Audi RS 6 gegen Mercedes E 55 AMG

Audi RS 6 gegen Mercedes E 55 AMG – oder: Bi-Turbopower gegen Kompressor-Dampf. Zwei der stärksten Viertürer mit V8-Motoren kämpfen um die Krone der besten Sportlimousine in der oberen Mittelklasse.

Auf Deutschlands Autobahnen sind viele Kenner unterwegs. Nur so ist zu erklären, dass selbst erfahrungsgemäß hartleibige Fahrer schneller Sprinter-Transporter und kräftiger TDI-Modelle die linke Spur bereitwillig frei machen, wenn ein Audi RS 6 oder ein Mercedes E 55 AMG im Rückspiegel auftaucht.

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Vergleichstest Mercedes E 55 AMG, Audi RS 6
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Dabei tragen die beiden Superlimousinen äußerlich nicht einmal besonders dick auf. Aber die modifizierten Frontschürzen und die üppige Bereifung genügen offensichtlich, um eine klare Botschaft zu vermitteln: Hier lauert so viel Leistung unter den Motorhauben, dass keiner eine Chance hat, mit einem Druck aufs Gaspedal Abstand zu schaffen. Auch ein Porsche Carrera nicht. 450 PS sind es beim Topmodell der Audi A6-Reihe, nochmals 26 PS mehr bei der AMG-Version der Mercedes E-Klasse. Und obwohl sich beide Limousinen mit vollem Tank der Zweitonnen-Grenze nähern (siehe Technische Daten), hat damit jede Pferdestärke nur eine ganz geringe Bürde zu bewältigen. 4,05 PS pro Kilogramm sind es beim Mercedes, 4,22 PS beim Audi. Zur Leistung führen höchst unterschiedliche Technik-Wege. Gemeinsam ist den beiden Motoren nur, dass sie als klassische V8 mit 90 Grad Zylinderwinkel aufgebaut sind. Aber während beim Audi-Triebwerk insgesamt vier Nockenwellen über fünf Ventile pro Zylinder den Gaswechsel steuern, präsentiert sich der Mercedes-Motor als Dreiventiler mit nur einer Nockenwelle pro Zylinderreihe. Als Ausgleich protzt er mit reichlich eingeschenktem Hubraum – rund 1,3 Liter mehr als bei der Audi-Maschine.

Das zentrale Technik-Thema aber bildet die unterschiedliche Art der Aufladung. Der Audi besitzt zwei KKK-Turbolader, die unter Volllast einen maximalen Überdruck von 0,8 bar liefern. Beim Mercedes-Motor sitzt im V der beiden Zylinderbänke ein Kompressor, der über einen Zahnriemen von der Kurbelwelle angetrieben wird. Er presst die Luft mit 0,9 bar in die Zylinder. Weil Turbolader vom Abgasstrom erst einmal auf Touren gebracht werden müs-sen, verspricht der ständig mitlaufende Kompressor in der Theorie ein spontaneres Ansprechverhalten. In der Praxis sind die Unterschiede allerdings gering, was für eine sehr gekonnte Turbo-Abstimmung bei Audi spricht. Der RS 6-Achtzylinder verhält sich wie ein Sauger beträchtlich größeren Hubraums. Das so genannte Turboloch glänzt durch Abwesenheit. Jede Gaspedalbewegung wird unmittelbar und mit gewaltigem Nachdruck in Beschleunigung umgesetzt.

Nur beim Anfahren schlägt der Kompressormotor des Mercedes heftiger zu. Während beim Audi das Drehmoment weich einsetzt, fällt es beim Mercedes mit brutaler Gewalt über den Antriebsstrang her.

Fazit

1. Audi - RS 6 - 55688
492 Punkte

2. Audi RS 6: Der Audi bietet mit seinem permanenten Allradantrieb unter extremen Bedingungen noch bessere Fahreigenschaften als der Mercedes. Die sportliche Auslegung seines Fahrwerks sorgt aber dafür, dass der Reisekomfort erheblich leidet.

2. Mercedes E 55 AMG
515 Punkte

Die gewaltige Durchzugskraft seines Kompressormotors lässt den Mercedes noch souveräner wirken als den Audi. Die entscheidenden Punkte aber holt er sich mit seinem harmonischer abgestimmten Fahrwerk und den niedrigeren Festkosten.

Übersicht:
Technische Daten
Mercedes E 55 AMG Audi RS 6
Grundpreis 93.090 € 87.500 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4818 x 1822 x 1412 mm 4858 x 1850 x 1425 mm
KofferraumvolumenVDA 530 l 424 l
Hubraum / Motor 5439 cm³ / 8-Zylinder 4172 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 350 kW / 476 PS bei 6100 U/min 331 kW / 450 PS bei 5700 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h 250 km/h
0-100 km/h 4,4 s 4,7 s
Verbrauch 12,9 l/100 km 14,6 l/100 km
Testverbrauch 16,6 l/100 km 16,2 l/100 km
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