Audi A8 L 6.0 gegen BMW 760 Li und Mercedes S 600 L

Foto: Hans-Dieter Seufert

Eine Frage der Ehre: Wer baut die beste deutsche Repräsentations-Limousine? Drei lange Zwölfzylinder-Flaggschiffe unter der Lupe.

Wenn der Hochadel der deutschen Automobile Audienz gewährt, verändern sich die Dimensionen von Raum und Zeit. Extralange Zwölfzylinder-Modelle überbieten vieles, was auch in gehobenen Auto-Klassen bisher als Maßstab erschien. Geräumige Innenräume wirken jetzt eng, und bisher schnelles, angenehmes Reisen empfindet man als rauen Bummelzug. Das scheinbare Ende des automobilen Luxus verschieben diese Raum-Kreuzer einfach noch ein Stück weiter nach oben. Ob der Audi A8 L 6.0, der BMW 760 Li oder der Mercedes S 600 L – alle drei erstrecken sich deutlich über fünf Meter, das macht mehr als zwei Smart Fortwo hintereinandergestellt. Zum Preis von zehn. Wer eines der Flaggschiffe sein eigen nennen möchte, begibt sich in gute Eigentumswohnungs-Dimensionen.

Der S 600 schießt mit 129 398 Euro den Vogel ab. Audi und BMW berechnen rund 12 000 Euro weniger, was auch in dieser Preisklasse keine Peanuts mehr sind. Dafür packt die S-Klasse kein edles Tafelgeschirr zusätzlich in den Kofferraum, sondern 500 PS unter die Motorhaube. Die emotionale Wirkung des optisch zurückhaltenden S 600 definiert sich über die Motorleistung und liefert eine Relativitätstheorie der etwas anderen Art. Der Audi A8 und BMW Siebener mögen sehr schnell sein, doch in Relation zum raketenartig davonpreschenden S-Klasse-Raumschiff rennt ihnen die Zeit davon. Das technische Rezept dafür ist altbewährt: Zwei Turbolader flößen dem 5,5 Liter großen Brennraum Überdruck ein. Damit produziert der große Mercedes so lange brachialen Schub, bis die automatische Abregelung bei 250 km/h virtuell eine gut gedämpfte Wand vor ihn stellt.

Auch Skeptiker derart ausufernden Leistungsstrebens empfinden diesen Moment als Ernüchterung. Der BMW setzt seinen 445- PS-Zwölfzylinder nicht derart unter Druck und vertraut lieber auf die elektronisch-feinmechanischen Segnungen moderner Motorentechnik: Direkteinspritzung und vollvariable Ventilsteuerung – Ingenieurs-Herz, was willst du mehr. Das Kolbendutzend agiert damit so leise und vibrationsarm wie eine gut gedämmte Profi- Nähmaschine. Nur dass keine Singer dieser Welt auf Gaspedaldruck so herrlich grollt.

Fazit

1. BMW 760 Li
492 Punkte

Der vergleichsweise schwache und durstige Motor sowie Bedienungsschwächen lassen den Siebener verlieren. Der Fahrkomfort setzt trotzdem Maßstäbe.

2. Audi A8 L 6.0 Quattro
505 Punkte

Agil, extrem geräumig und sehr schnell - der lange Audi ist Fahrer- und Mitfahrer-Auto gleichzeitig. Nur im Fahrkomfort müssen leichte Abstriche hingenommen werden.

3. Mercedes S 600 L
494 Punkte

Ein überragender Antrieb und bis auf das Handling durchweg gute Leistungen bringen den Sieg in den Eigenschaften. Die Kosten sind jedoch zu hoch.

Übersicht:
Technische Daten
Mercedes S 600 L BMW 760Li Audi A8 L 6.0 Quattro
Grundpreis 130.964 € 117.300 € 117.000 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 5163 x 1855 x 1444 mm 5169 x 1902 x 1492 mm 5192 x 1894 x 1455 mm
KofferraumvolumenVDA 500 l 500 l 500 l
Hubraum / Motor 5513 cm³ / 12-Zylinder 5972 cm³ / 12-Zylinder 5998 cm³ / 12-Zylinder
Leistung 368 kW / 500 PS bei 5000 U/min 327 kW / 445 PS bei 6000 U/min 331 kW / 450 PS bei 6200 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h 250 km/h 250 km/h
0-100 km/h 4,7 s 5,7 s 5,6 s
Verbrauch 14,9 l/100 km 13,7 l/100 km 13,8 l/100 km
Testverbrauch 16,9 l/100 km 17,6 l/100 km 16,3 l/100 km
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