Audi TT Coupé, Chrysler Crossfire, Nissan 350 Z

Foto: Hans-Dieter Seufert 7 Bilder

Zur Leistungsschau in der Coupé-Klasse treffen Audi TT 3.2 Quattro, Chrysler Crossfire 3.2 und Nissan 350 Z aufeinander.

Mit seinem 1,8-Liter-Turbo-Vierzylinder war der Audi TT bislang zwar nicht untermotorisiert, aber 3,2 Liter Hubraum und sechs Zylinder wirken doch ganz anders auf jene Rezeptoren im Hirn und in der Magengegend, die für Genuss und eine Spur Unvernunft zuständig sind. Zum Testlauf haben sich in den Startblöcken neben dem Audi der Chrysler Crossfire, ebenfalls mit 3,2-Liter-V6 und der Nissan 350 Z eingefunden.

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Vergleichstest Audi TT 3.2 Quattro, Chrysler Crossfire 3.2, Nissan 350 Z
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Der 3,5-Liter-V6 des japanischen Zweisitzers verfügt mit 280 PS über ein gehöriges Leistungsplus gegenüber den 218 (Chrysler) und 250 PS (Audi) starken Sportskameraden. Die haben allerdings auch Trümpfe in petto. Der Audi treibt alle Räder an und ist mit einem Getriebe bestückt, das seinesgleichen sucht. DSG oder Direktschaltgetriebe nennt Audi jene Sechsstufenbox, die entweder manuell oder automatisch zwischen den Gängen wechselt. Der Chrysler führt sein niedriges Gewicht ins Feld. Ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn es um Agilität und Fahrdynamik geht.

Drehfreudiger V6 im Nissan 350Z

Um Karosseriesteifigkeit zu erreichen, ist der Nissan auf zwei Domstreben angewiesen. Mit Erfolg, denn der 350 Z ist steif wie ein Backstein. Im Verbund mit der sehr direkten Lenkung und der straffen Fahrwerksabstimmung ergibt sich daraus ein Handling, das auf der Landstraße ein Dauergrinsen in das Gesicht des Fahrers zaubert.

Dazu passt der drehfreudige V6, der den 350 Z vehement nach vorn drückt und gut mit dem Sechsganggetriebe harmoniert. Der Fahrer muss sich allerdings erst an die Schaltung mit ihren zu eng liegenden Gassen gewöhnen.

Auf der Autobahn fordert das Nissan-Landstraßen-Spielmobil Nehmerqualitäten. Abroll- und Windgeräusche übersteigen schon früh langstreckentaugliche Werte, darüber hinaus irritiert die straffe Federung.

Chrysler Crossfire mit enormem Reifen-Grip

Dass es auch in dieser Klasse anders geht, zeigt der Chrysler. Er federt auf der Autobahn geschmeidig, ohne zu viel Aufbau-Bewegungen zuzulassen. Allerdings fühlt sich sein Fahrer nicht ganz so direkt mit der Straße verbunden wie im 350 Z, auch weil die Crossfire-Lenkung um die Mittellage etwas unpräzise agiert. Darunter leidet das Handling, und der Gewichtsvorteil kann nicht voll ausgenutzt werden. Trotzdem ist man kaum langsamer unterwegs, nicht einmal auf verwinkelten Sträßchen.

Gibt man dem Crossfire hier zu viel Feuer, entpuppt er sich, wie die Konkurrenten, als handzahm. Zunächst schiebt er ein wenig über die Vorderräder zum Kurven-Außenrand, dann greift weich das ESP ein und bringt ihn zurück auf den rechten Pfad. Deaktiviert man die Fahrhilfe, lassen sich Drifts erst bei sehr hohen Geschwindigkeiten provozieren. Denn der Reifen-Grip ist enorm.

Ausgesprochen drehwillig ist der Mercedes-V6 im Motor-Abteil des Chrysler nicht. Wenn das Triebwerk aber gefordert wird, verbreitet sich fast ein wenig V8-Gefühl. Das Audi-Aggregat wirkt dagegen wie ein Rennmotor: heiserer, aber unaufdringlicher Klang, leicht unrunder Leerlauf, ruck, zuck am Drehzahlbegrenzer, wenn das Gaspedal auf den Velours getreten wird. Dabei sorgt die Allradtechnik beim Herausbeschleunigen aus Kurven dafür, dass sich Räder und Straße miteinander verzahnen wie ein Klettverschluss.

Audi TT: Antriebspaket harmoniert sehr gut mit Fahrwerk

Und das kostspielige DSG-Getriebe möchte man nach wenigen Kilometern nicht mehr missen. Im Automatikmodus agiert es wie ein sehr guter Wandler-Automat, handgeschaltet vermittelt es endlich jene kurzen Schaltzeiten, welche die Entwickler der automatisierten Schaltgetriebe seit Jahren versprechen. Das Antriebspaket harmoniert sehr gut mit der Fahrwerksabstimmung, die etwas weicher als im Nissan, aber spürbar straffer als im Chrysler ist. Damit ist ein guter Kompromiss gelungen, der sowohl bei der schnellen Runde auf der Hausstrecke überzeugt wie bei der Langstreckenfahrt auf der von Frostaufbrüchen narbigen Autobahn. Hier ist er, wie der ebenfalls leise Chrysler, ein angenehmerer Begleiter als der 350 Z.

So gebührt dem Allrounder TT der erste Rang, während sich Crossfire und 350 Z auf den Plätzen ein enges Rennen liefern. Der Cruiser und der Racer liegen, lässt man die hohen Kosten des Nissan außen vor, auf Augenhöhe.

Technische Daten
Audi TT Coupé 3.2 Quattro Nissan 350Z Coupé Chrysler Crossfire 3.2
Grundpreis 42.000 € 34.900 € 38.190 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4041 x 1764 x 1345 mm 4310 x 1815 x 1315 mm 4058 x 1766 x 1296 mm
KofferraumvolumenVDA 220 bis 490 l 235 l 215 l
Hubraum / Motor 3189 cm³ / 6-Zylinder 3498 cm³ / 6-Zylinder 3199 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 184 kW / 250 PS bei 6300 U/min 206 kW / 280 PS bei 6200 U/min 160 kW / 218 PS bei 5700 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h 250 km/h 250 km/h
0-100 km/h 6,9 s 6,2 s 6,9 s
Verbrauch 9,8 l/100 km 11,4 l/100 km 10,5 l/100 km
Testverbrauch 12,5 l/100 km 12,9 l/100 km 12,3 l/100 km
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