so edel, hilfreich und gut wie der BMW 525d Touring sind. Doch sein neuer Herausforderer Audi A6 Avant 2.7 TDI setzt alles daran, ihm den Schneid abzukaufen.

Nett gemeint, dieser Hinweis, aber arg gemein: „Der Listenpreis Ihres individuellen Fahrzeugs beträgt 52 975 Euro. Das entspricht in DM 103 610,09.“ So steht es im Begleittext zum Testwagen, der fein säuberlich alle Extras des Audi A6 Avant 2.7 TDI aufzählt und zum Grundpreis von 38 900 Euro addiert. Und so wird auch der Letzte gewahr, dass wir uns hier in einem Segment bewegen, das noch vor wenigen Jahren als Luxusklasse galt.

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Vergleichstest BMW 525d Touring, Audi A6 Avant
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Doch zumindest bei der heimischen Konkurrenz kommt man nicht billiger weg. Der vergleichbare BMW 525d Touring etwa, in Basisausstattung bereits 41 050 Euro teuer, repräsentiert so, wie er hier antritt, einen Wert von 61 300 Euro. Mit weiterem Zubehör oder einem stärkeren Triebwerk könnten es auch ein paar Tausender mehr sein, allerdings kaum weniger – die jeweiligen Einstiegs-Benziner sind nur zirka 3000 Euro billiger als die günstigsten Diesel- Modelle.

Großer Preis, große Erwartungen also, die beide Nobel- Kombis mit Eleganz von Format erfüllen. Der Audi vertritt den typischen Stil des Hauses mit fließenden Linien, kräftigen Schultern und einem chromgerahmten Prachtgrill, der BMW mit kurzem Vorbau, markanten Wimpern sowie einem spannungsvollen Wechselspiel aus konvexen und konkaven Flächen. Dazu bei beiden ein coupéhaft gerundetes Heck, das jede Nähe zu klassischen Transportern vermeidet. Stauraum gibt es gleichwohl in Hülle und Fülle – besonders beim A6, der den Fünfer in der Länge um neun, den Vorgänger gar um 14 Zentimeter überragt. Statt 455 hat er nun 565 Liter Volumen zu bieten, das sich durch Vorklappen der geteilten Rücksitzlehne auf 1660 Liter erweitern lässt.

Ins BMW-Abteil passen nur 500 bis 1615 Liter hinein, und auch die Zuladung ist – trotz serienmäßiger Niveauregulierung an der Hinterachse – etwas knapper bemessen (472 zu 488 Kilogramm). Das Umlegen der Lehne erfordert jeweils wenig Kraft und Zeit, doch weil die Fondbank in Position bleibt, steigt der Boden nach vorne an. Ansonsten warten beide mit praktischen Staufächern, Zwölf-Volt-Steckdose sowie Gepäckrollo und Trennnetz auf. Der Audi punktet zudem mit flexiblen Befestigungsösen auf Metallschienen, Dachreling gratis und einer zweistufig arretierenden Heckklappe, während der Fünfer eine separat zu öffnende Heckscheibe mitbringt.

Gegen Aufpreis helfen spezielle Gestänge, Bänder oder eine Staubox (A6), das Ladegut zu sichern. All das wirkt hier wie dort so ansprechend, hochwertig und solide gemacht wie das gesamte Interieur, und auch beim Platzangebot für die Passagiere herrscht weit gehend Gleichstand. In beiden Autos sitzen vier Erwachsene ausgesprochen bequem, mit einem leichten

Vorteil für die größere Bein und Ellenbogenfreiheit sowie das luftigere Raumgefühl im Audi. Wichtiger erscheint im täglichen Umgang, dass sich Klimaanlage, Radio oder Navigation mit dem präzisen, sinnlich rastenden MMI-System leichter und schneller bedienen lassen als mit dem i-Drive- Knopf im BMW.

Der Fortschritt durch Technik, den Audi für sich geltend macht, zeigt sich auch beim Komfort. Mit der optionalen Luftfederung (1900 Euro) steckt das gut gedämpfte Fahrwerk vor allem lange Bodenwellen erstaunlich souverän weg, wobei es sich selbst bei voller Beladung keine Blößen gibt.

Drei Einstellungen von Komfort bis Dynamik sind möglich, doch wenig sinnvoll, weil der Automatik- Modus selbsttätig die passende Abstimmung wählt. Hilfreich dagegen ist die vierte Stufe (Lift), mit der sich die Bodenfreiheit auf schlechten Pisten etwas vergrößern lässt. Auch der BMW federt an der Hinterachse mit Luftpolstern, wirkt aber insgesamt straffer und neigt zu stärkeren Vertikalbewegungen, die besonders die Fondpassagiere als Stöße zu spüren bekommen.

Nur kurze Unebenheiten, die den A6 und seine Insassen stets in leichte Schwingungen versetzen, absorbiert er so sauber, dass sie nie als Belästigung wahrgenommen werden. Dazu weisen die Messwerte einen niedrigeren Innengeräuschpegel aus, obwohl sein Motor stärker als Diesel in Erscheinung tritt.

Denn der V6-TDI von Audi ist akustisch kaum noch von einem Benziner zu unterscheiden und glänzt mit einer Laufkultur, an die selbst der Reihen-Sechser im 525d nicht ganz heranreicht. Piezo-Injektoren erlauben eine noch feinere Dosierung des Kraftstoffs sowie eine weichere Verbrennung, eine Anfahrschwäche ist nicht mehr festzustellen.

Bereits knapp über dem Leerlauf reagiert die Maschine mit Elan auf kleinste Gaspedalbewegungen, dreht freudig hoch und zieht stämmig in allen Lebenslagen.

Dagegen wirkt der BMW im unteren Bereich etwas antrittsschwach, weil sein geringfügig größeres maximales Drehmoment (400 zu 380 Newtonmeter) erst bei 2000 statt bei 1400/min zur Verfügung steht. Ansonsten sorgen die annähernd gleichen Motordaten für fast identische Fahrleistungen, und auch im Testverbrauch schenken sich beide nichts.

Für den Fünfer spricht allerdings, dass der Umgang mit seinem präzisen Sechsgang-Getriebe mehr Freude macht als die hakelige Audi-Schaltung und dass es ihn wahlweise mit Automatikgetriebe gibt. Fahraktiver ist er obendrein, wie es sich eben für einen BMW gehört. Der durch den Wankausgleich Dynamic Drive (2300 Euro) optimierte Hecktriebler gefällt mit neutralen Fahreigenschaften und fast unerschütterlicher Stabilität, wo der A6 schon mal ansatzweise die Contenance verliert.

Das Fünfer- Handling wirkt ungemein präzise, was nicht zuletzt auf das Konto der ausgewogenen Achslastverteilung sowie seiner mitteilsamen, von Störkräften freien Lenkung geht. Der kopflastige Audi neigt hingegen stärker zum Untersteuern, und beim harten Beschleunigen werden Antriebseinflüsse an den Vorderrädern bis ins Lenkrad spürbar. Überdies vermittelt die starke Servounterstützung weniger Gefühl für die jeweilige Fahrsituation, wenngleich sie das Handling sehr leichtfüßig und geradezu spielerisch macht. Damit lassen sich auch Ausweichmanöver in kritischen Situationen ohne großen Aufwand und so sicher wie im BMW meistern, den er beim Bremsen – speziell auf unterschiedlich griffigen Belägen – sogar auf die Plätze verweist.

Aber die Differenzen sind gering, selbst die Kostenfrage hilft nicht viel weiter. Der höhere Grundpreis des Fünfer wird durch seine bessere Serienausstattung weit gehend kompensiert, denn für Tempomat, Multifunktionslenkrad und Reifendruckkontrolle verlangt Audi ebenso einen Zuschlag wie für den Rußpartikelfilter (690 Euro).

Beim Sicherheitspaket fehlen zudem Gurtstraffer und die funktionaleren Bügelgriffe. Was die Sicherheit vor einem Fehlkauf angeht, empfiehlt sich zuletzt ein Blick auf die Endwertung. Nach Auszählen der Punkte geht der Audi als Sieger aus diesem Vergleich hervor.

Doch wenn der Vorsprung gerade mal ein Prozent beträgt, ist der BMW vielleicht kein gleichartiger, aber ganz sicher ein gleichwertiger Zweiter.

Technische Daten
Audi A6 Avant 2.7 TDI BMW 525d Touring
Grundpreis 40.090 € 43.497 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4933 x 1855 x 1463 mm 4843 x 1846 x 1491 mm
KofferraumvolumenVDA 565 bis 1660 l 500 bis 1615 l
Hubraum / Motor 2698 cm³ / 6-Zylinder 2497 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 132 kW / 180 PS bei 3300 U/min 130 kW / 177 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 225 km/h 225 km/h
Verbrauch 7,0 l/100 km 7,1 l/100 km
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